Aktualisiert 02.10.2016 22:53

Cleverer SchachzugDarum haben wir vor dem Schlafen häufig noch Durst

Vor dem Zubettgehen verspüren viele den Drang, noch einen Schluck zu trinken. Um gewöhnlichen Durst handelt es sich dabei aber nicht.

von
fee
1 / 5
Die Augen werden kleiner, das Gähnen dafür immer grösser: Kurz vorm Schlafengehen werden viele Menschen plötzlich von Durst geplagt - obwohl sie kurz zuvor noch etwas getrunken haben.

Die Augen werden kleiner, das Gähnen dafür immer grösser: Kurz vorm Schlafengehen werden viele Menschen plötzlich von Durst geplagt - obwohl sie kurz zuvor noch etwas getrunken haben.

argif.tumblr.com
Damit kann Wassermangel als Auslöser des sogenannten Abenddursts ausgeschlossen werden.

Damit kann Wassermangel als Auslöser des sogenannten Abenddursts ausgeschlossen werden.

iStock/Innovatedcaptures
Vielmehr ist die innere Uhr ausschlaggebend, wie kanadische Forscher berichten. Das Team hatte die Aktivität des  suprachiasmatischen Nucleus (SCN, dem Sitz der inneren Uhr) sowie des Durstzentrums bei den Mäusen analysiert. Das Ziel: herausfinden, ob und wie die beiden Bereiche miteinander kommunizieren.

Vielmehr ist die innere Uhr ausschlaggebend, wie kanadische Forscher berichten. Das Team hatte die Aktivität des suprachiasmatischen Nucleus (SCN, dem Sitz der inneren Uhr) sowie des Durstzentrums bei den Mäusen analysiert. Das Ziel: herausfinden, ob und wie die beiden Bereiche miteinander kommunizieren.

PD

Wasser trinken ist gesund. Nur mit genügend Wasser kann der Körper richtig funktionieren. Damit es in Zellen, Gewebe und Organen zu keinem Notstand kommt, verfügt unser Gehirn über spezielle Sensoren, die bei drohendem Wassermangel (Dehydration) Alarm schlagen. Das Resultat ist Durst.

Doch nicht immer ist ein bevorstehender Flüssigkeitsnotstand der Auslöser, wie Forscher um Claire Gizowski von der kanadischen McGill University herausgefunden haben.

Im Fachjournal «Nature» berichten sie, dass der sogenannte Abenddurst (siehe Box) nichts mit Wassermangel zu tun hat, sondern mit der inneren Uhr. Das zeigten mehrere Experimente mit Mäusen.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Um den Nachweis zu erbringen, analysierten die Wissenschaftler die Aktivität des sogenannten suprachiasmatischen Nucleus (SCN, dem Sitz der inneren Uhr) sowie des Durstzentrums bei den Mäusen. Das Ziel: herausfinden, ob und wie die beiden Bereiche miteinander kommunizieren.

Und genau das tun sie, wie es in einer Mitteilung der Hochschule heisst: Kurz vor der Schlafphase werden einige Zellen der inneren Uhr jeweils besonders aktiv.

Sie steuern dann die Ausschüttung des Peptidhormons Vasopressin, das wiederum auf das Durstzentrum wirkt – mit dem Resultat, dass das Bedürfnis, zu trinken, wächst. Das zeigt laut den Forschern, dass der abendliche Durst tatsächlich von der inneren Uhr gesteuert wird. Ein Umstand, der uns wohl vor einem nächtlichen Dehydrieren schützt.

Was ist Abenddurst?

Von diesem Phänomen sind viele Menschen betroffen. Sie bekommen vor dem Schlafengehen regelmässig Durst. Und zwar auch dann, wenn sie zuvor viel getrunken haben. Die Ursache dafür war bislang unklar.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.