Faktencheck - Darum fällt der Corona-Schnelltest bei der Zitrone positiv aus
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FaktencheckDarum fällt der Corona-Schnelltest bei der Zitrone positiv aus

Papaya, Apfelmus und jetzt die Zitrone: Die Liste der Lebensmittel, bei denen Coronatests ein positives Testergebnis ausspucken, wird immer länger. Richtiger werden die dahinter stehenden Behauptungen aber nicht.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Wie sicher sind Corona-Schnelltests? Diese Frage dürften sich einige Menschen stellen. 

Wie sicher sind Corona-Schnelltests? Diese Frage dürften sich einige Menschen stellen.

20min/Marco Zangger
Andere wie der österreichische FPÖ-Politiker Michael Schnedlitz haben sich ihre Meinung schon gebildet – mithilfe mehr als fraglicher Methoden. Schnedlitz etwa wandte einen Schnelltest bei einer Cola an. Das positive Ergebnis wertete er als Zeichen für die vermeintliche Unbrauchbarkeit solcher Kits.  

Andere wie der österreichische FPÖ-Politiker Michael Schnedlitz haben sich ihre Meinung schon gebildet – mithilfe mehr als fraglicher Methoden. Schnedlitz etwa wandte einen Schnelltest bei einer Cola an. Das positive Ergebnis wertete er als Zeichen für die vermeintliche Unbrauchbarkeit solcher Kits.

Screenshot Twitter
Dabei sind die falsch-positiven Ergebnisse auf eine falsche Anwendung zurückzuführen. Denn wer statt Abstrichproben Lebensmittel wie Cola oder Zitrone auf die Teststreifen träufelt, zerstört diese. Verantwortlich dafür ist die Säure in den Produkten.

Dabei sind die falsch-positiven Ergebnisse auf eine falsche Anwendung zurückzuführen. Denn wer statt Abstrichproben Lebensmittel wie Cola oder Zitrone auf die Teststreifen träufelt, zerstört diese. Verantwortlich dafür ist die Säure in den Produkten.

News-Scout

Darum gehts

  • Immer wieder tauchen in den sozialen Medien Meldungen auf, die die Corona-Schnelltests in Verruf bringen sollen.

  • Konkret sollen positiv getestete Lebensmittel beweisen, dass die Tests unbrauchbar sind.

  • Wer den «Beweisfotos» glaubt, übersieht jedoch einen wichtigen Punkt.

Für die Früchte, die verschiedenen Quellen zufolge schon positiv auf das Coronavirus getestet wurden, bräuchte man schon fast einen Obstkorb: Zu Papaya und Apfelmus gesellt sich nun noch die Zitrone, wie ein News-Scout schrieb. Bei ihnen allen soll ein Corona-Schnelltest angewandt worden sein, der nach Ablauf der vorgegebenen Zeit ein positives Ergebnis angezeigt habe.

Die entsprechenden Beiträge werden in den sozialen Medien vor allem von Corona-Leugnern und -skeptikern und Massnahmenkritikern seit Wochen geteilt. Auch die Meldung über das Cola-Experiment des österreichischen FPÖ-Politikers war bevorzugt in diesen Kreisen ein Thema. Mit ihm wollte er die vermeintliche Sinnlosigkeit der Corona-Schnelltests anprangern.

Die den Posts zur Seite gestellten «Beweisfotos» sind echt. Trotzdem muss keines der Lebensmittel in Quarantäne. Und die Tests sind auch nicht fehlerhaft.

«Wir haben dieses Produkt nicht auf Apfelmus erforscht»

Zurückzuführen sind die falsch-positiven Ergebnisse auf die falsche Anwendung, erklärte Kai Markus Xiong, Sprecher von MEDSan, einem Hersteller eines der Tests, der für die Frucht-Experimente genutzt wurde, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: «Wir haben dieses Produkt nicht auf Apfelmus erforscht, das ist auch nicht unsere Aufgabe.» Der Test müsse beim Menschen zuverlässige Ergebnisse liefern. «Ihn auf Lebensmittel anzuwenden, heisst nicht, dass es Zweifel an seiner Aussagekraft beim Nachweis von Sars-CoV-2 gibt.»

Bei den Corona-Schnelltests handelt es sich in der Regel um einen Antigen-Test. Während man beim PCR-Test in den Nasen- und Rachenabstrichen nach Erbgut von Sars-CoV-2 fahndet, sucht man bei ihnen nach Eiweissmolekülen, die charakteristisch für das Virus sind. Findet man solche vor, zeigt der Teststreifen positiv an. So ist es zumindest bei sachgemässer Anwendung (siehe Video).

Falsche Anwendung, falsches Ergebnis

Dass der Test auch bei den Lebensmitteln anschlägt, liegt bei Cola, Öpfelmues und Zitrone an der Säure, die sie enthalten. Die Säure könne die Eiweisse auf dem Teststreifen zersetzen, an denen eigentlich die Eiweisse des Virus andocken sollen, zitierte die Deutsche Presse-Agentur DPA Christoph Pedain von Siemens Healthineers. Damit würden die vermeintlichen Beweisfotos schlicht nachweisen, dass die Eiweisse am Teststreifen zerstört sind.

Immunbiologe Thomas Decker von der Universität Wien fasst seine Erklärung etwas weiter: «Der Test ist für Bedingungen entwickelt worden, welche geeignet sind, die Bindung eines Antikörpers an Antigene zu erlauben, und nicht für Reaktionen in irgendwelchen klebrigen Lebensmitteln. Ebenso könnte man sich darüber mokieren, dass ein Auto nicht mehr fährt, wenn man Apfelmus in den Tank füllt.» Gleiches gilt auch für die Papaya.

Immer wieder in den Medien

Die Corona-Schnelltests sind auf Social Media immer wieder mal Thema. So verbreiteten einige Menschen die These, in die Teststäbchen seien absichtlich gefährliche Morgellons eingebracht. Andere teilten Meldungen, wonach die Teststäbchen mit einer krebserregenden Ethylenoxid-Schicht überzogen seien. Zuletzt hiess es, die Testflüssigkeit enthalte mit Octylphenol eine hochgiftige Substanz. In allen drei Fällen gaben Fachleute Entwarnung.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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