Fünf Gründe: Darum darf Brasilien auf den WM-Titel hoffen
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Fünf GründeDarum darf Brasilien auf den WM-Titel hoffen

Vollends überzeugt hat der Gastgeber in der Gruppenphase der WM noch nicht. Trotzdem steht die Seleção im Achtelfinal. Die Mission Hexa geht in die entscheidende Phase.

von
fbu

Brasilien beendet die erste Phase an der Heim-WM als Sieger der Gruppe A. Bislang haben die Gastgeber keine fussballerische Explosion gezeigt, aber es gibt einige Fakten, die dafür sprechen, dass der sechste WM-Titel für die Seleção tatsächlich möglich ist.

1. Noch nie gegen Chile verloren

Zum vierten Mal wird Brasilien in einer K.o.-Runde einer Weltmeisterschaft auf Chile treffen. Alle bisherigen drei Duelle gewann der Rekordchampion. Zum ersten Mal vor 52 Jahren - bei der Heim-WM der Chilenen. 1962 ermittelten Brasilien und Chile im Halbfinal in Santiago de Chile einen der beiden Finalisten. Brasilien gewann 4:2 und feierte den zweiten WM-Triumph nach 1958 und damit die erfolgreiche Titelverteidigung. Chile gewann das kleine Finale und wurde Dritter.

1998 trafen sich die südamerikanischen Rivalen abermals in einem K.o.-Spiel, diesmal bereits im Achtelfinal. Das Ergebnis war beim 4:1 für Brasilien eindeutig. Der Weg der Seleção führte wieder bis in den Final. Dort unterlag Brasilien aber Gastgeber Frankreich 0:3. Vor vier Jahren setzte sich der fünfmalige Weltmeister Brasilien abermals klar im Achtelfinal gegen Chile durch. Diesmal lautete das Resultat in Südafrika 3:0. Danach scheiterte Brasilien in der Runde der besten acht am späteren WM-Zweiten Holland.

2. Neymar

Brasiliens stärkstes Argument ist aktuell Neymar. Er überzeugte in der Gruppenphase mit vier Toren - und das obwohl der Druck auf seinen Schultern immens ist. Er macht den stärkeren Eindruck als andere Hoffnungsträger wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo. Die Seleção ist auf Neymar ausgerichtet, das merkt man nur schon daran, dass er mit seinen 22 Jahren bereits 35 Tore im Nationaltrikot erzielt hat. Ein Brasilien ohne Neymar will sich im Moment niemand vorstellen.

3. Glücksbringer Fred ist im Turnier angekommen

Im letzten Gruppenspiel Brasiliens ist auch Mittelstürmer Fred aufgetaut. Zu Beginn des Turniers - und auch im Spiel gegen Kamerun - eher unglücklich agierend, ist ihm nun endlich der erste Treffer gelungen, was die Diskussionen um seinen Wert etwas dämpfen dürfte. Wichtig ist das auch für Seleção-Coach Luis Felipe Scolari, denn er braucht Fred primär als Raumöffner für Neymar. Ausserdem hat der Stürmer von Fluminense vor einem Jahr am Confed Cup bewiesen, dass er sich in eine Art Glücksbringer-Modus spielen kann.

4. Fernandinho belebt die Seleção

Wichtig für den Erfolg am Turnier ist auch, dass Trainer Scolari sich offenbar davon gelöst hat, alles immer gleich machen zu wollen wie beim Confed Cup vor einem Jahr. So hat er gegen Kamerun bereits in der Halbzeit einen Wechsel vorgenommen. Paulinho, der bislang noch nicht überzeugte, wurde durch Fernandinho ersetzt. Scolari bewies damit den richtigen Riecher. Der Mittelfeldmann von Manchester City schaffte wichtige Verknüpfungen im Team und brachte mit variablem Tempo einen neuen Aspekt in die Mannschaft. Er lieferte in einer Halbzeit gleich eine exzellente Vorlage zum 3:1 und traf sogar selbst zum 4:1. Ein Platz in der Stamm-Elf liegt nach diesem Auftritt auf der Hand

5. Steigende Tendenz

Aufhorchen lässt bei Brasilien, dass die Scolari-Truppe in der zweiten Halbzeit gegen Kamerun das Spiel zu kontrollieren vermochte, wie bisher noch nicht im Turnier. «Das war unser bisher bestes Spiel. Wir sind auf dem richtigen Weg und unserem Traum immer näher», sagte auch Neymar. Insgesamt nähert sich das Team von Scolari wieder der Form, mit welcher es sich vor einem Jahr zum Titel am Confed Cup spielte. (fbu/si)

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