Aktualisiert

Entscheidendes SpielDarum glaubt St. Gallen an das Wunder

Elf Heimniederlagen in einer Saison und nur 15 Tore zu Hause erzielt – so ist es schwierig, Basel zu schlagen und die Liga zu halten. St.-Gallen-Stürmer Fabian Frei über den Abstiegskampf.

von
Eva Tedesco
Basel-Leihgabe Fabian Frei (l.) kämpft mit dem FC St. Gallen um den Ligaerhalt. (Keystone/AP)

Basel-Leihgabe Fabian Frei (l.) kämpft mit dem FC St. Gallen um den Ligaerhalt. (Keystone/AP)

St. Gallen belegt derzeit Rang 9, einen Punkt vor Schlusslicht Bellinzona und hinter Xamax, das den ersten Nicht-Abstiegsplatz innehat. Aber: Am Sonntag gastiert Leader Basel in der AFG Arena und will wenn möglich schon den Meistertitel feiern. Danach müssen die Espen zu YB. Wer aber wie der FCSG drei Tore innert elf Minuten kassiert, wie zuletzt beim 0:4 gegen Luzern, kann sich wohl nicht allzu viel Hoffnung auf eine Rettung machen. Fabian Frei tut es dennoch.

Fabian Frei, kann St. Gallen den Abstieg abwenden?

Wenn es nach der Presse geht, sind wir schon fünf Mal abgestiegen ... Ich glaube aber fest daran.

Gegen Luzern kassierten Sie innert elf Minuten drei Tore. Was soll da noch für den FCSG sprechen?

Das war naiv. Nach dem 0:1 nach 55 Minuten haben wir geglaubt, auf Teufel komm raus spielen zu müssen. Wir haben es verpasst, Ruhe ins Spiel zu bringen.

Wenn man die Kaderliste anschaut, ist St. Gallen besser besetzt als Bellinzona, Xamax oder auch Thun. Mit dem FCL ist man fast auf Augenhöhe. Warum steht der FC St. Gallen so schlecht da?

So genau kann ich Ihnen das auch nicht beantworten. Aber die brisante Finanz-Situation des Vereins in der Vorrunde hat einige Spieler wohl stärker belastet, als sie zugeben wollen. Trotzdem haben wir im Winter eine sehr gute Vorbereitung mit guten Resultaten gemacht. Dann kam im ersten Spiel nach der Pause GC. Nach einer knappen halben Stunde sind wir 1:4 in Rückstand gelegen. Von der Klatsche haben wir uns nie erholt. Wenn du dann sieben Spiele in Folge verlierst, kannst du noch froh sein, zwei Runden vor Schluss die Chance zu haben, den Ligaerhalt zu schaffen.

Wie ist das möglich, dass die Mannschaft so enttäuscht hat?

Es sind neue Spieler gekommen, auf die besonders geachtet wurde. Es wurde versucht, sie in die Mannschaft einzubauen, aber nicht alle haben eingeschlagen. Dafür mussten Leistungsträger zurückstecken und die Hierarchie innerhalb der Mannschaft wurde auseinandergerissen.

Und kein Spielerrat oder Spieler kam je auf die Idee, den damaligen Trainer Uli Forte darauf anzusprechen?

Doch. Sowohl der Spielerrat als auch einzelne Spieler.

Aber ...?

... Es ist nicht viel passiert.

Das klingt irgendwie nach Eiszeit zwischen Trainer und Team.

Was soll ich sagen? Es bringt nichts, in der Vergangenheit zu stochern. Was zählt, ist die Gegenwart. Und die heisst volle Konzentration auf das Spiel gegen Basel.

Sie sind seit vier Jahren an St. Gallen ausgeliehen und haben schon oft gegen Ihren Stammverein gespielt. Ist es trotzdem noch ein spezielles Spiel für Sie?

Wenn man so wie ich sieben Mal – glaube ich zumindest - gegen den FCB gespielt hat, ist es nicht mehr ganz so speziell. Aber mit der aktuellen Ausgangslage ist die Sache wieder interessanter.

Würde es Sie ärgern, wenn der FCB ausgerechnet gegen Ihren Klub noch einmal ins Straucheln käme, oder blenden Sie das Thema aus?

Ausblenden geht ja nicht, weil ich immer darauf angesprochen werde. Ausserdem spiele ich nicht gegen den FC Basel, sondern für den FC St. Gallen. Dem FCB reicht ja auch ein Punkt zum Meistertitel.

Würden Sie demnach für ein Remis unterschreiben?

Ich hoffe natürlich auf drei Punkte. Gewünscht hätte ich mir aber, dass der FCB schon Meister und wir schon gerettet gewesen wären. Ich habe den Match gegen Thun am Sonntag im Stadion verfolgt und denke, dass der FCB aus dem 5:1 viel Selbstvertrauen mitnehmen wird. Aber auch wir sind schon ein paar Mal wieder aufgestanden. Nach einer Klatsche folgte meist eine Reaktion - wie das 2:2 gegen den FCZ.

Punktabzug - die Rettung?

St. Gallen hofft auf eine Rettung am "Grünen Tisch". Diese Woche noch soll das Urteil der Liga im Disziplinarverfahren im Fall Bellinzona gefällt werden. Für den Skandal, verwüstete Kleider, Diebstahl in der Schiedsrichter-Kabine und ein beschädigtes Auto eines Unparteiischen, droht dem FC Bellinzona auch ein Punktabzug. In dem Fall dürfen die Ostschweizer hoffen, auch mit zwei Niederlagen in den letzten zwei Runden die Barrage zu erreichen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.