Aktualisiert 30.11.2018 04:03

Am Flughafen gestrandetDarum erhält dieser Mann so viele Heiratsanträge

Seit Anfang März sitzt ein 36-Jähriger in Kuala Lumpur am Flughafen fest, weil er kein Visum hat. Nun schicken ihm Frauen beinahe täglich Heiratsanträge.

von
doz
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Hassan Al-Kontar hat versucht, sich selbst die Haare zu schneiden. Dann wagt er es aber doch nicht. Er möge seine langen Locken ja, schreibt er auf Instagram.

Hassan Al-Kontar hat versucht, sich selbst die Haare zu schneiden. Dann wagt er es aber doch nicht. Er möge seine langen Locken ja, schreibt er auf Instagram.

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«Selbst in meiner Situation habe ich noch Lieblingsmomente. Meine liebste Tageszeit ist, wenn es ruhiger ist, weniger Leute da sind, etwas Musik läuft und es viel Kaffee gibt», schreibt er zu diesem Bild.

«Selbst in meiner Situation habe ich noch Lieblingsmomente. Meine liebste Tageszeit ist, wenn es ruhiger ist, weniger Leute da sind, etwas Musik läuft und es viel Kaffee gibt», schreibt er zu diesem Bild.

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Nun müsse er sich für den Winter bereitmachen.

Nun müsse er sich für den Winter bereitmachen.

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Hassan Al-Kontar verliess im Jahr 2006 seine Heimat in Syrien und machte sich in Richtung Vereinigte Arabische Emirate auf. Damit wollte er verhindern, fünf Jahre später als Soldat eingezogen zu werden, da in Syrien der Krieg ausgebrochen war.

«Das ist nicht der Grund, warum ich auf der Welt bin. Ich habe mich geweigert, Teil der Tötungsmaschinerie zu sein, die mein Haus zerstört, wie Tausende andere Syrer», zitiert ihn die «Bild»-Zeitung.

Im Jahr 2012 lief schliesslich sein Reisepass ab und er verlor seinen Job. Die Behörden in den Emiraten wollten ihn daraufhin nach Syrien zurückschicken, doch der 36-Jährige konnte die Abschiebung in seine Heimat verhindern. Er flog nach Malaysia.

Boarding und Visum verweigert

Dort ist es möglich, erst bei der Einreise ins Land ein Visum zu beantragen. Al-Kontar durfte daraufhin drei Monate lang in Kuala Lumpur bleiben, doch erneut fand er keine Anstellung. Daher sitzt er nun seit knapp sechs Monaten am Flughafen in Malaysia fest. Sollte er den Transitbereich verlassen, würde er in seine Heimat abgeschoben werden.

Auf Instagram postet der 36-Jährige regelmässig Bilder von sich und seinem neuen Zuhause am Flughafen. Er schneidet sich im Bad die Haare und schläft im Wartebereich auf den Sitzen. Auch einen provisorischen Arbeitsplatz hat er sich eingerichtet.

Unzählige Heiratsanträge

Das Überraschende: Wegen seiner misslichen Lage erhält Al-Kontar zahlreiche Heiratsanträge. «Ich habe Heiratsanträge aus Australien, Amerika, Kanada, EU-Ländern, sogar aus Tahiti, Hawaii und den Malediven erhalten», erzählt er.

So schreibt eine Instagram-Nutzerin: «Hey, Hübscher, können wir am Flughafen heiraten? Falls ja, werde ich noch vor dem Winter da sein. Mein Antrag ist ernst gemeint.»

«Es ist illegal»

So sehr sich der 36-Jährige auch von den Anträgen geehrt fühlt, bisher hat er sämtliche Angebote abgelehnt. Und das hat laut der «Bild»-Zeitung auch einen guten Grund: «Es ist illegal, für Visa-Zwecke zu heiraten. Alles, worum ich bitte, ist, legal zu sein. Aber ein Heiratsantrag ist der einzige Weg, zu helfen, und sie bieten mir Hilfe an, was grossartig ist.»

Nun wurde eine Online-Petition eingerichtet, damit Al-Kontar nach Kanada auswandern kann.

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