28.06.2020 11:42

GROW UP

Darauf solltest jetzt du bei der Wohnungssuche achten

Trotz einer erhöhten Anzahl an freien Wohnungen herrscht vor allem in den Schweizer Städten noch immer Wohnungsnot. Hierauf solltest du achten, wenn du zurzeit eine neue Bleibe suchst.

Die Corona-Krise hat ihre Spuren hinterlassen: Wie Frédéric Papp, Immobilienexperte bei Comparis, erklärt, beobachtet man im schweizerischen Wohnungsmarkt zurzeit eine erhöhte Spardisziplin. «Es ist damit zu rechnen, dass weniger gezügelt wird», so Papp. In der Regel verlängert sich auch die Suche nach einer neuen Bleibe, da im Internet ausgeschriebene Mietpreise häufig diejenigen von schon länger bestehenden Mietverträgen übersteigen.

Zu beobachten ist vor allem eine verstärkte Nachfrage nach Wohnungen in Städten und Agglomerationen, was vor allem auch für Studierende auf der Suche nach günstigen Wohnräumen eine grosse Hürde darstellt. Weitere Problemfaktoren sind laut Papp auch längere Ausbildungszeiten, die das Budget vieler Studenten zusätzlich einschränken.

Hier einige Tipps, die du bei der Wohnungssuche unbedingt befolgen solltest:

• Grenze deine Suche ein. Überlege dir im Vorfeld, was auf jeden Fall sein muss und worauf du vielleicht verzichten könntest. Kompromisse sind vor allem bei der Wohnungssuche nötig, alles kann man im Normalfall nicht haben.

• Von der Bewerbung bis zur möglichen Zusage verstreichen jeweils mehrere Wochen. Versuche also, Zeitdruck zu vermeiden, und beginne frühzeitig mit der Suche.

• Mundpropaganda: Erzähle einfach möglichst vielen Menschen in deinem Umfeld von deiner Suche. Der Freund einer Freundin kennt meistens jemanden, der jemanden kennt. Auch ein Facebook- oder Insta-Post kann Wunder bewirken, da du hier enorm viele Menschen erreichst. Auf diese Weise befindest du dich oft schon in der Pole-Position, da dich deine Freunde weiterempfehlen können.

• Checke auf der Suche nach einem WG-Zimmer neben einschlägigen Suchportalen auch Anschlagbretter der Hochschulen. Dort sind nicht selten richtige Schnäppchen zu finden.

• Wenn der Umzug noch etwas Zeit hat, kannst du dich bei Baugenossenschaften und Immobilienverwaltungen auf die Warteliste setzen lassen.

• Gib Alternativen eine Chance! Lass dich von Bekannten hinsichtlich Wohnlage nicht allzu sehr beeinflussen. Vielleicht findest du eine günstige Bleibe an der Toplage von morgen!

• Tausche deine Wohnung! Was merkwürdig klingt, ist in einigen Grossstädten schon länger möglich: Um einen Tapetenwechsel voranzutreiben, kannst du mit anderen Suchenden einfach die Wohnung tauschen (https://www.tauschwohnung.com/).

• Vergleiche Preise: Vergleichsportale wie Comparis.ch bieten einfache Übersichten über die Mietpreise sowie Preisentwicklungen auf dem Wohnungsmarkt an.

• Vorsicht bei Angeboten mit Gratismonatsmieten. Mit solchen Angeboten locken Immobilienbesitzer, um Wohnungen loszuwerden und dich an Verträge mit Mindestmietdauer zu binden.

• Versuche, mit deiner Bewerbung möglichst herauszustechen. Dies gelingt bereits mit einem freundlichen Foto und einer kurzen persönlichen Präsentation. Melde dich auch proaktiv beim Vermieter und erkundige dich nach der aktuellen Situation, so bleibst du in Erinnerung.

In den Schweizer Städten herrscht nach wie vor Wohnungsnot, doch es gibt laut Papp auch Hoffnung: Die dank der Krise zurückgegangenen Umzüge und höheren Leerstandsquoten aufgrund geringerer Zuwanderung sowie erhöhter Bautätigkeit drücken auf die Preise. «Es ist damit zu rechnen, dass sich die Angebotsmieten in den kommenden Monaten rückläufig entwickeln werden», so Papp weiter.

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10 Kommentare
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Lasst euch

29.06.2020, 09:18

Nichts aufquatschen von wegen es sei normal, dass die Wohnungen so teuer sind hier, usw. Ja, ich hab mich bequatschen lassen. Völlig überteuert und nun ist die Verwaltung und der Eigentümer Konkurs. Super.

Sandmatt 4

29.06.2020, 06:34

Unbedingt noch zu beachten wäre folgendes: Ist der Vermieter ein pensionierter "Hinterhof- und Garageverwalter", der sein eigenes Mietrecht zusammenbrettelt? Nachbarschaft checken! Einen Gang durch's Treppenhaus und Blick an die Namensschilder genügt.

Roger

29.06.2020, 00:22

Damit du in Zukunft bessere Chancen hast, eine Wohnung zu finden, solltest du am 27. September Ja zur Begrenzungsinitiative sagen. Zehntausende Zuwanderer in die Regionen, wo die Arbeitsplätze sind, belasten den dortigen Wohnungsmarkt, treiben die Mieten in die Höhe und fördern das Pendeln über weite Strecken.