Darfur-Friedensplan gescheitert
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Darfur-Friedensplan gescheitert

Zwei der drei mit Regierungsvertretern und Vermittlern der Afrikanischen Union (AU) verhandelnden Rebellengruppen erklärten in Abuja, sie würden den vorgeschlagenen Friedensplan nicht unterzeichnen.

Ein Sprecher der grössten Rebellengruppe Sudanesische Befreiungsarmee, Abdelwahid Mohammed el Nur, sagte in der nigerianischen Hauptstadt: «Wir werden nicht unterschreiben.» Auch die kleinere Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit teilte mit, sie werde das Friedensabkommen nicht unterzeichnen. Sie verlange vor allem den Posten eines zweiten Vizepräsidenten für sich, sagte ihr Chefunterhändler Ahmed Tugod.

Die Friedensverhandlungen waren in Abuja nach Mitternacht über eine von der AU gesetzte Frist hinaus fortgesetzt worden, ihrem Friedensplan zuzustimmen. Die Regierung in Khartum hatte zuvor Zugeständnisse an die Rebellen signalisiert. Dabei ging es unter anderem um eine schnellere Entwaffnung der arabischen Dschandschawid-Milizen, denen schwere Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen werden.

Der Vermittler der AU, Salim Ahmed Salim, hatte am Dienstagabend die Frist erneut verlängert, in der die Konfliktparteien dem Entwurf zustimmen sollten. Auf die Frage, was im Fall eines Scheiterns der Gespräche geschehe, sagte er: «Das Morden wird weitergehen, das Leid und all die Zerstörung». Die seit drei Jahren anhaltende Gewalt in der westsudanesischen Region Darfur hat bislang rund 200.000 Menschen das Leben gekostet. Rund zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht. (dapd)

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