Vor Olympia-Saison: Dario Cologna gibt sich eine 5,5
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Vor Olympia-SaisonDario Cologna gibt sich eine 5,5

Am Freitag startet Dario Cologna in Kuusamo in die neue Saison. Der 31-jährige Schweizer fühlt sich bereit für die Olympia-Saison.

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In den vergangenen beiden Wintern vermochte Dario Cologna sein Potenzial aufgrund muskulärer Probleme in der linken Wade nicht wie gewünscht abzurufen

In den vergangenen beiden Wintern vermochte Dario Cologna sein Potenzial aufgrund muskulärer Probleme in der linken Wade nicht wie gewünscht abzurufen

Keystone/Gian Ehrenzeller
Vor dem Start in seine bereits zwölfte Weltcupsaison am Freitag in Kuusamo strahlt der Münstertaler Zuversicht und grosse Vorfreude aus.

Vor dem Start in seine bereits zwölfte Weltcupsaison am Freitag in Kuusamo strahlt der Münstertaler Zuversicht und grosse Vorfreude aus.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Vor dem Saisonhöhepunkt Olympische Spiele in Pyeongchang will der 31-Jährige Regenerations- und Trainingsphasen einbauen und stattdessen auf den einen oder anderen Weltcup-Einsatz verzichten.

Vor dem Saisonhöhepunkt Olympische Spiele in Pyeongchang will der 31-Jährige Regenerations- und Trainingsphasen einbauen und stattdessen auf den einen oder anderen Weltcup-Einsatz verzichten.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Zuletzt musste sich Dario Cologna verletzungsbedingt öfters als gewohnt mit einer Nebenrolle innerhalb der Langlauf-Elite abfinden. Bleibt er von Rückschlägen verschont, soll ihm im Februar eine der Olympia-Hauptrollen zukommen. «Die eigene Zielvorgabe ist hoch.»

In den vergangenen beiden Wintern vermochte Dario Cologna sein Potenzial aufgrund muskulärer Probleme in der linken Wade nicht wie gewünscht abzurufen, entsprechend durchzogen fielen die Resultate im Vergleich mit den früheren, erfolgreichen Jahren aus.

Vor dem Start in seine bereits zwölfte Weltcupsaison am Freitag in Kuusamo strahlt der Münstertaler Zuversicht und grosse Vorfreude aus, zumal er sich bislang auf einem sehr guten Weg sieht. Müsste Cologna seine Vorbereitung auf die anstehende Saison wie in der Schule bewerten, würde er dies mit der Note 5,5 tun.

Kein Höhentraining, weniger Sprints

Ein Höhentraining wie während der letztjährigen Vorbereitung hat der viermalige Gewinner des Gesamtweltcups diesmal nicht absolviert. Zwar fielen die vor einem Jahr erzielten Werte zufriedenstellend aus, allerdings haben sich diese nicht optimal auf die Leistung auf der Loipe übertragen. «Es hat nicht hundertprozentig gepasst. Nun wollte ich vor der Olympia-Saison das machen, auf was ich vertraue», so Cologna.

Vor dem Saisonhöhepunkt in Pyeongchang will der 31-Jährige Regenerations- und Trainingsphasen einbauen und stattdessen auf den einen oder anderen Weltcup-Einsatz verzichten. Nach der Tour de Ski Anfang Januar sind nicht mehr allzu viele Wettkämpfe geplant, zumal der Gesamtweltcup nicht sein primäres Ziel darstellt.

Weniger Sprints

Häufiger als zuletzt will Cologna zudem auf Sprintrennen verzichten. In dieser Disziplin klassierte er sich im laufenden Olympia-Zyklus, also seit der Saison 2014/15, in 18 Weltcup-Sprints lediglich sechsmal in den Punkterängen.

Dario Cologna gewinnt den «Engadiner»

Für den Olympiasieger ist es ein wohltuender Sieg. (Video: SDA)

Mit dieser Massnahme will Cologna an den Weltcup-Wochenenden etwas Ruhe reinbringen und sein Leistungsasthma möglichst lange hinauszögern. Zwar behindert ihn das Asthma während eines Wettkampfs kaum, allerdings beeinträchtigt der Husten die Regenerations- und Vorbereitungsphase. Am Ende einer Tour de Ski hat ihm der Husten beinahe mehr zu schaffen gemacht als die Müdigkeit in den Armen und Beinen.

«7. Platz als Ziel glaubt mir niemand»

Cologna nimmt zum dritten Mal nach 2010 und 2014 eine Olympia-Saison in Angriff. «Im Vergleich zu früheren Winterspielen ist Routine da, man kennt alles. Die Vorfreude ist nach wie vor riesig.» Der Formaufbau ist selbstredend auf den Monat Februar ausgerichtet, wenn nicht nur für Cologna an den Winterspielen in Pyeongchang die mit Abstand wichtigsten Rennen der kurzen, aber sehr intensiven Saison anstehen.

«Ich muss mit dem Ziel in die Saison gehen, dort eine Medaille zu gewinnen.» Zunächst gelte es aber abzuwarten, wo er im Vergleich mit den internationalen Konkurrenten wirklich stehe. Dann könne er verbindliche, realistische Ziele formulieren. Cologna ist sich bewusst, dass an einen dreimaligen Olympiasieger wie ihn von aussen hohe Erwartungen herangetragen werden. «Wenn ich sagen würde, ich sei mit einem 7. Platz zufrieden, würde mir das niemand glauben.»

Auch 2022 noch am Start?

Die Motivation des Münstertalers ist ungebrochen - erst recht nach dem vergangenen Winter, als ihn wieder aufgetretene Probleme an der Wade in der Vorbereitung auf die WM in Lahti massgeblich beeinträchtigt hatten. «Wäre ich nicht mehr motiviert, Medaillen zu gewinnen, müsste ich darüber nachdenken aufzuhören.» Davon ist Cologna freilich weit entfernt.

Darauf festlegen, ob er in Pyeongchang seine letzten Winterspiele bestreiten wird, will sich der beste Schweizer Langläufer aller Zeiten derzeit nicht. (sda)

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