Dank Solarboom das Glanzresultat

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Dank Solarboom das Glanzresultat

In seinem ersten Jahr an der Börse hat der Spezialsägen-Hersteller Meyer Burger den Turbo gezündet.

Dank dem Boom in der Solarindustrie wurde der Umsatz mehr als verdoppelt und der Gewinn mehr als verdreifacht. Das steile Wachstum soll weitergehen.

Das Jahr 2007 sei hervorragend gewesen, sagte Verwaltungsratspräsident Peter Wagner am Donnerstag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich: Der Umsatz sei von 82,6 Mio. Franken auf 208 Mio. Franken gestiegen. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) schoss gar von 8 Mio. auf 25 Mio. Franken nach oben.

Unter dem Strich habe das Ende 2006 an die Börse gegangene Unternehmen 19,2 Mio. Fr. verdient. Das ist dreieinhalb Mal mehr als im Vorjahr (5,6 Mio. Franken).

Sonnenschein bringt Geld herein

«Wir haben 2007 überproportional vom starken Wachstum im Solarmarkt profitiert», sagte Wagner. Meyer Burger stellt Spezialsägen her, mit denen Siliziumstäbe oder -blöcke in hauchdünne Scheiben geschnitten werden. Diese Siliziumscheiben werden dann zur Herstellung von Solarzellen verwendet.

Meyer Burger habe 86 Prozent des Umsatzes mit Kunden aus der Solarindustrie erzielt. Man beliefere alle führenden Hersteller von Siliziumscheiben. Diese hätten ihre Produktionskapazitäten stark ausgebaut.

Vor allem die starke Nachfrage aus Asien habe zum Umsatzwachstum von Meyer Burger beigetragen, sagte Geschäftsführer Peter Pauli. Die grösste Steigerung stamme erneut aus China. Aber auch in Europa, namentlich in Deutschland, wo Solarstrom vom Staat gefördert wird, seien die Verkäufe kräftig gestiegen.

Neue Fabrik

Um mit dem Boom Schritt zu halten, hatte Meyer Burger seine Fabrik von Steffisburg BE nach Thun verlegt, wo die die Produktionskapazitäten deutlich ausgebaut wurden. Anfang Jahr sei die Herstellung durch den Umzug noch beeinträchtigt gewesen. Ab April habe sie aber ständig zugenommen.

In der zweiten Jahreshälfte hat Meyer Burger beinahe doppelt soviele Maschinen gebaut wie im gesamten Jahr 2006. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 283 Maschinen ausgeliefert. Der Personalbestand nahm um ein Drittel auf 379 Vollzeitstellen zu. Insgesamt hat Meyer Burger 95 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die Verdreifachung der Produktionskapazität ist auch nötig. Denn wegen mehrerer Grossaufträge aus China, Norwegen oder Japan sei der Auftragseingang von 170 Mio. auf 711 Mio. Fr. in die Höhe geschnellt, erklärte Finanzchef Michel Hirschi.

Damit habe man eine gute Ausgangslage für nachhaltiges Wachstum in den nächsten Jahren. 2008 will Meyer Burger den Umsatz nochmals verdoppeln auf rund 400 Mio. Franken. Die Betriebsgewinnmarge solle sich von derzeit 12 Prozent auf 13 bis 15 Prozent verbessern, sagte Hirschi.

Börsenstar

Mit den Zahlen hat Meyer Burger die Erwartungen der Analysten beim Umsatz übertroffen, beim Gewinn aber leicht verfehlt. An der Börse zogen die Aktien bis 14.45 Uhr um 0,9 Prozent auf 280,50 Franken an. Seit Anfang Januar hat der Titel ein Drittel seines Wertes verloren.

Allerdings war Meyer Burger im vergangenen Jahr der Börsenstar gewesen. Seit dem Börsengang Ende November 2006 war der Kurs von 39 Fr. bis auf 418 Franken geklettert. (sda/scc)

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