Aktualisiert 16.05.2010 23:55

Finalissima«...dann wurden wir beschossen»

Eigentlich hätten die FCB-Anhänger jeden Grund zum Feiern gehabt, doch das Sicherheitsdispositiv und die YB-Fans sorgten laut FCB-Fans für einen beissenden Abschied.

von
amc

FCB-Fan Patrick K. ist sauer: Trotz dem 2-0 seiner Mannschaft und dem Meistertitel konnte der Basler-Anhänger nicht ausgelassen feiern. Eigentlich hätten die Basler auf ihren Plätzen feiern sollen, bis die YB-Fans abgezogen sind, doch bereits vor den vom Speaker angekündigten 20 Minuten drängten die Sicherheitsleute die FCB-Anhänger von der Tribüne: «Es hiess, wir sollten raus aus dem Stadion und draussen warten», so der 28-Jährige. Doch statt man gemütlich aus dem Stade de Suisse herausgehen konnte, standen die Fans vor verschlossenen Türen. «Die Sicherheitsleute drängten uns von unseren Plätzen Richtung Ausgang, doch die Tore im Bauch des Stadions gingen erst nach den angekündigten 20 Minuten auf», so K. zu 20 Minuten Online.

«Draussen fing der Stress erst richtig an»

Endlich draussen fing der Stress erst richtig an, wie K. sagt: «Das Sicherheitsdispositiv und die Polizei pfärchten uns vor dem Stadion ein und von der Strasse bewarfen uns YB-Fans mit Steinen, dann griffen die Polizisten ein.» Die beidseitigen Provokationen der Fans wurden von der Polizei mit Gummischrott und Tränengas beantwortet. «Wir konnten weder raus noch weg – wir waren denen einfach ausgeliefert», sagt K. Nach seinem Ermessen wurde zu hart eingegriffen: «Es gab Provokationen beiderseits – hätte man die YB-Fans vom Gästesektor ferngehalten, wäre nichts passiert.»

Die Situation kurz nach dem Spiel vor dem Gästesektor der Basler:

Die Situation kurz nach dem Spiel vor dem Gästesektor der Basler:

Tatsächlich kam es ausserhalb des

Stadions nur zu wenigen Scharmützeln: Einige unverbesserlicher FCB-Anhänger und YB-Fans lieferten sich auf den Gleisen der Wankdorf-Station eine Auseinandersetzung. Die grosse Mehrheit der FCB-Fans zog ohne dass es zu Zusammenstössen mit der Polizei kam, ab.Dennoch musste die Polizei Wasserwerfe und Tränengas einsetzen, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Laut der Polizei gab es bei den Auseinandersetzungen mehrere Verletzte.

Bereits vor dem Spiel Probleme

Die Situation zwischen Sicherheitsdispositiv und FCB-Anhänger war bereits vor dem Spiel aus dem Ruder gelaufen: Im Fokus standen dabei die Sicherheitskontrollen zum Gästesektor. Die Basler monierten, dass rund 30 Minuten vor Spielbeginn immer noch nur zwei Eingänge offen standen für die Kontrolle der über 3000-FCB-Fans. Während die Fans länger und länger Schlange standen, spitzte sich die Lage zu: Nachdem einige Fans Richtung Eingang drängten, schlossen die Verantwortlichen die Eingänge, was zu einer Auseinandersetzung führte. FCB-Chaoten warfen dabei Bengalen Richtung Securitys - die Situation spitzte sich weiter zu.

Für FCB-Fan Patrick K. nur eine Folge der Einlassstrategie: «30 Minuten vor Spielbeginn zwei Eingänge bereitzuhalten, ist zu wenig», findet er. Es sei die gesamte Saison zu verfolgen gewesen, dass das Sicherheitsdispositiv sich zu wenig auf die Fan-Masse eingestellt habe und die FCB-Fans von Anfang an, mit Provokationen und härterem Durchgreifen der Polizei bestraft wurden. «Nach jedem Spiel stehen die FCB-Fans in schlechtem Licht, aber es sind eben nicht 300 Neuenburger, sondern tausende Fans, die ins Stadion wollen, da kann man nicht einfach die Tore schliessen oder mit hartem Durchgreifen für Ordnung sorgen.»

Immer wieder waren auch in Bern FCB-Anhänger zu beobachten, welche verhindern wollten, dass die Situation eskaliert. Sie stellten sich immer wieder zwischen Fan- und Polizeireihen um für Ordnung sorgen. Die Selbstkontrolle der Fans funktionierte aber nur begrenzt. Einer der Fans brachte die Situation auf den Punkt: «Es gibt immer wieder unverbesserliche und für die lohnt es sich nicht die Gesundheit aufs Spiel zu setzen.»

Irgendwann zog der Extrazug nach Basel aber dann ab: Gefeiert wurde aber erst spät. In Herzogenbuchsee bewarfen YB-Fans den Extrazug mit Feuerwerk und provozierten die Fans des neuen Schweizermeisters weiter. Immerhin: Es blieb bei den Provokationen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.