Darfur-Gespräche verlaufen im Sand
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Darfur-Gespräche verlaufen im Sand

Bemühungen um ein Ende der Gewalt in der Region Darfur im West-Sudan haben am Wochenende in Libyen einen Rückschlag erlitten.

Einige der wichtigsten Rebellengruppen blieben den in Libyen organisierten Friedensgesprächen mit der Zentralregierung aus Khartum fern.

Damit lief der erste Schlichtungsversuch seit gut einem Jahr - angestossen von der UNO und der Afrikanischen Union (AU) - ins Leere. Auch die Ankündigung der sudanesischen Führung, in Darfur ab sofort einseitig die Waffen niederzulegen, stiess auf wenig Resonanz unter den wenigen Teilnehmern der Gesprächsrunde in Sirte. Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Ghaddafi sprach von einem Scheitern.

Schon im Vorfeld waren die Erwartungen an das Treffen gering, da sich abgezeichnet hatte, dass die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) unter Führung von Khalil Ibrahim sowie die Sudanesische Befreiungsarmee (SLA) nicht an der Runde teilnehmen würden.

Forderung nach UNO-Friedenstruppe

Der in Paris lebende Gründer einer der beiden Fraktionen der SLA, Abd al-Wahid Muhammad an-Nuur, verlangt unter anderem die Stationierung einer UNO-Friedenstruppe in Darfur, bevor er sich mit der Regierung an einen Tisch setzt.

Die bisher in der Region tätigen Einheiten der Afrikanischen Union sind schlecht ausgerüstet und sollen zum Jahresende durch eine gemischten Truppe aus insgesamt 26 000 Soldaten und Polizisten der AU und der UNO abgelöst werden.

Vertreter der Rebellenbewegungen, die an den am Samstag begonnenen Gesprächen in Sirte teilnahmen, wollten sich zu dem Friedensangebot der Regierung zunächst nicht weiter äussern. Darüber werde erst dann entschieden, wenn weitere Gruppierungen in den Verhandlungsprozess einbezogen würden, sagte der Delegierte Al- Hadi Agab ad-Duur der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag.

Die internationale Gemeinschaft hatte am Vorabend der Gespräche noch mit Nachdruck an alle Seiten appelliert, an einem umfassenden Waffenstillstand als Lösung zu arbeiten, um den seit viereinhalb Jahren andauernden Konflikt in Darfur zu beenden.

Der UNO-Sondergesandte Jan Eliasson sagte am Freitagabend in Libyen, er setze darauf, dass möglichst viele Rebellenvertreter teilnähmen. Eine Verzögerung würde die Lage in Darfur nur weiter verschärfen.

Hunderttausende Vertriebene

In Darfur kämpfen verschiedene Bevölkerungsgruppen seit Anfang 2003 gegeneinander. Dabei starben bislang nach internationalen Schätzungen rund 200 000 Menschen, mehr als zwei Millionen wurden vertrieben.

Im vergangenen Jahr hatte lediglich eine Rebellengruppe ein Abkommen mit der Regierung unterzeichnet, das in Darfur aber kaum Rückhalt hatte, die Rebellengruppen spaltete und weitere Gewalt auslöste.

(sda)

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