Aktualisiert 10.12.2014 15:29

Freie Tage«Dann will ich Masturbations-Urlaub»

Die Idee aus Asien, Frauen während ihrer Menstruation bezahlten Urlaub zu gönnen, führte unter den Lesern zu heftigen Diskussionen. Verständnis kam dabei wenig auf.

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Da sich Frauen während ihrer Menstruation schlechter konzentrieren können und reizbarer sind, sollen ihnen in England pro Monat zwei bezahlte Ferientage zusätzlich zur Verfügung stehen, fordert Professor Gedis Grudzinskas.

Da sich Frauen während ihrer Menstruation schlechter konzentrieren können und reizbarer sind, sollen ihnen in England pro Monat zwei bezahlte Ferientage zusätzlich zur Verfügung stehen, fordert Professor Gedis Grudzinskas.

Das Thema löste in der 20-Minuten-Leserschaft eine heftige Diskussion aus. Vor allem Männer können die Forderung nicht nachvollziehen, aber auch viele Frauen können der Idee nichts abgewinnen.

Das Thema löste in der 20-Minuten-Leserschaft eine heftige Diskussion aus. Vor allem Männer können die Forderung nicht nachvollziehen, aber auch viele Frauen können der Idee nichts abgewinnen.

Bei der Gewerkschaft Unia heisst es, man setze den Fokus auf andere Aspekte der Gleichstellung am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Lohngleichheit. «Es ist aber klar, dass alle das Recht haben müssen, nicht zur Arbeit zu gehen, wenn sie sich nicht gesund fühlen, egal ob Frau oder Mann», sagt Sprecherin Katja Signer.

Bei der Gewerkschaft Unia heisst es, man setze den Fokus auf andere Aspekte der Gleichstellung am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Lohngleichheit. «Es ist aber klar, dass alle das Recht haben müssen, nicht zur Arbeit zu gehen, wenn sie sich nicht gesund fühlen, egal ob Frau oder Mann», sagt Sprecherin Katja Signer.

Keystone/Sigi Tischler

Eine 20-Minuten-Umfrage unter 33'485 Leserinnen und Lesern zeigt: 52 Prozent finden den Vorschlag, Frauen während der Menstruation bezahlte Freitage zuzugestehen, eine durchwegs schlechte Idee. In zahlreichen asiatischen Ländern wurde das Recht schon gesetzlich verankert. Nun sind Befürworter dieser Regelung auch in Europa auf dem Vormarsch.

«Das ist keine Gleichberechtigung, sondern ein Vorrecht»

Die Gewerkschaft Unia und der Verband des Personals öffentlicher Dienste Zürich (VPOD) machen jedoch klar, dass Menstruations-Urlaub in der Schweiz keine Chance hat. Unter den 20-Minuten-Lesern löste das Thema trotzdem heftige Diskussionen aus. Vor allem Männer, aber auch viele Frauen stellen sich gegen den Vorschlag: «Wer so eine schmerzhafte Menstruation hat, dass sie kaum arbeiten kann, gehört zum Arzt und kann sich krankmelden. Das ist bereits durch das Arbeitsgesetz abgedeckt und benötigt sicher keine Gesetzesänderung», schreibt eine Leserin.

Auch Leser Ueli machte seine Meinung mit einem kurzen Statement klar: «Das wären dann dreimal so viel Ferien, wie die gleichgestellten Männer erhalten ...» Tatsächlich dominierte das Thema Gleichstellung das Kommentarfeld von Beginn an. Auch Frauen äusserten ihre Ansicht, dass Menstruationsferien einer angestrebten Gleichstellung schaden könnten. Leserin Nathalie schreibt beispielsweise: «In meinem Unternehmen kann jeder freimachen, wenn er starke Schmerzen hat. Das ist doch selbstverständlich. Wozu also brauchen die Frauen ein Sonderrecht? Das ist keine Gleichberechtigung, sondern ein Vorrecht.»

«Ich wäre schon mit etwas mehr Verständnis zufrieden»

Trotz des starken Gegenwinds versuchen einige Frauen über ihre Situation aufzuklären: «Es war zu erwarten, dass viele Männer ausrasten. Sie haben auch keinen Schimmer, wie sich das anfühlt und wie stark die Schmerzen teilweise sind. Ich kann mich an manchen Tagen wirklich nicht gut auf die Arbeit konzentrieren», schreibt «Frau92».

Trotz den Versuchen, die monatlichen Schmerzen in Worte zu fassen, will die Mehrzahl der kommentierenden Betroffenen vor allem eines: mehr Verständnis. Leserin Vale erklärt: «Ich habe auch starke Schmerzen und dies fünf Tage im Monat. Trotzdem finde ich nicht, dass wir frei bekommen sollten. Ich wäre schon mit ein bisschen mehr Verständnis zufrieden!»

«Ich entscheide mich ebenfalls für den Masturbationsurlaub»

Nicht alle Leserinnen und Leser nehmen das Thema bitterernst. «Peter Parameter» beispielsweise scherzt: «Okay, ein Samenstau schmerzt auch. Ich als Mann hätte dann gerne Masturbations-Urlaub.» Kaum geschrieben, folgte die passende Antworte der Leserin «Mutze Bär»: «Also wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich auf den Mens-Urlaub verzichten und mich ebenfalls für den Masturbations-Urlaub entscheiden.»

Was halten Sie von dem Vorschlag, bezahlten Urlaub für die Tage der Menstruation einzuführen? Lesen Sie alle Lesermeinungen im Kommentarfeld und diskutieren Sie mit!

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