Darum gewinnt Marco Odermatt ausgerechnet am Lauberhorn seine erste Abfahrt

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Nach 6 zweiten PlätzenDarum gewinnt Odermatt ausgerechnet am Lauberhorn seine erste Abfahrt

Noch wartet Marco Odermatt auf seinen Weltcup-Premierensieg in der schnellsten Disziplin. Ein ehemaliger Sieger traut ihm den Triumph in Wengen dieses Jahr zu.

von
Adrian Hunziker
(aus Wengen)

Im letzten Jahr gewann Odermatt den Super-G am Lauberhorn. 

SRF

Darum gehts

  • Marco Odermatt ist aktuell der beste Skirennfahrer der Welt. 

  • Doch ein Abfahrts-Sieg im Weltcup fehlt dem 25-Jährigen noch. 

  • Bruno Kernen glaubt fest daran, dass Odi dieser in Wengen gelingen kann. 

17 Weltcup-Rennen hat Marco Odermatt in seiner Karriere bereits gewonnen – sechs im Super-G, elf im Riesenslalom. Ein Abfahrts-Sieg fehlt dem 25-Jährigen noch in seinem Palmarès. Der Nidwaldner war schon einige Male nahe dran, aber bisher musste er sich mit sechs zweiten und einem dritten Platz begnügen. Unter den zweiten Rängen befindet sich auch einer in Wengen. Denn vor einem Jahr wurde Odi am Lauberhorn bei seiner Premiere nur von Aleksander Kilde geschlagen.

Dieses Duell steht auch am Samstag an, Odermatt strebt die Revanche an. Und wenn es einem Rennfahrer zuzutrauen ist, dass er seinen ersten Abfahrtssieg ausgerechnet am Lauberhorn feiert, dann ist das der aktuell beste Skifahrer der Welt. Das sieht auch einer so, der den Klassiker 2003 gewann. 

Schneeverhältnisse sind wichtig

Bruno Kernen sieht mehrere Gründe, weshalb Odi dieses Mal triumphiert: «Er besitzt das Selbstvertrauen, den Flow, die Coolness, die Cleverness, das Material und das skifahrerische Können.» Für Kernen spricht nicht viel dagegen, warum Odermatt in Wengen nicht gewinnen sollte. «Von aussen habe ich den Eindruck, dass Odermatt sein Material relativ aggressiv abgestimmt hat. In Wengen braucht es eine etwas weniger aggressive Abstimmung, aber auch das ist davon abhängig, wie die Schneeverhältnisse sich präsentieren. Je nach Schneeverhältnissen stehen Odis Chancen auf den Sieg extrem gut.»

Kernen ist nicht überrascht, wenn Odermatt Wengen gewinnt, «ich bin aber genauso wenig überrascht, wenn er Kitzbühel gewinnt». Auch der 50-jährige Kernen konstatiert, dass Odi aktuell überragend fährt. «Ein Skifest gibt es in Wengen sowieso, das Pünktli auf dem I wäre aber sicher ein Schweizer Sieg.» Und er fügt an: «Aus der Sicht des Schweizer Skifans würde ich es Feuz genauso gönnen – mindestens so fest.»

Der Vergleich mit Cuche

Der dreifache Lauberhorn-Sieger bestreitet in Wengen und in Kitzbühel die letzten Rennen seiner Karriere. 
Ein Sieg für den «Kugelblitz» wäre das Nonplusultra. Kernen erinnert sich da gern an Didier Cuche. Der Neuenburger gab in Kitzbühel im Januar 2012 sein Karriereende bekannt und gewann zwei Tage später die Hahnenkammabfahrt zum fünften Mal.

«So ein Drehbuch ist fast zu schön, um wahr zu sein. Aber ich würde es Feuz gönnen. Er ist so ein genialer Skifahrer, ein super Typ, ein Sympathieträger», beginnt Kernen schon ein wenig zu träumen. Odermatt würde Feuz diesen Triumph sicher auch gönnen, doch den Sieg strebt er dennoch an.  

Gewinnt Odermatt die Lauberhorn-Abfahrt?

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