Ständig Regen und Gewitter - Darum frustet uns das Hundewetter jetzt doppelt
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Ständig Regen und GewitterDarum frustet uns das Hundewetter jetzt doppelt

Das wüste Wetter scheint kein Ende zu nehmen. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum einige Menschen jetzt in ein Loch fallen.

von
Bettina Zanni
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Viele Menschen sind der Ansicht, einen solchen Sommer nach dem Corona-Winter nicht verdient zu haben.

Viele Menschen sind der Ansicht, einen solchen Sommer nach dem Corona-Winter nicht verdient zu haben.

20min/News-Scout
Anstatt unter dem Sonnenschirm sitzen sie zuhause vor dem Fenster und warten sehnsüchtig, bis der endlose Regen der Sonne weicht.

Anstatt unter dem Sonnenschirm sitzen sie zuhause vor dem Fenster und warten sehnsüchtig, bis der endlose Regen der Sonne weicht.

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Das Gröbste hat die Schweiz noch nicht hinter sich.

Das Gröbste hat die Schweiz noch nicht hinter sich.

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Darum gehts

  • Das schlechte Wetter dauert noch an, was einigen Menschen jetzt besonders zu schaffen macht.

  • «Wir haben einmal mehr gemerkt, dass wir auch machtlos sind», sagt ein psychologischer Berater.

  • Für einen besseren Umgang mit frustrierenden Situationen sollte man weniger Erwartungen an das Leben stellen, rät ein Lebensberater.

Der bisherige Sommer 2021 ist für viele Menschen zum Heulen: Anstatt unter dem Sonnenschirm sitzen sie zuhause vor dem Fenster und warten sehnsüchtig, bis der endlose Regen der Sonne weicht. In der Nacht von Montag auf Dienstag erreichte der Sommer mit einem heftigen Gewitter über Zürich einen erneuten Tiefpunkt.

Das Gröbste hat die Schweiz noch nicht hinter sich. «Es ist ein richtiges Schweinewetter», sagte ein Meteorologe. Dieses soll gemäss Prognosen die Schweiz noch bis am Montag im Griff haben.

Viele Menschen sind der Ansicht, einen solchen Sommer nach dem Corona-Winter nicht verdient zu haben. Auf Twitter kursieren etwa auch Posts, in denen behauptet wird, dass das Wetter psychische Probleme noch verschärfe.

«Gemerkt, dass wir machtlos sind»

Auch dem psychologischen Berater Andreas Rüegg fällt auf, dass das Wetter der Bevölkerung im Moment besonders zu schaffen macht. «Einige Menschen fallen jetzt in ein Loch», sagt er. Alleine das enttäuschende Sommerwetter sei jedoch nicht dafür verantwortlich. «Wir haben einmal mehr gemerkt, dass wir auch machtlos sind.»

Die Lockerungen im Juni hätten vielen Menschen Hoffnung gemacht, dass die Corona-Krise bald überwunden sei, sagt Rüegg. Auch habe die Fussball-EM von den Sorgen der Pandemie abgelenkt. «Mittlerweile ist aber wegen der steigenden Fallzahlen eine gewisse Ernüchterung eingetreten.» Da nun auch noch das Wetter nicht mitspiele und das Grossereignis EM vorbei sei, steige das Frustpotenzial.

Bescheidenheit sei gefragt

Den Kopf in den Sand zu stecken ist laut Rüegg jedoch der falsche Weg. In Drittweltländern seien die Menschen schwierige Situationen gewohnt. «Jetzt haben wir die Gelegenheit, uns in Bescheidenheit zu üben.» Er rät, im Leben vermehrt zu relativieren. «Man sollte sich nicht mehr sofort auf alles stürzen, was nicht gut läuft, sondern sich auf das Positive konzentrieren.»

Er rät, zum Beispiel eine Liste zu erstellen mit allen Dingen, die einem Freude machen und gute Gefühle auslösen. «Die meisten Menschen werden schnell merken, dass ein grosser Teil ihres Lebens schön ist – unabhängig vom Wetter oder der Pandemie.» Innerliche Zufriedenheit sei der Schlüssel, um sich auch in schwierigen Situationen nicht herunterziehen zu lassen.

«Das stresst und macht unglücklich»

Lebensberater Hugo Blessing rät für einen besseren Umgang mit frustrierenden Situationen, weniger Erwartungen an das Leben zu stellen. «Es ist klar, dass wir uns alle das Ende der Pandemie und einen stahlblauen Himmel wünschen – das stresst uns aber nur und macht unglücklich.»

Je mehr sich die Menschen stressten, desto empfänglicher seien sie für Negatives, so Blessing. Als gutes Vorbild dienten Kinder. «Sie haben auch Spass am Campieren, wenn das Wetter nicht so gut ist und freuen sich auf besseres Wetter.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Depression?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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