Grow up - Darauf solltest du bei gesetzlichen Ruhezeiten achten
Publiziert

Grow upDarauf solltest du bei gesetzlichen Ruhezeiten achten

Es ist so eine Sache mit dem Lärm, denn nicht alles lässt sich gesetzlich festlegen. An gewisse Regeln muss man sich halten, in Ausnahmefällen ist aber auch mal Toleranz gefragt.

von
Fabian Pöschl

Ausgeglichene Arbeits- und Ruhezeiten sind Teil des Gesundheitsschutzes und sollen bis zu einem gewissen Grad das Leben in einer sozialen Gemeinschaft regeln. Die Regelungen hierzu unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. Vielerorts gilt jedoch zwischen 20 oder 22 Uhr und sechs oder sieben Uhr (und mittags von zwölf bis 13 Uhr) sowie an Sonn- und Feiertagen (ganztags) die sogenannte Ruhezeit. Während dieser Zeit musst du von Gesetzes wegen auf deine Nachbarn Rücksicht nehmen.

Doch das Gesetz kann in dieser Sache nicht alles gänzlich regeln: Was gerechtfertigter Lärm ist und wo die Toleranzgrenze überschritten wird, lässt sich nicht immer klar feststellen. Nachbarschaftliche Lärmregelungen werden allenfalls noch über die jeweilig geltende Hausordnung weiter definiert. Darüber hinaus müssen die Parteien untereinander geeignete Kompromisse finden.

Deine Rechte:

  • Sollten bei regelmässigem Strassen- oder Baulärm gewisse Immissionswerte erreicht werden, kannst du dich an deine Wohngemeinde oder direkt an die Verursacherin oder den Verursacher wenden. Die Zuständigkeiten sind wie folgt geregelt: Der Kanton ist bei Kantonsstrassen zuständig, der Bund bei Nationalstrassen und Transportunternehmen wie SBB oder die BLS bei Bahnlärm.

  • Solltest du dich in deinem direkten Umfeld gestört fühlen, kannst du dich an die lokale Polizeibehörde wenden. Bedenke aber, dass dieser Schritt nicht unbedingt zu einem guten Nachbarschaftsverhältnis beiträgt. Genauso wenig tun dies aber auch regelmässige Partys und zu lautes Musikhören. Sachliche Gespräche, mit dem Ziel zum Kompromiss, sind hier grundsätzlich die zielführendere Methode.
    Sollte das direkte Gespräch mit der Nachbarspartei keine Besserung bringen, kannst du bei der Vermieterin oder beim Vermieter auch schriftlich die Beseitigung der Störung (innert angemessener Frist) verlangen.

  • Bauprojekte in der Nachbarschaft können ganz schön ärgerlich sein. Gegen diese kannst du bei der Gemeinde zwar Einsprache erheben, diese muss jedoch ausreichend begründet werden. Gewisse Lärmimmissionen musst du, solange die gesetzlichen Ruhezeiten eingehalten werden, grundsätzlich dulden.

Worauf du achten solltest:

  • Versuche, dich bestmöglich an die geltenden Ruhezeiten zu halten. Hier berufen sich die Behörden bei der Regelung vor allem auf das Solidaritätsprinzip. Entsorge also Altglas und Dosen nicht an Sonn- oder Feiertagen oder staubsauge auch deine Wohnung nicht um Mitternacht. Sollten Reinigungsarbeiten auf Sonn- und Feiertage fallen, solltest du die Lärmimissionen so gering wie möglich halten und beispielsweise mit geschlossenem Fenster staubsaugen.

  • Sei dir bewusst, dass nicht alle denselben Rhythmus haben wie du. Immer nur darauf zu pochen, dass du deine Ruhezeiten ohne Kompromisse für dich beanspruchen kannst, verhärtet nur die Fronten.

  • Sollte ein Lärmstreit dennoch eskalieren, kann eine professionelle Schlichterin oder ein professioneller Schlichter hinzugezogen werden. Wenn man einen Wegzug verhindern möchte, kann dies eine sehr zielbringende Lösung sein.

Das oberste Gebot: Rücksicht nehmen und auch mal tolerant sein. Das Zusammenleben mit anderen erfordert Geduld, aber manchmal auch Kompromisse.

Schon Mitte 20 aber noch immer nicht wirklich im Erwachsenenleben angekommen? No need to panic! «Grow Up» beantwortet dir alles, was du spätestens mit 30 wissen musst. Seien es Fragen zur Karriere, dem Umgang mit Geld oder den Behörden: Hotel Mama war gestern. Sende deine Frage an: grow.up@20minuten.ch

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

3 Kommentare