Aktualisiert 08.12.2008 21:07

ZürichDarkrooms sind nicht illegal

Das Zürcher Obergericht stellt klar: Darkrooms in Beizen sind nicht illegal – solange es eine Eingangskontrolle gibt. Die Stadt muss nochmals über die Bücher.

Der Wirt der ehemaligen Gay-Location Wildsaubar wurde 2006 zu einer Busse verknurrt: Er hatte den Darkroom im Lokal bloss mit einem Armee-Tarnnetz abgetrennt und dadurch laut dem Stadtrichteramt nicht nur gegen Sitte und Ordnung, sondern auch gegen das Gastgewerbegesetz verstossen. Das Bezirksgericht stützte den Entscheid.

Doch jetzt ist alles anders: Nach einem gestern publizierten Urteil des Obergerichts sind Darkrooms in Beizen erlaubt, falls strikte Eingangskontrollen stattfinden.

«Aufwendige bauliche Auflagen sind durch das Urteil nicht mehr gerechtfertigt», freut sich Pierre André Rosselet von Pink Cross. Wegen des juristischen Hickhacks hatte die Stadt Zürich 2007 mit den Homo-Organisationen eine Vereinbarung über den Betrieb von Dark­rooms ausgehandelt: Dieser zufolge mussten diese fortan visuell und akustisch vom restlichen Lokal abgetrennt sein.

Die Bestimmungen sind nun wohl hinfällig, beim Polizeidepartement bleibt man aber vorsichtig: «Das Urteil bedeutet eine gewisse Liberalisierung», so Sprecher Reto Casanova. Man werde jedes einzelne Projekt genau anschauen. Trotz der neuen Rahmenbedingungen: «Dark­rooms werden auch jetzt nicht wie Pilze aus dem Boden schiessen», beruhigt Rosselet.

ram

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.