3 mit Sex - «Darf ich dich beim Sex Papa nennen?»
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3 mit Sex«Darf ich dich beim Sex Papa nennen?»

Lars ist überfordert mit dem neuen Turn-on seines Partners. Auf keinen Fall will er beim Sex an seinen Vater denken.

von
Lars
Zora Schaad
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Timon stöhnt beim gemeinsamen Liebesspiel nicht Lars’ Namen, sondern die Worte «Papa». Für Lars der Abtörner schlechthin. 

Timon stöhnt beim gemeinsamen Liebesspiel nicht Lars’ Namen, sondern die Worte «Papa». Für Lars der Abtörner schlechthin.

Illu: Anna Deér
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér
Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.
Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Lars und Timon sind seit letztem Winter zusammen.

  • Doch dann nennt Timon ihn beim Sex plötzlich «Papa» – und das mehrfach!

  • Bei Lars ist sofort tote Hose. Doch was soll er tun?

  • Richtig, mit Timon darüber sprechen.

Nach einer durchzechten Nacht mit Ella und Bruce wache ich neben Timon auf. Timon und ich sind seit letztem Winter ein Paar. Unsere Beziehung hat sich zwischen Seitensprüngen und sexueller Verweigerung eingependelt. Wir haben es gut.

Es ist ruhig in unserer WG. Ella und Bruce schlafen noch ihren Gin-Tonic-Rausch aus. Timon liegt mit dem Rücken zu mir. Ich betrachte den Bogen seines Schulterblatts und fange an, ihn zu streicheln. Timon schnauft und dreht sich zu mir um. Wir schauen uns in die Augen und küssen uns.

«Ich fake einen Orgasmus, bevor ich schlaff werde»

Es ist anders als sonst. Intensiver: Der Geruch von Timons Schweiss, die Hitze des Sommers, das Morgenlicht im Schlafzimmer. Wir umschlingen uns. Timon schaut mich verliebt an. «Ja, mach weiter» und «Ja, Schatz. Es fühlt sich so gut an.» Timons Worte spornen mich an. Vor dem Höhepunkt werden unsere Bewegungen schneller. Timon: «Ja. Ja. Jaaa. Papa. Ich komme! Oh Papa!» Und dann nur noch «Papa, Papa, Papa …». Wie bitte? Papa?! Ich schaue Timon entgeistert an, mache aber brav weiter. Ein Bild meines Vaters, der oben ohne seine Nippel streichelt, taucht in meinem Kopf auf. Ich kann grad noch einen Orgasmus faken, bevor ich endgültig schlaff werde.

Nach dem Sex liegt Timon auf dem Rücken und schwärmt «Das war super!». Mit einem «Mhm» täusche ich geistige Abwesenheit vor. Ich weiss, in welche Richtung das Gespräch gleich umschlägt. Ich höre, wie Ella in der Küche die Kaffeemaschine anschaltet. «Für dich auch?», will Timon wissen.

«Mich törnt es an, mir vorzustellen, dass du mein Vater bist …»

Nachdem ich mich von Timon verabschiedet habe, trinke ich mit Ella einen Kaffee. «Und du hast ihm nicht gesagt, dass es ein Turn-off für dich war?», will sie wissen. «Nein. Ich konnte es nicht richtig einordnen. Es kam so überraschend.» Wir diskutieren, ob ich dem Papa-Komplex eine Chance geben soll. «Vielleicht gewöhnst du dich daran. Oder es gefällt dir sogar mit der Zeit», zwinkert mir Ella zu. Ich bin unschlüssig. Bruce kommt in die Küche und zündet sich eine Zigarette an. «Aber macht ja auch keinen Sinn, sich auf etwas einzulassen, worauf man schon im Vorhinein keine Lust hat», bemerkt er, als er die Zigarette im Blumentopf-Aschenbecher auf dem Fensterbrett ausdrückt.

Ich versuche immer noch, die Nippel meines Vaters auszublenden, als ich Timon am nächsten Abend treffe. Wir teilen uns ein Dosenbier und quatschen. Timon ist vom Bier schon etwas angeheitert und erzählt mir irgendeine Geschichte von seinem Tag. Irgendwann fasse ich mir ein Herz und unterbreche ihn. «Ich bin mir nicht sicher, ob ich beim Sex Papa genannt werden will. Ich will beim Sex nicht an meinen Vater denken. Und auch nicht an deinen», platzt es aus mir heraus.

Timon mustert mich ernst, bevor er loslacht. «Haha, aber es geht doch gar nicht um unsere richtigen Väter, es geht um das Rollenverhältnis. Irgendwie turnt es mich an, mir beim Sex vorzustellen, dass du mein Vater bist. Mich reizt der Tabubruch. Ich denke dabei nicht an meinen oder deinen Vater. Und überhaupt: Hast du keinen heimlichen Turn-on, den du mal ausprobieren willst?» Ich überlege. «Könntest du mir mal die Zunge ins Ohr stecken und dabei ‹mmmh› sagen?» Wir lachen beide. Timon eher etwas verunsichert, ich dagegen extra laut, um die Peinlichkeit der Situation zu überspielen.

«Ich dachte immer, wir wären unverklemmt und weltoffen»

Eigentlich krass. Ich hatte schon zig mal Sex mit Timon. Aber das Thema Turn-Ons war trotzdem bisher tabu in unserer Beziehung. Dabei sehen wir uns als unverklemmt und weltoffen. Der Sex hat sich halt eben «einfach so eingependelt» – wie unsere gesamte Beziehung.

Ich habe mich entschieden, über meinen Schatten zu springen und meinen und Timons Bedürfnissen gerecht zu werden. Soll er mich doch Papa nennen. Hauptsache, er steckt mir die Zunge ins Ohr.

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Hier findest du Hilfe:

Lilli.ch, Onlineberatung

Tschau, Onlineberatung

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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