Durchimpfung der Schweiz?: «Dann brauchen wir selbst die Kinder»
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Durchimpfung der Schweiz?«Dann brauchen wir selbst die Kinder»

Neue Erkenntnisse zeigen, dass gegen das Coronavirus geimpfte Personen deutlich weniger ansteckend sind. Das könnte die bisherige Impfstrategie in Frage stellen – und Skeptiker unter Druck setzen.

von
Claudia Steiger
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Müssen bald auch Kinder impfen? Die Hinweise mehren sich, dass Geimpfte nicht nur sich selber schützen, sondern viel weniger ansteckend sind. (Symbolbild)

Müssen bald auch Kinder impfen? Die Hinweise mehren sich, dass Geimpfte nicht nur sich selber schützen, sondern viel weniger ansteckend sind. (Symbolbild)

REUTERS
Das könnte die bisherige Impfstrategie des Bundes auf den Kopf stellen.

Das könnte die bisherige Impfstrategie des Bundes auf den Kopf stellen.

Kanton AR
«Wenn wir sehen, dass die Impfung einen Einfluss hat auf die Verbreitung des Virus, dann müssen wir eine hohe Durchimpfung anstreben», sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen.

«Wenn wir sehen, dass die Impfung einen Einfluss hat auf die Verbreitung des Virus, dann müssen wir eine hohe Durchimpfung anstreben», sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen.

20 Minuten

Darum gehts

  • Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass gegen Covid-19 geimpfte Personen weniger ansteckend sind.

  • Sollten sich die Hinweise bestätigen, müsste eine möglichst hohe Durchimpfung angestrebt werden, fordern Experten.

  • Das bringt Gegner und Skeptiker der Impfung in Bedrängnis.

Die Debatte über die Corona-Impfung dürfte sich in nächster Zeit noch verschärfen. Die Hinweise mehren sich, dass Geimpfte nicht nur sich selber schützen, sondern viel weniger ansteckend sind. Forscher legten diese Woche entsprechende Erkenntnisse vor. Das würde die bisherige Impfstrategie des Bundes auf den Kopf stellen, wie die «SonntagsZeitung» (Bezahlartikel) schreibt.

Sollten sich die Erkenntnisse bestätigen, wäre es nötig, dass sich möglichst die ganze Bevölkerung immunisiert auch die unter 18-Jährigen. «Wenn wir sehen, dass die Impfung einen Einfluss hat auf die Verbreitung des Virus, dann müssen wir eine hohe Durchimpfung anstreben», sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen. «Dann brauchen wir selbst die Kinder.»

Druck steigt

Dieses Szenario bringt Gegner und Skeptiker der Covid-Impfung unweigerlich in Bedrängnis. «Natürlich hat es Konfliktpotential, wenn sich bestätigt, dass Geimpfte weniger ansteckend sind», sagt Susanne Driessen, Präsidentin der Schweizerischen Vereinigung der Forschungsethikkommissionen (swissethics). «Damit steigt der Druck auf all jene, die keine Impfung machen wollen.»

Eine noch nicht publizierte ETH-Umfrage zeigt laut Bericht, dass sich 26,5 Prozent eher oder vollkommen sicher sind, dass sie sich nicht impfen lassen. Die Mehrheit der 3052 Befragten gab aber an, dass sie mit der jetzt eingeschlagenen Impfstrategie des Bundes, zuerst die Gefährdeten zu impfen, einverstanden sind. Das zeige das Vertrauen in den eingeschlagenen Weg, sagt Berger.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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