Elektroauto gebraucht kaufen - Darauf musst du bei  Elektro-Occasionen achten
Reichweite und Akkuladezeit gilt es bei einem Occasions-Elektroauto unbedingt zu prüfen.

Reichweite und Akkuladezeit gilt es bei einem Occasions-Elektroauto unbedingt zu prüfen.

Michael Lusk
Publiziert

EntscheidungsfaktorenDarauf musst du bei Elektro-Occasionen achten

Beim Kauf eines gebrauchten E-Autos gibt es einige Punkte zu beachten, damit dir nachher der Fahrspass nicht vergeht.

von
Michael Lusk / A&W Verlag

1. Die Reichweite

Bei einem konventionellen Verbrenner und auch einem neuen Elektroauto ist die Reichweite kein Thema mehr. Aber bei älteren E-Autos sollte die Reichweite mindestens die einfache Distanz zwischen Heim- und Arbeitsplatz plus einen Sicherheitspuffer umfassen – vorausgesetzt, es gibt eine Lademöglichkeit am Arbeitsplatz. Zudem sollte man sich nicht zu sehr auf die Angaben im Prospekt verlassen. Diese Prüfstandwerte sind oft unter Idealbedingungen gemessen worden und können in der Praxis im Extremfall auch mal halb so weit ausfallen.

2. Die Ladezeit

Fährt man regelmässig grössere Touren (auch weiter als die Fahrzeugreichweite), ist eine Schnellladefunktion (DC/Direct Current, Gleichstrom) sinnvoll. Beim Laden an Wechselstrom (AC/Alternating Current) ist der Typ-2-Stecker europaweit Standard. Ältere Stromer mit Typ-1-Steckanschluss können jedoch mit einem Adapterkabel an öffentlichen Ladestationen aufgeladen werden. Dennoch mehrere Stunden an einer Raststätte zu verbringen, macht wohl auch dem grössten E-Enthusiastinnen und -Enthusiasten keinen Spass.

Das Tesla Model S ist schon seit 2013 auf dem Markt.

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Michael Lusk
Gerade im Winter kann bei älteren Modellen die Reichweite sinken.

Gerade im Winter kann bei älteren Modellen die Reichweite sinken.

Michael Lusk
Je nach Ladegeschwindigkeit dauert das Nachladen oft eine gefühlte Ewigkeit.

Je nach Ladegeschwindigkeit dauert das Nachladen oft eine gefühlte Ewigkeit.

Michael Lusk

3. Der Zustand der Batterie

Da die Antriebsbatterie beim E-Auto das teuerste und verschleissträchtigste Bauteil ist, sollten Occasionskäufer darauf besonders achten. Und zwar auf den «State of Health», wie es der E-Mobilitätsexperte Marco Piffaretti nennt. Leider kann man diesen nicht einfach so auslesen. Er lässt sich aber beispielsweise auf einem Prüfstand ermitteln. Dabei lohnt es sich zu prüfen, ob die Batteriespannung mehr als erwartet sinkt, wenn man beispielsweise abrupt beschleunigt.

4. Die ausgiebige Testfahrt

Ganz wichtig ist, wie bei einem normalen Auto, auch eine Probefahrt, idealerweise innerorts, ausserorts und auf der Autobahn. Für einen Reichweitentest sollte das Fahrzeug vollgeladen und der Bordrechner auf null gestellt sein. Das jeweilige Fahrprofil – sportlich oder defensiv – gibt dann realistisch Auskunft. Wurde beispielsweise für 50 Kilometer Strecke die halbe Ladung verbraucht, sind bei voller Batterie auch nur etwa 100 Kilometer zu erwarten, selbst wenn das Fahrzeug 130 Kilometer oder mehr Reichweite anzeigt.

5. Der Preis

Last but not least gibt natürlich das liebe Geld den Ausschlag. Noch stärker als bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen steht dabei nicht nur der Kaufpreis im Mittelpunkt. Auch die laufenden Kosten sollten genau durchgerechnet werden. Denn je nach Kanton und Besteuerung wird aus einem vermeintlichen Schnäppchen ganz schnell ein teures Vergnügen.

Hast du schon einmal ein gebrauchtes E-Auto erworben? Welche Erfahrungen hast du beim Kauf gemacht? Teile deine Tipps mit uns und hinterlasse einen Kommentar.

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