Aktualisiert 29.09.2009 14:37

Presse- und Fanstimmen

«Danke, Lulu, für die tollen Tage!»

Die Entlassung von Lucien Favre bei Hertha Berlin ist in der deutschen Hauptstadt Fussballthema Nummer eins. Die Arbeit des Schweizers wird noch einmal gehuldigt oder kritisiert und über Namen allfälliger Nachfolger wird eifrig spekuliert.

von
Herbie Egli

Seit Montagabend, 18.03 Uhr, ist es Tatsache. Der Schweizer Lucien Favre wurde bei Hertha Berlin als Trainer entlassen. Gut zwei Jahre durfte der Zürcher Meistermacher in der deutschen Metropole seine Arbeit verrichten. Der schlechte Saisonstart wurde dem 51-jährigen Waadtländer nun zum Verhängnis und die Verantwortlichen sahen sich zum Handeln gezwungen. Nach dem vollzogenen Akt mit der Entlassung von Favre meinte Hertha-Manager Michael Preetz im «Berliner Kurier»: «Das ist mir nicht leicht gefallen. Aber ich musste eine Entscheidung treffen.»

«Er lebt nur noch in der Erinnerung»

Trotz den zuletzt ausgebliebenen Resultaten hat aber nicht jeder vergessen, was Lucien Favre in seiner gut zweijährigen Amtszeit in Berlin zu Stande brachte. Die Hertha wurde im ersten Jahr unter Favre Zehnter und letzte Saison erreichte der Hauptstadtklub als Vierter die Europa League. Bis fast zuletzt konnte man sogar um den Titel mitspielen. Aus diesem Grund bedankt sich der «Berliner Kurier» sogar bei Lucien Favre: «Danke, Lulu, für die tollen Tage! Er lebt nur noch in der Erinnerung. Trotzdem, Lulu, merci beaucoup für die durchfeierten Nächte nach grandiosen Siegen.»

Die «Berliner Morgenpost» geht mit Lucien Favre etwas härter ins Gericht. In ihrem Kommentar führt sie das Scheitern des Schweizers auf seine verfehlte Personalpolitik zurück: «Publikumsliebling Marko Pantelic ausgemustert zu haben, war sein gutes Recht; ihn nicht adäquat zu ersetzen, unentschuldbar.»

Fanstimmen halten sich die Waage

Die Entlassung von Lucien Favre bewegt natürlich auch die Anhänger der Hertha. In Internet-Foren schreiben sie sich die Finger wund. Die positiven und negativen Urteile fallen in etwa unentschieden aus. Userin Sonya ist froh und meint: «Endlich! Ich hab mich eh schon gefragt wie lange die den noch behalten wollen! Er hat tolle Spieler wie Pantelic und Simunic vergrault! Und jetzt hat er die Quittung bekommen!»

Nicht so negativ urteilt «Rettich» und kritisiert die Mannschaft: «Es hätten eigentlich zwei Drittel der Spieler entlassen werden müssen. Die Leistungen der Spieler in den letzten Wochen bezeichne ich als Frechheit, bzw. Arbeitsverweigerung. Dafür bekommt jeder Arbeitnehmer im Regelfall die Kündigung.» User «Beer-liner» sieht es sogar so, dass Favre im Sommer von sich aus hätte gehen sollen, damit es gar nicht zur Kündigung gekommen wäre: «Das war der grösste Fehler von Lucien Favre nach der letzten Saison bei Hertha zu bleiben! Er hat viele gute Angebote abgelehnt!»

Nachfolger-Karussell dreht sich

Wie immer bei einer Trainer-Entlassung werden natürlich sofort Namen allfälliger Nachfolger ins Spiel gebracht. Viel gefallen ist bis jetzt der von Hans Meyer. Der 66-Jährige war 2004 schon Trainer in Berlin und rettete die Hertha damals vor dem Abstieg. Auf jeden Fall muss es jemand mit Bundesliga-Erfahrung sein und daher könnten auch Friedhelm Funkel oder Dieter Hecking zum Zug kommen.

In Berlin kursiert sogar das Gerücht, Lothar Matthäus soll den Hauptstadt-Verein trainieren. Bis jetzt war der ehemalige Bayern-Profi in seiner Trainerlaufbahn aber eher erfolglos und Fan Kathi meint zu einem allfälligen Engagement: «Wenn Matthäus Trainer von Hertha wird, werde ich Union Fan.» Union Berlin ist der zweite grosse Fussballklub in der deutschen Hauptstadt und grüsst nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga punktgleich mit Kaiserslautern von der Tabellenspitze.

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