Absenzen: Darüber reden hält Mitarbeiter gesund

Aktualisiert

AbsenzenDarüber reden hält Mitarbeiter gesund

Absenzen kosten die Firmen viel Geld. Mit Gesprächen und Präventionsmassnahmen reduziert PostFinance die Absenzen um 35 Prozent – und spart so jährlich drei Millionen Franken.

von
Dajan Roman

«Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, jede Veränderung im Arbeitsumfeld kann zu einem Problem werden», sagt Nathalie Bourquenoud, Leiterin Personal bei PostFinance. So habe auch PostFinance bemerkt, dass solche Veränderungen in der Vergangenheit zu Konflikten und vermehrten Absenzen geführt haben. «Je mehr Veränderungen und Innovationen es in einer Firma gibt, desto zahlreicher sind die Absenzen», so die Managerin.

Um solche Absenzen zu vermeiden, sind Gespräche zwischen Chef und Mitarbeiter zentral. «Unsere Vorgesetzten sollen bereits ab einem Tag Abwesenheit mit dem Mitarbeiter das Gespräch suchen», so Nathalie Bourquenoud. Das könne beim Znüni sein: «Das Gespräch ist inoffiziell, es gibt kein Formular.»

Schliesslich wolle man nicht Polizei spielen, sondern dem Mitarbeiter zeigen, dass man sich um ihn kümmert. «Deswegen hat es auch keine Konsequenzen, wenn der Mitarbeiter nicht über seine Krankheit sprechen oder gar kein Gespräch führen will», so Bourquenoud. Erst bei mehr als drei krankheitsbedingten Absenzen pro Jahr gebe es tiefere Gespräche: «Die sind dann Pflicht.»

Daneben erhält jeder Mitarbeiter eine individuelle Beratung zu Themen wie ­Ernährung, richtiges Sitzen und Bewegung.» Mit den beiden Massnahmen habe PostFinance die zwei grössten ­Kostentreiber – Rückenbeschwerden und Stress – positiv beeinflussen können. Das Resultat: 35 Prozent weniger Absenzen und eine jährliche Kosten­ersparnis von drei Millionen Franken.

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