William (7), happy: «Dann griff Messi nach meiner Hand»
Aktualisiert

William (7), happy«Dann griff Messi nach meiner Hand»

Diesen Abend vergisst der siebenjährige William sein Leben lang nicht mehr. Er läuft zum Länderspiel Schweiz-Argentinien mit Superstar Lionel Messi ein.

von
Ralf Meile

Kurz vor 20.30 Uhr in den Katakomben des Stade de Suisse. 22 Knirpse warten am Mittwochabend gespannt auf die Nationalmannschaften der Schweiz und Argentiniens. Jeder hofft, dass er der Glückliche ist, der Superstar Lionel Messi an die Hand nehmen und ihn auf den Platz führen darf. Das grosse Los zieht William Brandt, Erstklässler aus Zürich-Altstetten.

Mehr als 30 000 Fans und dutzende Kameraobjektive, die allesamt auf einen gerichtet sind: Lionel Messi. Ab jetzt nahe bei ihm: William. «Ich war schon aufgeregt», gesteht der 1,25m-Knirps, der noch nie in einem grossen Stadion war.

Der Siebenjährige hat den begehrten Einsatz in Bern bei der Ausschreibung eines Nati-Sponsors ergattert. «Natürlich habe ich wie alle anderen davon geträumt, dass ich mit Lionel Messi ins Stadion laufen darf», gibt William zu. Seine Eltern haben ihn schliesslich darüber aufgeklärt, um wen es sich bei diesem 24-jährigen Zauberfussballer handelt: um den dreifachen Weltfussballer des Jahres, den Besten der Besten.

William zog den weissen Zettel mit der «1» aus dem Topf. Das bedeutete, dass er zuvorderst bei der argentinischen Mannschaft stand, beim Captain.

Ein magischer Moment für die Ewigkeit

William hat spanische Wurzeln und spricht die Sprache auch. Aber er brachte nicht einmal ein «hola» heraus, als Messi neben ihm auftauchte. «Man hat uns verboten, mit den Spielern zu reden», erklärt der brave William.

Aber sie hätten sich in die Augen geblickt und dann habe ihm Messi über den Kopf gestreichelt. Von einem «magischen Moment» spricht Williams Mutter Monica Brandt, die «immer noch im Glück schwebt». Ihr Sohn realisiere das Erlebnis wahrscheinlich noch gar nicht ganz. Die Videoaufzeichnung des Spiels komme aber an einen sicheren Ort, damit sich William noch in Jahrzehnten daran erfreuen kann. Monica Brandt hat die Einlauf-Szene noch in der Nacht der Rückkehr aus Bern «mindestens 10x vor- und zurückgespult, ich konnte es einfach nicht fassen, dass da mein Sohn mit Messi war.»

Star auf dem Pausenplatz

Tags darauf in der Schule war der Kurzeinsatz ihres Klassenkollegen William das grössere Thema als die drei Messi-Tore an sich. «Sie wollten von mir wissen, wie es war mit ihm», beschreibt der Siebenjährige, «und dann habe ich es ihnen halt erzählt.» Sogar Sekundarschüler, die er nicht kenne, hätten ihn angesprochen. Und ein Bekannter der Familie aus Argentinien meldete sich ebenfalls. Er fasse es nicht, was er eben gesehen habe, schrieb er den Brandts aus Buenos Aires.

Oft wurde Lionel Messi für seine Leistungen in der argentinischen Nati kritisiert. Gegen die Schweiz, in seinem 67. Länderspiel, gelangen ihm seine Länderspieltore 20, 21 und 22. Vielleicht überlegt sich der Fussballstar nun, künftig immer den kleinen Glücksbringer aus Zürich einfliegen zu lassen, wenn er mit den «Albiceleste» im Einsatz steht...

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