FCB-Analyse: Darum hat es mit den Achtelfinals nicht geklappt
Aktualisiert

FCB-AnalyseDarum hat es mit den Achtelfinals nicht geklappt

Das Champions-League-Abenteuer ist für den FCB beendet. Warum es nicht für einen der ersten beiden Plätze reichte, hat verschiedene Gründe.

von
Reto Fehr
München

Die Basler Spieler suchen nach dem Aus in der Champions League die Gründe fürs nicht Erreichen der Achtelfinals.

Der dritte Gruppenrang ist für den FC Basel – oder jeden Schweizer Verein – in der Champions League sicherlich keine schlechte Leistung. Alex Frei sagt darum richtig: «Wenn man uns das vorher angeboten hätte, hätte sicher jeder unterschrieben.» Aufgrund der spielerischen Qualität und der finanziellen Möglichkeiten muss man als Schweizer Verein einfach damit zufrieden sein. Die Qualifikation für die Europa League war das Ziel, und dieses wurde erreicht. «Wir können mit erhobenem Haupt aus der Champions League gehen», schiebt Beg Ferati nach.

Trotzdem: Der Sprung auf Platz 2 und damit in die Achtelfinals ist auch für kleinere Klubs möglich. Dies hat nicht zuletzt der FC Kopenhagen bewiesen. Woran scheiterte der FCB? Wars die fehlende Cleverness? Die Effizienz? Die Unerfahrenheit? Der letzte Biss oder die Naivität?

Selten hat viel gefehlt

Selbst beim 0:3 zum Abschluss gegen Bayern München hatte Basel erst zwei grosse Chancen in Führung zu gehen, bevor der deutsche Rekordmeister aufdrehte und die Partie dominierte. Der Coup in Rom bewies, dass der Abstand nicht allzu gross ist. Allerdings braucht es dafür jeweils eine perfekte Leistung der Basler.

Naivität kann man dem FCB beim ersten Auftritt in Cluj vorwerfen. Das Spiel hatte man im Griff, doch das fast blinde Anrennen nutzten die Rumänen zum Kontern und zu zwei Toren. «Zum Teil waren wir auf Augenhöhe, aber manchmal vielleicht etwas zu naiv», versucht Marco Streller die Kampagne zu beschreiben. Dies will Sturmpartner Alex Frei nicht gelten lassen. Er findet «naiv das falsche Wort». «Vielleicht brauchten wir einfach etwas Zeit, um mit der Champions League auf Tuchfühlung zu gehen», so der Angreifer über seine erste Saison in der Königsklasse: «Es hatte auch gute Gegner und bei den Big Points war der Gegner etwas cleverer als wir.» So zum Beispiel die Bayern beim 2:1-Sieg in Basel. Eine Niederlage, die auf keinen Fall zwingend war. Oder auch in der Allianz Arena. «Jeder Fehler wird bestraft. So wie das erste und das dritte Tor heute», weiss Ferati.

Verschiedene Gründe

In diesem Abschlussspiel hat der FCB die Achtelfinals nicht vergeben. «Die Bayern waren die beste Mannschaft der Gruppe», stellt Valentin Stocker klar. «Wir haben in anderen Spielen die Punkte nicht geholt, wo es möglich gewesen wäre.» Das ist auch eine Frage der Effizienz. «Wir haben das heute wieder gesehen. Ich muss das 1:0 machen und wenig später liegen wir 0:2 zurück», ärgerte sich Streller nach dem Spiel gegen die Bayern. Viel gelernt haben sie für die Zukunft, glauben die Spieler. Vielleicht können sie das schon in der nächsten Saison wieder in der Königsklasse beweisen.

Eine Mischung aus mangelnder Erfahrung, Effizienz und Cleverness, Naivität sowie dem Verpassen von Big Points hat die Achtelfinals also verunmöglicht. Oder wie es Trainer Thorsten Fink offen zugibt: «Wir sind froh, dass wir in der Europa League sind und im Europacup überwintern können. Für ein Weiterkommen in der Champions League waren wir nicht gut genug.»

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