Nintendo-Männli : Darum fährt die Schweiz auf Amiibo-Figuren ab
Aktualisiert

Nintendo-Männli Darum fährt die Schweiz auf Amiibo-Figuren ab

Nintendo hat Ende November die sogenannten Amiibo lanciert. Die Sammelfigürchen mit Game-Anbindung scheinen zum Weihnachtsrenner 2014 zu werden. Woran liegts?

von
Ill-FiL
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Zusammen mit dem Prügel-Hit «Super Smash Bros.» für Wii U hat Nintendo Ende November die sogenannten Amiibo-Figuren lanciert.

Zusammen mit dem Prügel-Hit «Super Smash Bros.» für Wii U hat Nintendo Ende November die sogenannten Amiibo-Figuren lanciert.

Nintendo
Die Sammelfiguren haben im Sockel einen NFC-Chip installiert. Mit ihm kann der Nintendo-Held aus der analogen mit seinem Alter-Ego aus der digitalen Welt «kommunizieren».

Die Sammelfiguren haben im Sockel einen NFC-Chip installiert. Mit ihm kann der Nintendo-Held aus der analogen mit seinem Alter-Ego aus der digitalen Welt «kommunizieren».

20 Minuten
Das funktioniert, indem man die Figur auf das NFC-Feld des Wii-U-Pads hält. Daraufhin tauschen Game und Männchen Daten aus. So erhält ein Spieler beispielsweise durch die Figur Extras fürs Game. Umgekehrt lassen sich Statusangaben des Game-Charakters auf der Sammelfigur abspeichern.

Das funktioniert, indem man die Figur auf das NFC-Feld des Wii-U-Pads hält. Daraufhin tauschen Game und Männchen Daten aus. So erhält ein Spieler beispielsweise durch die Figur Extras fürs Game. Umgekehrt lassen sich Statusangaben des Game-Charakters auf der Sammelfigur abspeichern.

20 Minuten

Gleichzeitig mit «Super Smash Bros.» für Wii U lancierte Nintendo Ende November die neuen Amiibo-Figuren. Obwohl das Prinzip, Sammelfiguren via NFC mit Spielkonsolen kommunizieren zu lassen, nicht wirklich neu ist, finden die quasi real gewordenen Nintendo-Manöggeli weltweit reissenden Absatz.

Genaue Verkaufszahlen hat Nintendo zwar noch nicht bekannt gegeben, aber zumindest für den nordamerikanischen Raum bewegen sie sich auf Höhe der verkauften «Smash Bros.»-Spiele, wie die Game-Site Gamersglobal schreibt. Demzufolge müssten in den USA bis Mitte Dezember rund 710'000 Figuren über die Ladentische gegangen sein. Der Verkauf scheint gar so gut zu laufen, dass bestimmte Amiibo bereits ausverkauft sein sollen.

Auch in Europa und der Schweiz erfreuen sich die Amiibo grosser Beliebtheit. Bei den beiden Schweizer Online-Händlern Digitec und World of Games (WOG) finden sie haufenweise Käufer. Hierzulande sei die Nachfrage «teils sogar grösser als die aktuell verfügbaren Mengen der einzelnen Figuren», wie Stefanie Hynek, Marketingleiterin von Digitec, zu berichten weiss. Auch bei WOG lassen die Nintendo-Figuren die vorweihnächtlichen Kassen klingeln, wie Marketingleiter Kerim Keçelioglu bestätigt.

Stellt sich die Frage, warum die Amiibo so erfolgreich sind? Liegen Sammelfiguren mit virtueller Anbindung einfach im Trend, oder steckt noch mehr hinter dem erfolgreichen Verkaufsstart der Amiibo?

Für Kinder und Erwachsene

Für Nintendos General Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Bernd Fakesch, ist der Fall eindeutig: Die Amiibo seien deshalb so begehrt «weil sie gleich mehrere Wünsche ganz unterschiedlicher Käufer erfüllen». Einerseits gebe es jetzt zum ersten Mal Nintendo-Helden zum Anfassen. «Das haben sich unsere Fans schon lange gewünscht», so Fakesch. Andererseits könne man Amiibo als Actionfiguren sammeln, «was vor allem bei Kindern sehr gut ankommt». Der entscheidende Vorteil der neuen Figuren liegt für Fakesch aber in ihrer NFC-Fähigkeit. So könnten sie das Spielgeschehen verschiedener Nintendo-Games (siehe Bildstrecke und Infobox) beeinflussen und erweitern.

Auch Thomas Riediker von Gamerights sieht das ähnlich. Für ihn sind die Amiibo ein Nintendo-typisches Produkt, «weil sie kinderfreundlich sind, aber auch Erwachsenen gefallen». Allerdings kann der Präsident der unabhängigen Konsumentenorganisation der erwachsenen Schweizer Gamer den neuen Nintendo-Männchen nicht nur Positives abgewinnen. Ihn erinnern die Amiibo «an das fragwürdige Bezahlsystem Pay-to-Win, bei dem für sehr günstige oder gratis verfügbare Spiele neue Inhalte erst nach Bezahlen einer weiteren Gebühr verfügbar sind».

Weihnachtshype oder Langzeit-Boom?

Dennoch könnte sich Riediker die Amiibo als passendes Weihnachtsgeschenk vorstellen, und zwar wegen ihres «relativ tiefen Preises». Für Bernd Fakesch ist indes klar, dass der momentane Run auf die NFC-Sammelfiguren nicht nur ein vorweihnächtlicher Hype ist: «Wir sind sicher, dass die Begeisterung der Fans von Dauer ist, und dass sich Amiibo einen festen Platz in der Nintendo-Welt erobert», so der Nintendo-Manager. Um das zu schaffen, müsste der japanische Game-Gigant aber darauf achten, das Angebot laufend mit immer neuen Figuren und spannenden game-internen Erweiterungen auszubauen, gibt Riediker zu bedenken.

Aktuelle und kommende Wii-U-Games mit Amiibo-Unterstützung:

«Mario Kart 8»

«Super Smash Bros.»

«Hyrule Warriors»

«Captain Toad: Treasure Tracker»

«Kirby und der Regenbogen-Pinsel»

«Yoshi's Woolly World»

«Mario Party 10»

Aktuelle und kommende 3DS-Games mit Amiibo-Unterstützung:

«Super Smash Bros.»

«One Piece: Super Grand Battle X»

«Ace Combat: Assault Horizon Legacy Plus»

Achtung: Nur die neuesten 3DS-Handhelds mit NFC unterstützen die Amiibo. Für ältere 3DS ist für nächstes Jahr ein Adapter geplant.

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