Skywork-Grounding: Darum gehen Airlines wie Skywork pleite
Aktualisiert

Skywork-GroundingDarum gehen Airlines wie Skywork pleite

Zu kleine Flugzeuge und veraltete Geschäftsmodelle: Das sind nur zwei der Gründe für das Grounding von Fluggesellschaften wie Skywork.

von
V. Sadecky
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Am Donnerstag wurde das Grounding der Schweizer Airline bekannt. Die Pleite ist nicht die einzige. In den letzten Monaten meldeten Darwin und Air Berlin Konkurs an. Das sind die Gründe dafür:

Am Donnerstag wurde das Grounding der Schweizer Airline bekannt. Die Pleite ist nicht die einzige. In den letzten Monaten meldeten Darwin und Air Berlin Konkurs an. Das sind die Gründe dafür:

Pablo Gianinazzi
Zu kleine FlugzeugeLokale Fluggesellschaften wie Skywork verfügen über eine kleine Flotte und Flugzeuge mit wenig Plätzen. So sind die Kosten pro Passagier deutlich höher als bei Fluglinien mit grossen Flugzeugen. «Das Überleben solcher Airlines ist heutzutage nur mit staatlichen Subventionen möglich – wie zum Beispiel in Schottland», erklärt Hansjörg Bürgi, Chefredaktor von Sky News.

Zu kleine FlugzeugeLokale Fluggesellschaften wie Skywork verfügen über eine kleine Flotte und Flugzeuge mit wenig Plätzen. So sind die Kosten pro Passagier deutlich höher als bei Fluglinien mit grossen Flugzeugen. «Das Überleben solcher Airlines ist heutzutage nur mit staatlichen Subventionen möglich – wie zum Beispiel in Schottland», erklärt Hansjörg Bürgi, Chefredaktor von Sky News.

Keystone/Peter Klaunzer
Veraltetes Geschäftsmodell«Das Geschäftsmodell von Skywork war schon veraltet, als die Airline 2009 mit Linienflügen startete», sagt William Agius, Aviatik-Experte von der ZHAW. Man habe an den Erfolg der Crossair anknüpfen wollen und sei gescheitert, weil sich der Markt schon in Richtung Low-Cost-Modelle gewandelt habe.

Veraltetes Geschäftsmodell«Das Geschäftsmodell von Skywork war schon veraltet, als die Airline 2009 mit Linienflügen startete», sagt William Agius, Aviatik-Experte von der ZHAW. Man habe an den Erfolg der Crossair anknüpfen wollen und sei gescheitert, weil sich der Markt schon in Richtung Low-Cost-Modelle gewandelt habe.

Keystone/Peter Klaunzer

Mit der Schweizer Airline Skywork ist es vorbei. Es ist ein weiteres Trauerspiel in einer ganzen Reihe von Airline-Pleiten. In den letzten Monaten meldeten gleich mehrere Fluglinien Konkurs an – kleinere Anbieter wie Skywork, aber auch grössere wie Air Berlin (siehe Box).

Was ist los in der Airline-Branche? 20 Minuten hat mit zwei Aviatik-Experten über die Gründe der Pleitewelle gesprochen.

Zu kleine Flugzeuge

Lokale Fluggesellschaften wie Skywork verfügen über eine kleine Flotte und Flugzeuge mit wenig Plätzen. So sind die Kosten pro Passagier deutlich höher als bei Fluglinien mit grossen Flugzeugen. «Das Überleben solcher Airlines ist heutzutage nur mit staatlichen Subventionen möglich – wie zum Beispiel in Schottland», erklärt Hansjörg Bürgi, Chefredaktor von Sky News.

Veraltetes Geschäftsmodell

«Das Geschäftsmodell von Skywork war schon veraltet, als die Airline 2009 mit Linienflügen startete», sagt William Agius, Aviatik-Experte von der ZHAW. Man habe an den Erfolg der Crossair anknüpfen wollen und sei gescheitert, weil sich der Markt schon in Richtung Low-Cost-Modelle gewandelt habe.

Schwammige Unternehmensstrategie

Bei vielen Airlines mangelt es an einer klaren Linie. Auch bei Skywork sei die schwammige Unternehmensstrategie ein Problem gewesen, so Agius. «Statt sich ganz auf Bern zu konzentrieren, hat man versucht, überall mitzumischen und zuletzt auch ab Basel Flüge anzubieten, wo die Konkurrenz gross ist.» Die fehlende Fokussierung sei auch Air Berlin zum Verhängnis geworden. «Air Berlin hat es versäumt, eine klare Unternehmensstrategie zu formulieren, und wollte überall dabei sein», so der Experte.

Billig-Airlines haben sich etabliert

Die Dominanz der Billig-Airlines wie Easyjet und Ryanair hat in Europa in den letzten Jahren zugenommen. Die Low-Cost-Fluglinien expandieren und halten sich die Treue der Kunden trotz Verspätungen und Flug-Annullierungen. Das setzt nicht nur kleine Anbieter wie Skywork, sondern die gesamte Branche unter Druck. «Easyjet und Ryanair sind zu festen Grössen geworden. Die Passagiere setzen auf sie, weil ihnen der Preis wichtiger ist als ein kostenloses Menü oder Swissness. Dafür sind sie auch gewillt, den längeren Weg zum Flughafen in Basel oder in Genf auf sich zu nehmen», so Agius.

Langstreckenflug-Markt wird aufgemischt

Nicht nur kleine Airlines wie Skywork haben mit den neuen Gegebenheiten des Markts zu kämpfen. Laut Aviatik-Experte Agius ist der Langstreckenflug-Markt im Wandel. Alteingesessene Fluglinien haben das Nachsehen: «Wir sind an einem Punkt angelangt, bei dem Langstreckenflüge für die Airlines weniger lukrativ werden. Denn Airlines wie Katar oder Emirates bieten diese Flüge so günstig wie nie an, und die Konkurrenz muss irgendwann nachziehen.»

Europas Pleiten-Airlines

August 2018: Belair (CH)

Geplant war zunächst, den Flugbetrieb der Airline ab Sommer 2018 als Anbieter von Flügen für andere Fluggesellschaften und von Charterflügen wieder aufzunehmen. Daraus wurde aus finanziellen Schwierigkeiten dann aber nichts.

Dezember 2017: Niki (AT/DE)

Die österreichische Ferienflieger Niki, ein Tochterunternehmen der insolventen Air Berlin, musste ebenfalls Insolvenz beantragen und in der Nacht zum 14. Dezember den Flugbetrieb einstellen.

November 2017: Air Berlin (DE)

Am 1. November wurde das Insolvenzverfahren eingeleitet. Teile der Gesellschaft, darunter das Geschäft am Flughafen Tegel und die Tochtergesellschaft LGW, wurden an die Lufthansa und Easyjet verkauft.

November 2017: Darwin Airline (CH)

Die Fluggesellschaft mit Sitz in Lugano nutzte zuletzt die Bezeichnungen Etihad Regional. Der Gesellschaft wurden am 28. November die nötigen Lizenzen entzogen. Sie erhielt ein Flugverbot.

Oktober 2017: Monarch (GB)

Am 2. Oktober sassen 110.000 Feriengäste im Ausland fest und 300.000 Tickets verloren ihre Gültigkeit.

Mai 2017: Fly Kiss (FR)

In Frankreich musste sich die neu gegründete Regionalairline Fly Kiss im Mai 2017 wieder aufgeben. Zu schlecht soll die Auslastung gewesen sein.

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