Aktualisiert 10.04.2014 14:10

Spielen mit StilDarf mein Kind Vorwand zum Gamen sein?

Unsere Gamestil-Beraterin sagt, was zum guten Ton beim Gamen zählt. Zum Beispiel: Darf ich meine Kinder als Grund vorschieben, um selber zu spielen?

von
Julie Neo
Unsere Gamestil-Expertin Julie Neo sagt: «Väter dieser Erde, steht zu eurer Leidenschaft - dem Gamen!»

Unsere Gamestil-Expertin Julie Neo sagt: «Väter dieser Erde, steht zu eurer Leidenschaft - dem Gamen!»

Julie Neo: Selbstverständlich! Zocken gehört zur wichtigsten Nebensache der Welt. Deshalb sind alle Mittel erlaubt, um dem Hobby zu frönen. Zudem: Welches Kind will nicht einen Vater, der die Daddelkiste aus dem Effeff zu bedienen weiss und im Videospiel «Fifa» ein Tor nach dem anderen schiesst? Der Stolz darüber ist gegenseitig und das Kind kann damit sogar in der Schule auftrumpfen.

Ein unvergessliches Erlebnis dürfte es auch sein, Seite an Seite mit dem starken Papa in den Krieg zu ziehen und bis an die Zähne bewaffnet die virtuellen Feinde vom Bildschirm zu wischen. Das beste Argument für den Daddy: Es ist doch des Erzeugers Aufgabe, seinen Nachwuchs mit dem nötigen Werkzeug auszurüsten, um sich im auch im echten Kampf des Lebens durchzuschlagen! Ziehen Sie also mit Ihren Sohn ruhig in den binären Krieg.

Was es heisst, sich im richtigen Leben durchzuschlagen, hat nämlich auch der Zocker-Vater erlebt: Im Alter von zwanzig Jahren muss er einen Bachelor haben, fünf Sprachen beherrschen, siebenmal um die Welt gereist sein, im Militär geführt haben und über zehn Jahre Berufserfahrung verfügen. Die Mutter sitzt ihm mit Enkelwunsch im Nacken und ehe er sich versieht, bleibt ihm nur noch, sein inneres Kind an die Nachkommen zu vererben. Verstehen Sie es als Fingerzeig an eine Gesellschaft, die die Männer in ihrem natürlichen Habitat, dem Spielen, unterdrückt.

In diesem Sinn: Väter dieser Erde, steht zu eurer Leidenschaft, dem Gamen! Das Leben ist zu kurz, um dem Kind beim Steuern eines nervigen Schwammes namens Sponge Bob zuzuschauen. Besser, Sie spielen zusammen mit ihrem Sprössling etwas, das fürs Leben schult. Wie zum Beispiel die Welt retten in «Call of Duty». Für alles andere wäre das Geld zu schade.

Herzlich, Ihre Julie Neo

Julie Neo

Ab sofort erklärt unsere Gamestil-Expertin Julie Neo in regelmässig erscheinenden Kolumnen, was beim Spielen zum guten Ton gehört und was Sie, liebe Gamefans, besser unterlassen sollten. Möchten auch Sie zum Gamer mit Stil werden? Posten Sie Ihre Stilfrage an Julie Neo bei den Leserkommentaren.

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