Aktualisiert 01.08.2006 20:21

Darfur: Amnesty erhebt schwere Vorwürfe gegen Rebellen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Rebellen in der sudanesischen Unruheprovinz Darfur vorgeworfen, zahlreiche Zivilisten gezielt getötet und vergewaltigt zu haben.

Die Gruppe Minni Arcua Minnawi habe als Teil des grössten Rebellenbündnisses SLA auf diese Weise die Bevölkerung zwingen wollen, ihren Widerstand gegen das im Frühjahr ausgehandelte Friedensabkommen aufzugeben.

Die SLA hatte als grösste und einzige der drei Rebellen- Fraktionen das Abkommen unterzeichnet. Zehntausende Bewohner Darfurs lehnen es hingegen ab, weil es nach ihrer Ansicht nicht weit genug geht.

Minnawi hätte die Angriffe auf die Zivilbevölkerung Anfang Juli in dem Ort Korma ausgeführt, erklärte Amnesty am Dienstag. Etwa 72 Menschen seien getötet und 103 verletzt worden. 39 Frauen wurden demnach vergewaltigt. Die 8000 Bewohner Kormas seien allesamt aus dem Ort geflohen.

Seit Unterzeichnung des Abkommens wurde den Minnawi-Rebellen bereits mehrmals vorgeworfen, Bewohner Darfurs einzusperren und zu foltern, um sie so ihre Zustimmung zu erzwingen. Minnawi hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Trotz des Abkommens ist Darfur nicht zur Ruhe gekommen. In der Provinz kämpfen seit 2003 die Rebellen gegen die Regierung. Zehntausende Menschen kamen in dem Konflikt ums Leben, mehr als 2,5 Mio. Menschen mussten ihren Heimatorte verlassen. (sda)

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