Tabakwerbeverbot: Darum gehts bei der Abstimmung
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Abstimmung 13. Februar 2022Darum gehts bei der Initiative gegen Tabakwerbung

Die Initiative «Kinder ohne Tabak» fordert ein Tabakwerbeverbot an Orten, die Kindern und Jugendlichen zugänglich sind.

von
Lisa Horrer
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Für Zigaretten soll es in Zukunft an Orten, wo sich Minderjährige aufhalten dürfen, keine Werbung mehr geben. 

Für Zigaretten soll es in Zukunft an Orten, wo sich Minderjährige aufhalten dürfen, keine Werbung mehr geben.

Reuters

Darum gehts

  • Werbung verführe besonders Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen zu beginnen. Etwa die Hälfte der Raucherinnen und Raucher in der Schweiz fängt bereits vor dem 18. Lebensjahr an zu rauchen.

  • Das Tabakwerbeverbot soll an Orten, die nicht nur Erwachsenen, sondern auch Kindern und Jugendlichen zugänglich sind, gelten.

  • Die Wahlberechtigten stimmen am 13. Februar 2022 über die Initiative «Kinder ohne Tabak» ab.

  • Ziel ist es, die Minderjährigen zu schützen, damit sie nicht zu rauchen beginnen.

Abstimmung Tabakwerbeverbot einfach erklärt

Rund 27 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer rauchten 2017. Das gilt als Gesundheitsrisiko: 9500 Todesfälle sind jährlich auf das Rauchen zurückzuführen. Dadurch entstehen jedes Jahr Gesundheitskosten in Milliardenhöhe, argumentieren die Initianten von «Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung». Um Minderjährige vom Tabak fernzuhalten und um Folgekosten vorzubeugen, fordern sie ein Verbot von Tabakwerbung an Orten, die Minderjährigen zugänglich sind. Denn Werbung begünstige, dass Kinder und Jugendliche anfangen zu rauchen, sagen die Initianten.

Wer ist dafür und wer ist dagegen?

Zu den Befürwortern der Initiative zählen die Grünen, die Grünliberalen, die SP und die EVP. Dagegen sind die FDP, die SVP und die Mitte, der Bundesrat sowie das Parlament.

Was wollen die Befürworter?

Ziel der Initiative ist es, Minderjährige vor Tabakwerbung zu schützen und sie nicht zum Rauchen zu motivieren. Zusätzlich möchte das Initiativkomitee die Gesundheit der Minderjährigen fördern. Zudem wollen die Befürworter den Gesundheitskosten in Milliardenhöhe, die durch den Tabakkonsum entstehen, vorbeugen.

Welche Massnahmen sieht das Tabakwerbeverbot vor?

Nach Annahme der Initiative würde Tabakwerbung überall dort verboten, wo Kinder und Jugendliche zugegen sind. Also beispielsweise im Kino, in und an öffentlichen Verkehrsmitteln, in und an öffentlichen Gebäuden, auf Sportplätzen sowie auf Sportveranstaltungen. Weiterhin untersagt wäre Werbung bei Sponsoringevents, in Inseraten in der Presse, im Internet sowie am Kiosk. Erlaubt wären hingegen Mailings und die Abgabe von Flyern an Erwachsene.

Wie argumentieren die Gegner?

Auch Bundesrat und Parlament betonen, Minderjährige besser vor den schädlichen Auswirkungen des Tabakkonsums schützen zu wollen. Doch die Initiative gehe ihnen zu weit. Die Gegner unterstreichen die wirtschaftlichen Folgen des Vorschlags. Das Werbeverbot stelle einen zu starken Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit dar. Verbote wie das Sponsoringverbot könne zudem bei Kultur- und Sportveranstaltungen Einnahmeeinbussen bewirken.

Wie sieht der Gegenvorschlag aus?

Der Gegenvorschlag sieht ebenfalls vor, die Werbemöglichkeiten einzuschränken und den Jugendschutz zu verstärken. Dabei sollen die Massnahmen weniger weitreichend sein als die Forderungen des Initiativkomitees. So soll sich das Tabakwerbeverbot auf Plakate, Werbung in Kinos oder an Sportveranstaltungen beschränken. Die Kantone können jedoch über strengere Werbeeinschränkungen entscheiden. Ausserdem umfasst der Gegenvorschlag ein schweizweites Verkaufsverbot von Tabakprodukten an Minderjährige. Die bisherige Altersgrenze von 16 Jahren in neun Kantonen würde somit auf 18 Jahre angehoben.

Welche Chancen hat die Initiative «Kinder ohne Tabak»?

Gemäss der ersten Abstimmungsumfrage von 20 Minuten und Tamedia wird sie von 67 Prozent der Befragten angenommen. Dabei stimmt die Mehrheit der Aussage zu, dass die meisten im Jugendalter zu rauchen beginnen und deshalb Prävention für diese Altersklasse entscheidend ist. Ein weiteres Argument, das bei einem Drittel der Befragten auf Zustimmung stösst, lautet, dass die Gesundheit der Bevölkerung bedeutender sei als die Markt- und Handelsfreiheit der Tabakindustrie.

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