13.01.2020 12:38

Tragödie in Auboranges FR«Dann drehen Malinois-Hunde durch»

Ein Malinois-Schäferhund hat vergangene Woche sein Frauchen totgebissen und danach eine Polizistin angegriffen. Hundetrainerin Erika Howald erklärt, wie so etwas passieren konnte.

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km
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Die Tragödie erschütterte die Schweiz: Eine 45-jährige Freiburgerin wurde vergangene Woche von ihrem Malinois-Schäferhund totgebissen.

Die Tragödie erschütterte die Schweiz: Eine 45-jährige Freiburgerin wurde vergangene Woche von ihrem Malinois-Schäferhund totgebissen.

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Die Tragödie ereignete sich in Auboranges FR auf dem Hundedressurplatz, den die Frau gemeinsam mit ihrem Mann betrieb.

Die Tragödie ereignete sich in Auboranges FR auf dem Hundedressurplatz, den die Frau gemeinsam mit ihrem Mann betrieb.

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Der Hund namens Elliot musste bei der Ankunft der Kantonspolizei erschossen werden, nachdem dieser auch auf Polizisten losgegangen war.

Der Hund namens Elliot musste bei der Ankunft der Kantonspolizei erschossen werden, nachdem dieser auch auf Polizisten losgegangen war.

Keystone/Lukas Lehmann

Die Tragödie erschütterte die Schweiz: Eine 45-jährige Freiburgerin wurde vergangene Woche von ihrem Malinois-Schäferhund totgebissen. Die Tragödie ereignete sich in Auboranges FR auf dem Hundedressurplatz, den die Frau gemeinsam mit ihrem Mann betrieb. Der Hund namens Elliot musste bei der Ankunft der Kantonspolizei erschossen werden, nachdem dieser auch auf Polizisten losgegangen war.

Erika Howald, Hundeschulleiterin aus Arch BE, erklärt in einem Interview mit dem «Bieler Tagbaltt», wieso der Hund seine Besitzerin totgebissen haben könnte. «Womöglich wurde die Frau aus irgendeinem Grund bewusstlos und der Hund hat sie am Arm gepackt und geschüttelt», sagt Howland, die seit 14 Jahre eine Hundeschule in Arch betreibt. Es könne sein, dass der Hund in dieser Situation die Kontrolle über sich verloren hätte. «Das kann passieren, wenn einmal etwas anders ist, als der Hund es sich sonst gewohnt ist.»

«Dann drehen sie durch»

Malinois-Schäferhunde seien durch tägliches Training immer dieselbe Routine gewöhnt. Sie seien als Diensthunde bei der Polizei sehr gefragt, weil sie etwa sehr gut und schnell reagieren könnten. Auch Hund Elliot trainierte täglich mit seinem Frauchen und hatte einen geregelten Tagesablauf. «Wehe, etwas ist einmal anders als gewohnt. Dann drehen sie durch, weil sie mit der Situation nicht zurechtkommen», so die Hundetrainerin. «In solchen Momenten kann es dann gut sein, dass sie wild zubeissen.»

Ein solches Verhalten zu steuern, beginne schon bei der Erziehung des Tieres. «Ein Hund muss lernen, seine Impulse zu kontrollieren.» Er dürfe auch nicht der Mittelpunkt des Lebens eines Menschen werden, sonst könne er den Respekt gegenüber seinem Herrchen verlieren.

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