Aktualisiert 07.03.2020 09:18

Reaktionen zu Orliks Outing«Dann wäre das ein Rückfall in die Steinzeit»

Der Spitzenschwinger Curdin Orlik hat sich geoutet. Das sagen Schwingerkönige und sein Bruder Armon dazu.

von
hua
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Curdin Orlik ist der erste aktive männliche Topsportler in der Schweiz, der sein Coming-out hatte – international gibt es einige Athleten, die sich ebenfalls geoutet haben.

Curdin Orlik ist der erste aktive männliche Topsportler in der Schweiz, der sein Coming-out hatte – international gibt es einige Athleten, die sich ebenfalls geoutet haben.

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Der ehemalige deutsche Fussball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger outete sich 2014 – nach seinem Karriereende. Der Mittelfeldspieler lief 53-mal für Deutschland auf und gewann 2007 mit dem VfB Stuttgart den Meistertitel. Seit 2019 ist er Vorstandsvorsitzender beim VfB.

Der ehemalige deutsche Fussball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger outete sich 2014 – nach seinem Karriereende. Der Mittelfeldspieler lief 53-mal für Deutschland auf und gewann 2007 mit dem VfB Stuttgart den Meistertitel. Seit 2019 ist er Vorstandsvorsitzender beim VfB.

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Vor acht Jahren hatte der Puerto Ricaner Orlando Cruz sein Coming-out. Er ist bis heute der einzige Boxer, der diesen Schritt während seiner aktiven Karriere gemacht hat.

Vor acht Jahren hatte der Puerto Ricaner Orlando Cruz sein Coming-out. Er ist bis heute der einzige Boxer, der diesen Schritt während seiner aktiven Karriere gemacht hat.

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Es musste endlich raus. Spitzenschwinger Curdin Orlik outete sich auf tagesanzeiger.ch (kostenpflichtig). «Ich bin so. Ich kann nichts dafür. So bin ich geboren», sagt der 27-Jährige. Dem Bündner schwappte eine Sympathiewelle entgegen, der Aktivschwinger wurde für seinen Mut im Netz gelobt. Nun haben sich auch sein Bruder Armon und Schwingerkönige zu diesem mutigen Schritt geäussert.

«Ganz ehrlich: Ich bin sehr überrascht. Ich finde, dass es unfassbar viel Mut braucht, hinzustehen und darüber zu sprechen. Verdammt viel Mut! Es wird Sprüche geben, da bin ich mir sicher. Curdin muss damit umgehen können», sagt beispielsweise Arnold Forrer, Schwingerkönig von 2001 in Nyon.

Schwingerfamilie muss sich beweisen

Matthias Glarner, Schwingerkönig 2016 in Estavayer sagt, der Sport sei ein Querschnitt der Gesellschaft, also gäbe es auch noch mehr Schwinger, die homosexuell seien. «Ich habe damit absolut kein Problem. Die Schwingerfamilie kann nun beweisen, dass sie effektiv so tolerant ist, wie es immer heisst. Sollten Anfeindungen kommen, wäre das ein Rückfall in die Steinzeit.»

Und was sagt Armon Orlik, Curdins jüngerer Bruder und ebenfalls Spitzenschwinger? Der 24-Jährige verspürt nichts anderes als Stolz: «Dass sich mein Bruder outet, ist das Mutigste, das jemand machen kann. Ich bewundere ihn sehr dafür.»

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