Unvergessene Erfolge: Dank Spritze zum WM-Titel mit dem «Supervierer»
Aktualisiert

Unvergessene ErfolgeDank Spritze zum WM-Titel mit dem «Supervierer»

In den vergangenen Jahrzehnten war die Schweiz eine Rudernation. An der Heim-WM 1982 kam ein Titel jedoch nur dank «Doping» zustande.

von
Herbie Egli
Der «Supervierer» mit Netzle, Truempler, Weitnauer und Saile. (Bild: Keystone)

Der «Supervierer» mit Netzle, Truempler, Weitnauer und Saile. (Bild: Keystone)

In der Neuzeit gehört Rudern nicht mehr unbedingt zu den Schweizer Paradedisziplinen. Früher waren die Eidgenossen in dieser Sportart aber immer gut für eine Medaille, sei es an Welt- und Europameisterschaften oder an Olympischen Sommerspielen. Ein Edelmetall sticht dabei besonders heraus.

August 1982, Rotsee Luzern. Es ist nach 1962 und 1974 die dritte Ruder-WM auf dem heimischen Gewässer. Stephan Netzle, Hans-Konrad Trümpler, Jörg Weitnauer und Bruno Saile zählen im Vierer zu den Top-Favoriten. Dieses Rennen stieg am Sonntag. Einen Tag vorher drohte beim Abschlusstraining der Start noch ins Wasser zu fallen. Was war passiert? Bruno Saile spürte plötzlich seinen Ischias-Nerv. So fest, dass nicht mehr an Rudern zu denken war. Eine Spritze des Teamarztes verhinderte Schlimmeres.

Am Renntag selbst war Saile wieder fit. Fit genug, um mit seinen Teamkollegen Heroisches zu leisten. Die Schweizer verzeichneten einen guten Start und mussten nur die ebenfalls starken Russen etwas ziehen lassen. Der Rückstand hielt sich in Grenzen. Bei Streckenhälfte setzten Saile und Co. zur Aufholjagd an und überholten ihre Konkurrenten bis ins Ziel. Auch dank der tatkräftigen Unterstützung der Zuschauer. Der «Supervierer» war seiner Favoritenrolle gerecht geworden.

Der Lack ist ab

Neben diesem grandiosen WM-Titel kamen bei den Schweizer Ruderern bis um die Jahrtausendwende unzählige WM-, EM- und Olympia-Medaillengewinne dazu. Doch seit rund einem Jahrzehnt hapert es auf dem Wasser. Teams lösten sich auf, weil nicht alle am gleichen Strick ziehen wollten und das jüngste Projekt mit dem Schweizer Achter hat nicht eingeschlagen.

40 Jahre Sporthilfe

Die Stiftung Schweizer Sporthilfe hilft seit 40 Jahren Schweizer Talenten, ihren Traum vom Spitzensport zu verwirklichen. Zum Jubiläum setzen sich 40 Sportgrössen als Botschafter für den Nachwuchssport ein. 20 Minuten Online stellt bis Ende 2010 wöchentlich mit der Serie «Unvergessene Erfolge» einen dieser grossen Schweizer Sportler seit 1970 vor.

Wettbewerb

Gleichzeitig mit der Serie läuft auf Sporthilfe.ch wöchentlich ein Wettbewerb mit einer Frage zur vorgestellten Person.

Deine Meinung