Darfur: Straw fordert besseren Flüchtlingsschutz
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Darfur: Straw fordert besseren Flüchtlingsschutz

Der britische Aussenminister Jack Straw hat am Dienstag die sudanesische Regierung aufgefordert, mehr zum Schutz der Flüchtlinge in der Krisenregion Darfur zu tun.

Die UNO rechnet mit der Rückkehr von Flüchtlingen frühestens ab Anfang 2005.

Beim Besuch eines Flüchtlingslagers im Norden der Region sagte Aussenminister Straw, es gebe bereits einige Fortschritte und die Lager seien offenbar relativ sicher. Zugleich zeigte er sich aber besorgt über die Situation in den umliegenden Dörfern. Viele Flüchtlinge fragten sich, ob sie sicher in ihre Heimatorte zurückkehren könnten.

Abkommen für Rückkehrwillige

Gemäss der internationalen Organisation für Migration (IOM), welche künftige Heimkehrer begleiten wird, könnte die Rückkehr Vertriebener in ihre Dörfer Anfang 2005 beginnen. Zuvor müsse die Sicherheit durch die Regierung gewährleistet werden, sagte IOM- Generaldirektor Brunson McKinley am Dienstag in Genf.

Die IOM und die Regierung Sudans unterzeichneten am Samstag in Khartum ein Abkommen für die freiwillige Rückkehr. Mitunterzeichner ist auch Manuel Aranda da Silva, stellvertretender Gesandter von UNO-Generalsekretär Kofi Annan für Sudan.

Die Darfur-Rebellenorganisationen Sudanesische Befreiungsbewegung (SLM) und Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) hingegen unterzeichneten das Dokument nicht. Er habe keine Gelegenheit gehabt, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, sagte McKinley.

Die sudanesische Regierung erklärt sich mit dem Abkommen bereit, die Rückkehr von 1,27 Millionen vertriebenen Menschen in der Darfur- Region zu unterstützen.

Noch eine Woche

Ein erster Test dafür sei die Frage, ob die Regierung die Dschandschawid-Milizen unter Kontrolle bringen könne. Der UNO- Sicherheitsrat hatte für die Entwaffnung der Reitermilizen ein Ultimatum bis zum 30. August gestellt.

Die Heimkehr der mehr als eine Million Menschen sei eine langfristige Arbeit von vielleicht fünf bis zehn Jahren, sagte McKinley weiter.

Der sudanesische Aussenminister Mustafa Osman Ismail bot gemeinsame Grenzkontrollen an der Grenze zum Tschad an und verlangte zugleich ein Ende der internationalen Interventionen. «Wir schlagen Patrouillen mit tschadischen, sudanesischen und französischen Mitgliedern vor», sagte der Minister der französischen Zeitung «Le Figaro».

IKRK-Luftbrücke

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wollte am Dienstagabend für Sudan die grösste Luftbrücke seit dem Irakkrieg 2003 starten. Mit sechs Flügen sollten Hilfsgüter in die Darfur- Region im Westen Sudans gebracht werden.

Insgesamt sollen bis am 5. September 720 Tonnen Material und Hilfsgüter nach Khartum gebracht werden, sagte IKRK-Sprecher Marco Jimenez in Genf. Darunter sind 55 Lastwagen, 27 Geländefahrzeuge und 10 Grosszelte, die als Lagerhäuser benutzt werden können.

(sda)

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