Neue EU-Regel – Darum bleibt der Cola-Deckel bald fix mit der PET-Flasche verbunden

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Neue EU-RegelDarum bleibt der Cola-Deckel bald fix mit der PET-Flasche verbunden

Ab April kommen die ersten Plastikflaschen mit den neuen Deckeln auf den Markt. Damit soll weniger Plastikabfall in die Umwelt gelangen. Doch Umweltschützer sind skeptisch.

von
Fabian Pöschl
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Bei Plastikflaschen gibt es eine neue EU-Regel.

Bei Plastikflaschen gibt es eine neue EU-Regel.

Coca-Cola Deutschland
Die Deckel müssen ab 2024 fix mit der Flasche verbunden sein.

Die Deckel müssen ab 2024 fix mit der Flasche verbunden sein.

Coca-Cola Deutschland
Damit soll weniger Plastikabfall in die Umwelt gelangen.

Damit soll weniger Plastikabfall in die Umwelt gelangen.

imago/imagebroker/t.müller

Darum gehts

  • Die EU verlangt, dass Plastikflaschen ab 2024 einen fixen Deckel haben.

  • Weil sich der Deckel nicht mehr von der Flasche lösen lässt, soll es weniger Plastikabfälle geben.

  • Auch die Schweizer Getränkeproduzenten übernehmen das Verfahren.

Plastikflaschen mit fest verbundenem Deckel gibt es im Ausland schon länger. Ab 2024 ist der fixe Deckel bei PET-Flaschen gemäss EU-Verordnung Pflicht. Damit soll weniger Plastikabfall in die Umwelt gelangen. Die Getränkelieferanten in der Schweiz ziehen mit, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.

Bei der Eistee-Marke «Fusetea» kommen die ersten Flaschen mit dem neuen Verschluss im April auf den Markt. Diese importiert der Coca-Cola-Konzern aus dem Ausland. Ab Herbst sollen auch die Schweizer Abfüllanlagen von Coca-Cola mit der Neuerung laufen.

Auch Ramseier macht mit

Obwohl die EU-Regelung in der Schweiz nicht gilt, übernehmen sie auch Schweizer Produzenten wie Ramseier. Der Süssmost der Firma wird fast ausschliesslich in der Schweiz verkauft. Doch das Unternehmen geht davon aus, dass es mit der neuen EU-Regel praktisch keine anderen Deckel mehr geben wird.

Reaktionen der Kundschaft fallen negativ aus. Der Deckel im Gesicht sei unpraktisch, heisst es. Auch die Getränkebranche klagt wegen hoher Kosten für die Umstellung. Wirtschaftsprüfer PWC machte im Auftrag der Branche im Jahr 2018 eine Berechnung und kam auf Kosten in Höhe von 2,7 bis 8,7 Milliarden Euro.

Nutzen für die Umwelt gering

Die PWC-Studienautoren rechneten ausserdem damit, dass durch das neue Verfahren mehr Kunststoff benötigt und damit die Umwelt zusätzlich belastet wird. Dies ist aber zumindest beim patentierten Verschluss der Schweizer Firma Corvaglia nach eigenen Angaben nicht der Fall. Das Unternehmen zählt zu den grössten Flaschendeckel-Herstellern der Welt.

Allerdings ist auch der Nutzen für die Umwelt gering. Bei einer Aufräumaktion des WWF im Jahr 2018 machten Plastikdeckel 0,8 Prozent des gesammelten Abfalls aus. Auch Greenpeace glaubt nicht, dass der neue Deckel das Abfallproblem löst. «Das Ganze ist nicht sehr praktisch. Viele werden wohl versuchen, den Deckel mit Gewalt abzureissen», sagt Florian Kasser von der Umweltschutzorganisation.

So entsorgst du PET richtig

Der Verein PET-Recycling Schweiz wurde 1990 gegründet und organisiert und betreibt das Recycling von PET. Es wird durch vorgezogene Recyclingbeiträge finanziert. Je nach Füllvolumen der Einwegflasche bezahlen die Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf einen Beitrag zwischen 2,3 (bis und mit 50 cl Inhalt) und 1,9 Rappen (grösser als 50 cl Inhalt). Deshalb können PET-Flaschen überall kostenlos in die blau-gelb gestreiften PET-Sammelbehälter eingeworfen oder bei den Verkaufsstellen abgegeben werden. Solche Sammelbehälter sind auch bei Firmen, Schulen, Kinos, Sport- und Freizeitanlagen sowie an zahlreichen Veranstaltungen vorhanden. 

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