Für eine starke Redaktion: Darum geht Tamedia gegen Adblocker vor
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Für eine starke RedaktionDarum geht Tamedia gegen Adblocker vor

Wer Werbung blockiert, kann auf 20minuten.ch keine Artikel mehr lesen. Das ist nötig, weil wir unsere kostenlosen Inhalte mit Werbeeinnahmen finanzieren.

Adblocker schaden werbefinanzierten Medien. 20 Minuten bittet seine Leser deshalb, Werbung zuzulassen.

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20 Minuten

Die Mediengruppe Tamedia, zu der auch 20 Minuten gehört, testet neue Massnahmen gegen Werbeblocker. Wer Werbung mit einer der gängigen Browser-Erweiterungen blockiert, kann fortan über Desktop-Computer nur noch die Startseite von 20minuten.ch aufrufen.

Dieser Schritt wird nötig, weil Adblocker nicht nur Werbung killen, sondern auch das journalistische Angebot gefährden. Für die redaktionellen Inhalte von 20 Minuten sind über hundert Mitarbeiter besorgt. «Wir wollen unseren Lesern vermitteln, dass Inhalte auch im Internet nicht gratis sind. Wir müssen Werbung ausliefern können, denn ohne Werbung können wir kostenlose Inhalte nicht finanzieren», erklärt Tamedia-CEO Christoph Tonini gegenüber dem Branchenportal persoenlich.com den Entscheid.

Drei Optionen für Adblocker-Nutzer

In der Schweiz haben auf Desktop rund 20 Prozent der Internetnutzer einen Werbeblocker installiert. Leser mit Adblockern haben drei Möglichkeiten, wie sie weiterhin auf News und spannende Geschichten zugreifen können:

• Sie können den Adblocker deinstallieren oder 20minuten.ch als Ausnahme definieren.

• Sie können ein Wochenabo für zwei Franken lösen, dafür können sie weiterhin werbefrei Inhalte konsumieren. Laut Tamedia-CEO Tonini entspricht der Betrag ungefähr den entgangenen Werbeeinnahmen.

• Adblocker-Nutzer können ein Werbevideo anschauen. Danach erhalten sie für 60 Minuten Zugang zu allen Inhalten.

Verzicht auf Pop-up-Banner

Tonini betont, dass es die aufdringlichsten Werbeformen auf den Newsportalen von Tamedia schon länger nicht mehr gibt. Auch die Ladezeiten der Newssites konnten dank besserer Technologie und weniger 3rd-Party-Tracking deutlich verbessert werden.

Ab 2018 orientiert sich Tamedia durchgehend an den Empfehlungen der «Coalition for Better Ads», die internationale Standards für Werbung im Netz setzt. So wird es aus Rücksicht auf die Leserinnen und Leser auf den Newsplattformen von 20 Minuten und «Tages-Anzeiger» künftig keine Interstitials wie Overlay-Ads oder Pop-up-Banner mehr geben.

Tamedia plant, die Adblocker-Massnahmen im Verlauf des ersten Halbjahres 2018 auf all ihren Newssites einzuführen. Bereits jetzt läuft der Test auf den Portalen von 20 minutes und «Tages-Anzeiger». (20 Minuten)

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