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Ohne SchwerkraftDarum bauen Spinnen im All ihre Netze anders als auf der Erde

Bei Versuchen mit Spinnen im All ist schon einiges schiefgelaufen. Nun hat ein Forscherteam mit Beteiligung der Universität Basel etwas Erstaunliches über die Achtbeiner herausgefunden.

von
Steve Last
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Dieses Netz wurde auf der Internationalen Raumstation ohne den Einfluss von Schwerkraft gesponnen.

Dieses Netz wurde auf der Internationalen Raumstation ohne den Einfluss von Schwerkraft gesponnen.

BioServe Space Technologies, University of Colorado Boulder
Die Nasa schoss bereits zweimal Spinnen zur ISS, um herauszufinden, wie sie mit der Schwerelosigkeit umgehen. Da sich die Raumstation im freien Fall um die Erde befindet, ist die Schwerkraft des Planeten an Bord nicht spürbar.

Die Nasa schoss bereits zweimal Spinnen zur ISS, um herauszufinden, wie sie mit der Schwerelosigkeit umgehen. Da sich die Raumstation im freien Fall um die Erde befindet, ist die Schwerkraft des Planeten an Bord nicht spürbar.

REUTERS
Mit 7,66 Kilometern pro Sekunde «fällt» die ISS so schnell um die Erde, dass die Fliehkraft sie mehr oder weniger in der Umlaufbahn hält. Auch davon merkt man an Bord aber nichts.

Mit 7,66 Kilometern pro Sekunde «fällt» die ISS so schnell um die Erde, dass die Fliehkraft sie mehr oder weniger in der Umlaufbahn hält. Auch davon merkt man an Bord aber nichts.

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Darum gehts

  • Spinnen orientieren sich beim Netzbau an der Schwerkraft.

  • Auf der Internationalen Raumstation hat man versucht herauszufinden, was passiert, wenn die Schwerkraft wegfällt.

  • Die Forscher haben festgestellt, dass Spinnen auch in der Schwerelosigkeit funktionale Netze bauen können, auch wenn sie in ihrer Evolution nie einem solchen Umfeld ausgesetzt waren.

Wenn Spinnen ihre Netze auf der Erde bauen, orientieren sie sich an der Schwerkraft. Sie bauen sie asymmetrisch, das Zentrum ist leicht nach oben verschoben, wo die Spinne mit dem Kopf nach unten auf ihre Beutet wartet. Verfängt sich etwas im Netz, kann die Spinne der Schwerkraft folgend einfacher zur Beute gelangen. Doch was macht die Spinne, wenn sie sich nicht an der Schwerkraft orientieren kann?

Diese Frage wollte die US-Raumfahrtbehörde Nasa bereits im Jahr 2008 beantworten, wie die Universität Basel in einer Medienmitteilung schreibt. Die Nasa schickte zwei Spinnen auf die Internationale Raumstation ISS, weil sich diese im freien Fall um die Erde befindet und die Anziehung des Planeten nicht spürbar ist. Damals sei aber einiges gehörig schiefgegangen. So entkam die Reservespinne aus ihrem Behälter auf der Internationalen Raumstation und rang mit der Testspinne um Platz, wie es weiter heisst. Die erhofften Erkenntnisse blieben aus.

Überraschung beim zweiten Versuch

2011 schoss die Nasa erneut zwei Spinnen ins All. Diesmal blieben zwei Vergleichsexemplare auf der Erde. Anhand von 14’500 Bildern wurden 100 Netze untersucht, wie die Universität schreibt. Und tatsächlich waren die Netze, die ohne den Einfluss der Schwerkraft gesponnen wurden, symmetrischer als die auf der Erde. Allerdings fiel den Forschern auf, dass dies vor allem im Dunkeln der Fall war. Waren die Lampen an, waren die Netze auf der ISS auch asymmetrisch.

Die Forscher stellten fest, dass sich die Achtbeiner am Licht orientierten. «Dass Licht für die Orientierung der Spinnen im Raum eine Rolle spielt, hätten wir nicht vermutet», sagt Samuel Zschokke von der Universität Basel, der das Spinnenexperiment analysiert und die Ergebnisse mit seinen Kolleginnen im Fachblatt «Science of Nature» veröffentlicht hat.

Weil Spinnen ihre Netze auch auf der Erde im Dunkeln bauen, sei man bisher davon ausgegangen, dass Licht keine Rolle spiele. «Dass Spinnen ein solches Reservesystem zur Orientierung haben, scheint überraschend, da sie im Laufe ihrer Evolution ja nie einer Umwelt ohne Schwerkraft ausgesetzt waren», so Zschokke.

Wie empfinden Spinnen die Schwerkraft?

Spinnen haben nicht die gleichen Sinnesorgane und nicht das gleiche Nervensystem wie Menschen. «Daher stellt sich die Frage, wie Spinnen die Schwerkraft überhaupt wahrnehmen können», sagt Zschokke zu 20 Minuten. Als mögliche Erklärung verweist er auf die Hypothese: «Spinnen können den Winkel und die Kräfte zwischen Vorder- und Hinterleib messen.»

Dies sei eine mögliche Erklärung, wie die Tiere «wissen», wo oben ist und wo unten. «Während dem Netzbau bewegen sich Vorder- und Hinterleib aber dauernd, was diese Messung erschwert. Deshalb könnte es praktisch sein, auch das Licht für die Orientierung nutzen zu können.»

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47 Kommentare
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Gwunderi2

10.12.2020, 12:58

Mich würde mal brennend interessieren, wie Spinnen unter Wasser mit dem Lösen von Kreuzworträtseln zurecht kommen.

Thomas A

10.12.2020, 12:57

Toll Toll Toll...Aber was war noch genau der Nutzen dieser Forschung?

Schweigen ist Gold

10.12.2020, 12:43

die wohl sinnlosteste Umfrage. warum fragt ihr uns nicht, ob wir uns wennn wir eine Spinne wären beim Netz spinnen ebenfalls am Licht orientieren würden...