BAG fordert zu Test auf - Keine PCR-Tests am Flughafen für Südafrika-Rückkehrer in der Schweiz
Aktualisiert

BAG fordert zu Test aufKeine PCR-Tests am Flughafen für Südafrika-Rückkehrer in der Schweiz

Der Bund hat direkte Flüge aus dem südlichen Afrika in die Schweiz verboten. Die Swiss fliegt aber trotzdem weiter von Südafrika in die Schweiz. Wie ist das möglich?

von
Marcel Urech

Darum gehts

  • Swiss fliegt trotz Verbot weiter vom südlichen Afrika in die Schweiz.

  • Möglich macht das eine Ausnahmebestimmung des Bundesamts für Gesundheit.

  • Dieses verlangt von allen Reisenden aus dem südlichen Afrika einen negativen Corona-Test.

Der Bund hat alle direkten Flüge aus dem südlichen Afrika verboten, was bei Schweizern und Schweizerinnen vor Ort für Probleme sorgt. Die Swiss fliegt aber trotzdem weiter von Südafrika in die Schweiz – wie ist das möglich?

Am Freitagmorgen seien zwei Flugzeuge aus Südafrika am Flughafen Zürich gelandet, berichten Zeitungen von Tamedia. Das war allerdings noch bevor das Flugverbot in Kraft trat. Doch auch danach flog die Swiss weiter: Am Freitagabend hob eine Maschine von Johannesburg in Richtung Zürich ab.

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Am Freitagmorgen sind zwei Flugzeuge aus Südafrika am Flughafen Zürich gelandet.

Am Freitagmorgen sind zwei Flugzeuge aus Südafrika am Flughafen Zürich gelandet.

BRK News
Dabei hat das Bundesamt für Gesundheit solche Flüge eigentlich verboten.

Dabei hat das Bundesamt für Gesundheit solche Flüge eigentlich verboten.

Tamedia/Urs Jaudas
Die Swiss sagt, dass ihre Flüge vom südlichen Afrika in die Schweiz trotzdem unbedenklich seien.

Die Swiss sagt, dass ihre Flüge vom südlichen Afrika in die Schweiz trotzdem unbedenklich seien.

Tamedia/Urs Jaudas

Keine Tests nach der Landung

Wie es beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage heisst, fordert das BAG nun alle Passagiere dieses Flugs per SMS dazu auf, sich in Quarantäne zu begeben und einen PCR-Test zu machen. Laut Sprecherin Katrin Holenstein landen die Passagierdaten am Ende bei den Kantonen, damit diese die Kontrolle der Quarantäne und der Testungen übernehmen könnten. «Grundsätzlich mussten alle Flugpassagiere, die nicht geimpft und nicht genesen sind, beim Boarding einen negativen Test vorweisen.»

Die übrigen (geimpften und genesenen) Passagiere dieses Swiss-Linienflugs, der am Samstagmorgen in Zürich ankam, mussten beim Abflug mit dem Covid-Zertifikat nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Die neue Regel, dass sämtliche Passagiere aus den betroffenen Ländern einen negativen Test vorweisen müssen, gilt erst seit 26. November um 20 Uhr. Bei der Ankunft in Zürich gab es keine Corona-Tests. Die Schweiz hat laut Holenstein bisher keinen Fall mit der neuen Virusvariante nachgewiesen.

In den Niederlanden lief es anders ab: Das Land testete 600 Passagiere und Passagierinnen, die mit Flügen von KLM am Freitagmorgen aus Südafrika auf dem Flughafen Schiphol landeten. Bei 61 Personen war der Corona-Test positiv.

Eine Leserin berichtet 20 Minuten ausserdem, dass am Samstagmorgen eine E-Mail von Swiss mit den Reisebedingungen für einen Flug von Südafrika in die Schweiz erhalten habe, der am Dienstag stattfinden soll. In dieser Mail stehe, dass sie einen negativen Corona-Test vorweisen und sich nach der Rückkehr in Quarantäne begeben müsse. Die Leserin geht darum davon aus, dass auch dieser Flug stattfinden wird.

Es gibt Ausnahmen

Der Grund dafür ist, dass für Schweizer, Schweizerinnen und Menschen mit einer Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz oder Liechtenstein Ausnahmen «für die Heimreise auf privater Basis» möglich sind, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Das Bundesamt für Gesundheit verlange, dass alle Reisenden aus dem südlichen Afrika einen negativen Corona-Test vorlegen und zehn Tage in Quarantäne gehen müssen.

Ignoriert die Swiss also die Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit? Nein, sagt die Fluggesellschaft. Man werde weiterhin von Südafrika in die Schweiz fliegen, um die von der Ausnahme betroffenen Person zu befördern, so die Airline gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Für die Quarantäneregeln sei das BAG zuständig.

In einer E-Mail an die Redaktion weist Swiss darauf hin, dass die Fluggesellschaft von Südafrika in die Schweiz bis auf Weiteres lediglich Fluggäste mit Schweizer und Liechtensteiner Staatsbürgerschaft oder entsprechender Schweizer oder Liechtensteiner Aufenthaltsbewilligung transportiert. «Diese müssen bei der Einreise ein negatives Covid-Testresultat vorweisen können.» Voraussetzung für einen Rückflug sei eine behördliche Genehmigung. Dies habe man bereits in einer Stellungnahme am 26. November kommuniziert.

Die B.1.1.529-Variante des Coronavirus sorgt aktuell mächtig für Wirbel. Die Aktien von Moderna und Bionech sind um über 20 Prozent gestiegen, die EU hält das Risiko einer Verbreitung in Europa wahrscheinlich und ein Epidemiologe hält es gar für möglich, dass die Mutante bereits in der Schweiz angekommen ist.

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