Aktualisiert 25.08.2015 13:28

Lieber Phil GeldDarf ich überall Feuer machen und bräteln?

Patrick (20) geht fast jedes Wochenende mit Freunden zum Grillieren in den Wald oder auf Wiesen. Ist das erlaubt?

Auf dem Zürcher Sechseläutenplatz ist bräteln nur nach dem Verbrennen des Bööggs erlaubt. In der Schweiz sind Feuerstellen regional geregelt.

Auf dem Zürcher Sechseläutenplatz ist bräteln nur nach dem Verbrennen des Bööggs erlaubt. In der Schweiz sind Feuerstellen regional geregelt.

Lieber Phil Geld

Ich gehe an Wochenenden so oft wie möglich mit Freunden in den Wald oder auf grosse Wiesen, um zu grillieren. Neulich hat uns ein Freund erzählt, dass es nicht erlaubt sei, in der Natur ein Feuer zu entfachen, wo keine offizielle Feuerstelle sei. Stimmt das? Wie erkennen wir, ob es sich um eine offizielle Feuerstelle handelt?

Lieber Patrick

Auf Bundesebene gibt es kein Gesetz, das das Feuermachen in der Natur grundsätzlich verbieten würde. Weder in der eidgenössischen Wald-, Jagd-, noch Naturschutzgesetzgebung gibt es ein ausdrückliches Feuerverbot. Folglich kann grundsätzlich überall Feuer gemacht werden. Trotzdem gibt es einige Einschränkungen und Regeln zu beachten.

Kantone sowie Gemeinden können Picknick-Feuer an bestimmten Plätzen verbieten, z. B. in Naturschutzgebieten. Oft stellen die Gemeinden dort aber geeignete Feuerstellen zur Verfügung. Besteht allerdings in einem Gebiet aufgrund erhöhter Temperaturen Waldbrandgefahr – so wie diesen Sommer –, ist das Feuermachen untersagt. Du kannst dich vorab auf der Seite des Bundesamtes für Umwelt über die aktuelle lokale Gefahrensituation informieren.

Leider erkennt man als Laie eine offizielle Feuer- beziehungsweise Grillstelle nicht immer ganz einfach. Meist weist eine gewisse Infrastruktur mit vorhandenem Holz, Rost oder Stühlen und Tischen darauf hin. Willst du allerdings sichergehen, dass es sich um eine offizielle Feuerstelle handelt, kannst du auf der Internetseite von der «Schweizer Familie» nach einer geeigneten offiziellen Feuerstelle suchen. Inzwischen gibt es auf Initiative von der «Schweizer Familie» schweizweit über 500 Feuerstellen.

Zu beachten ist, dass das Verbrennen unzulässiger Materialien im Freien zu erheblichen Emissionen verschiedener Luftschadstoffe führt. Darum ist das Verbrennen von Abfällen im Freien in der Schweiz grundsätzlich untersagt. Unter Abfällen versteht man alle beweglichen Sachen, deren sich der Besitzer entledigen will oder deren Verwertung, Unschädlichmachung oder Beseitigung im öffentlichen Interesse geboten ist (Art. 7 Abs. 6 des Umweltschutzgesetzes). Dazu gehört insbesondere alles Holz, das nicht als Holzbrennstoff gemäss Anhang 5 Ziff. 3 Abs. 1 der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) gilt.

Eine Ausnahme davon besteht einzig für trockene, natürliche Abfälle aus Wald, Feld und Garten, sofern dadurch keine übermässigen Emmissionen entstehen. Bei Nichteinhalten der geltenden Vorschriften kann eine Strafanzeige erfolgen.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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