Darf ich in Frankreich nicht rauchen im Auto?

Auf europäischen Strassen gelten teilweise andere Vorschriften als in der Schweiz – etwa beim Thema Rauchen am Steuer.

Auf europäischen Strassen gelten teilweise andere Vorschriften als in der Schweiz – etwa beim Thema Rauchen am Steuer.

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Publiziert

Hohe BusseIst Rauchen im Auto in Frankreich wirklich verboten?

In der Regel gelten auf europäischen Strassen dieselben oder ähnliche Vorschriften wie in der Schweiz. Doch nicht in allen Fällen. Der AGVS kennt die Details.

von
Jürg A. Stettler, AGVS

Frage von Peter ans AGVS-Expertenteam

Wir fahren bald mit unserem Auto in die Ferien. Gibt es dabei etwas Spezielles zu beachten? Meine Kollegen haben mich beispielsweise davor gewarnt, in Frankreich im eigenen Auto zu rauchen, weil dies verboten sei. Ist das wirklich wahr? Und womit könnte ich mir sonst noch eine unnötige Busse einbrocken?

Antwort

Lieber Peter,

Einige grundlegende Sachen sollte man beachten, egal, wohin es mit dem Auto in die Ferien geht. So lohnt es sich beispielsweise, die Kartendaten des Navigationsgeräts aktualisieren zu lassen. Dann ist es sicherlich angebracht, die Autoapotheke und ihren Inhalt zu kontrollieren – Abgelaufenes ersetzen und zur Neige gehende Medikamente aufstocken. Zudem lohnt es sich, zu schauen, wo genau die Warnwesten und das Pannendreieck schon wieder verstaut waren und ob für den Fall der Fälle noch ein europäisches Unfallprotokoll und die grüne Versicherungskarte im Handschuhfach vorhanden sind.

Und wie du schon angesprochen hast, ist es natürlich ratsam, sich mit den wichtigsten Verkehrsregeln im Reiseland vertraut zu machen. Das schont die Nerven und das Ferienbudget, schliesslich gibt es nichts Ärgerlicheres als eine leicht vermeidbare Busse. Und dein Kollege hat tatsächlich recht. Es gilt teilweise ein Rauchverbot im Auto. Dieses gilt zum Beispiel in Belgien und in Frankreich. Und wenn Personen unter 18 Jahren im Auto sind, kann ein Verstoss dagegen locker 130 Franken kosten. In Griechenland ist es sogar noch teurer. Wenn sich hier Kinder unter zwölf Jahren im Fahrzeug befinden, darf im Auto nicht geraucht werden. Tut man es doch und wird erwischt, kostet dies bis zu satten 1500 Franken Bussgeld.

Wenn sich hier Kinder unter 12 Jahren im Fahrzeug befinden, darf im Auto in Griechenland nicht geraucht werden.

Jürg A. Stettler, AGVS

Wer sein Ferienbudget nicht unnötig belasten will, sollte sich zudem an die unterschiedlichen Tempolimits halten. Wir sind in der Schweiz üppige Tempobussen gewohnt, aber auch im hohen Norden, etwa in Norwegen, wird man tüchtig zur Kasse gebeten. Wer hier mit etwa 20 km/h zu schnell unterwegs ist, muss mit Bussgeldern von mindestens 480 Franken rechnen. Tagsüber gilt im Norden trotz Mitternachtssonne und scheinbar ewig hellen Tagen zudem auf allen Strassen die Pflicht, mit eingeschaltetem Abblendlicht zu fahren. Hält man sich nicht daran, werden in Dänemark 1000 Kronen beziehungsweise rund 135 Franken fällig, in Estland sind es rund 190 Franken oder in Norwegen gar rund 195 Franken. Auch in Italien gilt eine Lichtpflicht, allerdings nur auf Autobahnen und ausserorts. Zudem ist hier ein Verstoss günstiger, aber mindestens 42 Franken kostet es trotzdem.

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Zu einem teuren Spass können auch die unterschiedlichen Umweltzonen werden, wenn man sie ohne passende Vignette befährt. Es gibt diverse in Deutschland, aber auch viele französische Städte wie Paris, Grenoble oder Lyon kennen sie. Hier braucht es die sogenannte «Crit’Air»-Vignette, die gut sichtbar am Auto angebracht werden muss. Belgien kennt Umweltzonen für Antwerpen und Brüssel und bei Verstössen werden hier Bussgelder zwischen 150 und 300 Franken fällig.

Bussen von ausländischen Behörden zu ignorieren, kann bis zu einem Eintrag ins Fahndungssystem des jeweiligen Landes führen.

Jürg A. Stettler, AGVS

Es ist ausserdem ratsam, allfällige Bussen von ausländischen Behörden nicht einfach zu ignorieren und zu bezahlen. Denn «Versäumnisse» können bis zu einem Eintrag ins Fahndungssystem des jeweiligen Landes führen, in dem das Vergehen begangen wurde, und eine Einreiseverweigerung oder Rechnungen mit hohen Mahngebühren zur Folge haben. Informationen zu weiteren Verkehrsvorschriften, die im Ausland gelten, findest du übrigens auch auf den Webseiten des TCS und des ACS.

Gute Fahrt!

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Der AGVS ist der Verband der Schweizer Garagisten. 4000 Betriebe mit 39'000 Mitarbeitenden (darunter 9000 Nachwuchskräfte in Aus- und Weiterbildung) sorgen dafür, dass wir sicher, zuverlässig und energieeffizient unterwegs sind. Und dieses Expertenteam sorgt für Durchblick: Markus Aegerter (Handel und Dienstleistungen), Olivier Maeder (Bildung), Markus Peter (Technik und Umwelt) und AGVS-Juristin Olivia Solari (Recht).

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