Aktualisiert 06.06.2005 12:54

Darfur-Untersuchung beginnt

Die Anklagebehörde beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag hat offizielle Ermittlungen wegen möglicher Verbrechen in der westsudanesischen Krisenregion Darfur eröffnet.

Das teilte der Gerichtshof am Montag mit.

Die Entscheidung sei das Ergebnis umfassender Voruntersuchungen nach der Beauftragung des Gerichtshofes durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Die Ermittlungen richteten sich vor allem gegen die Hauptverdächtigen für die in Darfur verübten Verbrechen, teilte das Büro von Chefermittler Luís Moreno Ocampo mit. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte Ocampo zuvor eine Liste mit Namen mutmasslicher Kriegsverbrecher übergeben.

In Darfur sind schwarzafrikanische Menschen seit Jahren der Verfolgung durch arabische Reitermilizen ausgesetzt. Zehntausende sollen bereits getötet worden sein, etwa zwei Millionen sind auf der Flucht. Der Regierung wird vorgeworfen, die Milizen zu dulden oder sogar zu unterstützen.

Der vor zwei Jahren eingerichtete IStGH hat die Aufgabe, Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu ahnden. Unter seine Rechtssprechung fallen nur Delikte, die nach dem 1. Juli 2002 begangen wurden. (sda)

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