Lieber Phil Geld: Darf unser Nachbar eine Eibenhecke pflanzen?
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Lieber Phil GeldDarf unser Nachbar eine Eibenhecke pflanzen?

Der Nachbar von Corinne (32) hat eine Eibenhecke gepflanzt. Diese Pflanze ist giftig. Darf er Eiben pflanzen, obwohl Lisa mehrere kleine Kinder hat?

In welchem Abstand zur Grundstücksgrenze der Nachbar eine Hecke pflanzen darf, ist in jedem Kanton unterschiedlich geregelt. Eine Regelung bezüglich Giftigkeit der Heckenpflanze gibt es nicht.

In welchem Abstand zur Grundstücksgrenze der Nachbar eine Hecke pflanzen darf, ist in jedem Kanton unterschiedlich geregelt. Eine Regelung bezüglich Giftigkeit der Heckenpflanze gibt es nicht.

Lieber Phil Geld

Ungefähr einen halben Meter von unserem Gartenhag entfernt hat unser Nachbar eine Hecke mit Eiben gepflanzt. Darf er giftige Pflanzen so nahe an unserem Grundstück pflanzen, obwohl wir mehrere kleine Kinder haben?

Liebe Corinne

In welchem Abstand zur Grundstücksgrenze der Nachbar eine Hecke pflanzen darf, ist in jedem Kanton unterschiedlich geregelt. Artikel 688 des Zivilgesetzbuches befugt die Kantone, die Abstände zum nachbarlichen Grundstück vorzuschreiben. Im Kanton Zürich beispielsweise dürfen kleinere Zierbäume, Zwergobstbäume und Sträucher nicht näher als 60 Zentimeter an die nachbarliche Grenze gepflanzt werden. (Einführungsgesetz zum ZGB, Paragraf 169).

Überdies darf ihre Höhe nicht mehr als die doppelte Entfernung zur Grenze betragen, also 1,2 Meter. Im Kanton Bern muss der Abstand zur Grenze einen halben Meter betragen und die Sträucher dürfen zwei Meter hoch werden (EG ZGB, Paragraf 79). Eine Auflistung zu den verschiedenen kantonalen Regelungen findet sich auf der Beobachter-Website.

Eine Regelung, die über die Grösse der Pflanze hinausgeht, existiert nicht. Der Nachbar darf selber entscheiden, welche Pflanzen er auf seinem eigenen Grundstück pflanzt. Aus rechtlicher Sicht muss er dabei auf deine Kinder keine Rücksicht nehmen. Aber ein Gespräch mit ihm könnte eventuell helfen, dass er freiwillig in eine andere Bepflanzung einwilligt.

Dass sich Kinder an der Eibenhecke selbst vergiften, ist eher unwahrscheinlich. Die giftigen Nadeln schmecken sehr bitter und werden von Kindern deshalb normalerweise wieder ausgespuckt. Der fleischige Teil der roten Beeren - der für Kleinkinder verlockendste Teil der Eibe - ist ungiftig. Und der schwarze Kern in den roten Beeren muss zerkaut werden, um giftig zu wirken.

Freundlich grüsst

Phil Geld

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