Fremdgehen, Lustlosigkeit, Analsex: Darum gehts in der neuen SRF-Serie «Seitentriebe»
Aktualisiert

Fremdgehen, Lustlosigkeit, AnalsexDarum gehts in der neuen SRF-Serie «Seitentriebe»

Die neue SRF-Serie «Seitentriebe» beschäftigt sich – unter anderem – mit Erotik in Langzeitbeziehungen. Und ist zum Brüllen komisch.

von
C. Steiner
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Noch hält das Schweizer Fernsehen Bilder aus der neuen Serie «Seitentriebe» unter Verschluss. Einzig dieses Foto vom Dreh steht den Medien derzeit zur Verfügung.

Noch hält das Schweizer Fernsehen Bilder aus der neuen Serie «Seitentriebe» unter Verschluss. Einzig dieses Foto vom Dreh steht den Medien derzeit zur Verfügung.

SRF/Nikkol Rot
In der Hauptrolle der neuen SRF-Serie zu sehen ist Vera Bommer. Sie ist vor allem Theaterbesuchern ein Begriff. Die 35-Jährige ist derzeit am Schauspielhaus Graz engagiert. Hier präsentiert sie die ersten vier Folgen der Serie an den Filmtagen in Solothurn.

In der Hauptrolle der neuen SRF-Serie zu sehen ist Vera Bommer. Sie ist vor allem Theaterbesuchern ein Begriff. Die 35-Jährige ist derzeit am Schauspielhaus Graz engagiert. Hier präsentiert sie die ersten vier Folgen der Serie an den Filmtagen in Solothurn.

SFT/module+
Auch ihr Film-Ehemann Nico Mastroberardino ist am Theater engagiert, und zwar in Basel. Autorin und Regisseurin Güzin Kar setzt auf wenig bekannte Gesichter, die aber definitiv etwas von ihrem Handwerk verstehen und bleibenden Eindruck hinterlassen.

Auch ihr Film-Ehemann Nico Mastroberardino ist am Theater engagiert, und zwar in Basel. Autorin und Regisseurin Güzin Kar setzt auf wenig bekannte Gesichter, die aber definitiv etwas von ihrem Handwerk verstehen und bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Nele und Gianni haben ein Problem. Die beiden Enddreissiger sind seit zehn Jahren verheiratet und die Luft ist definitiv raus. Die Aussicht auf Sex miteinander ist in etwa so verlockend wie ein Termin bei der Fusspflege.

Es ist auch schon eine Weile her, dass die beiden miteinander geschlafen haben. «Da kommst du einmal müde vom Schaffen heim, möchtest deine Ruhe. Und plötzlich sind zweieinhalb Jahre um», sagt Gianni (Nicola Mastroberardino) achselzuckend in die Kamera. An Gianni, das muss man sagen, ist eigentlich nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Der Laborant sieht gut aus, lässt sich nicht gehen, bemüht sich redlich. Er ist eigentlich derselbe wie vor zehn Jahren. Und genau das ist das Problem.

Nach dem Happy End

Wie können wir den Menschen, der jeden Morgen neben uns aufwacht, über eine lange Zeit hinweg sexuell begehren? Dieser Frage geht Autorin und Regisseurin Güzin Kar auf den Grund. Sie setzt dort an, wo die traditionelle Hollywood-Romanze endet.

Kar kommt rasch zum Punkt. Nach einem kurzen Rückblick auf den Beziehungsanfang, als die beiden immer und überall übereinander herfielen, sind Nele und Gianni mitten in ihrer Misere angekommen.

Treffen auf dem Seitensprung-Portal

Ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag treffen sich die beiden unfreiwillig auf derselben Seitensprung-Website. Was nun? Trennen oder zusammenraufen? Sie beschliessen Letzteres und an ihrer Beziehung zu arbeiten. Das Paar offenbart sich einem (für uns unsichtbaren) Therapeuten – direkt in die Kamera beichten sie also quasi dem Zuschauer.

Das macht auch den Reiz dieser temporeichen und klugen Serie (die Episoden sind knackige 22 Minuten lang) aus: Immer wieder fühlen wir uns in unserem eigenen Beziehungsleben ertappt. Kar gelingt es, dass die Dialoge nie aufgesetzt wirken. Oft muss man laut loslachen. Etwa wenn Nele (Vera Bommer) moniert: «Ich will im Bett nicht Die Dargebotene Hand. Ich will eine Wildsau, die mich auffrisst.»

Sexunterricht mit reifem Obst

Unverblümt kommen in «Seitentriebe» sexuelle Themen von Analsex bis weibliche Orgasmen auf den Tisch. Schon nach eineinhalb Minuten sehen wir Nele und Gianni erstmals beim Beischlaf, und Stargast Sunnyi Melles verewigt sich beim Sexunterricht mit einer reifen Papaya.

Aber Kar geht es primär darum, wie man Langzeitbeziehungen überhaupt leben kann. Das ist berührend, echt, und manchmal bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Mit der Serie ist SRF nach dem Krimi-Hit «Wilder» ein weiterer Coup gelungen. Ein Zeichen, dass die Schweiz endgültig beim internationalen Serien-Niveau angekommen ist.

«Seitentriebe» startet am 26. Februar auf SRF 2.

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