Aktualisiert 27.05.2019 14:20

Interaktive Werbung

Darum hat es neu eine Box über der Plakatwand

Das schwarzen Kästchen oberhalb der Werbeplakate am HB in Zürich kann Werbung aufs Smartphone senden. Die neue Technologie stammt von Swisscom.

von
20M
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Auf Plakatständern am Zürcher Hauptbahnhof sind seit kurzem rund 30 Zentimeter lange Kästchen montiert.

Auf Plakatständern am Zürcher Hauptbahnhof sind seit kurzem rund 30 Zentimeter lange Kästchen montiert.

urs Jaudas
Hinter den Kästchen steckt die Plattform Beem von Swisscom. Diese macht es möglich,  klassische Werbekampagnen direkt auf das Smartphone der Nutzer zu bringen.

Hinter den Kästchen steckt die Plattform Beem von Swisscom. Diese macht es möglich, klassische Werbekampagnen direkt auf das Smartphone der Nutzer zu bringen.

urs Jaudas
Die erste Plakatkampagne mit Beem startet am 3. Juni am Hauptbahnhof Zürich.

Die erste Plakatkampagne mit Beem startet am 3. Juni am Hauptbahnhof Zürich.

Keystone/Christian Beutler

Seit kurzem prangen oberhalb einiger Plakatwände am Hauptbahnhof in Zürich kleine schwarze Kästchen. Bereits am Wochenende fragten sich viele 20-Minuten-Leser, was es mit den Boxen auf sich hat. Jetzt ist klar: Hinter den Kästchen steckt die Plattform Beem von Swisscom. Diese macht es möglich, klassische Werbekampagnen direkt auf das Smartphone der Nutzer zu bringen.

Mit Beem lässt sich Werbung also interaktiv machen – sei es, indem Nutzer auf dem Smartphone weitere Informationen oder Angebote anfordern können, Coupons erhalten, Käufe tätigen oder an einem Wettbewerb teilnehmen können.

Keine Zusatz-App nötig

Beem-fähige Plakate der APG senden ein hochfrequentiges Ton-Signal ausserhalb des Hörbereichs von Erwachsenen sowie ein Bluetooth-Signal aus. Empfangen werden diese Signale von der Beem-Plattform, die in die Apps von 20 Minuten, Bluewin und Watson integriert wurden. Hat ein Nutzer eine dieser Apps geöffnet, erscheint ein Hinweis, sobald das Signal empfangen wird. Klickt der Nutzer auf den Hinweis, öffnet sich die Plattform Beem, wo aktuelle Angebote passend zum gesehenen Plakat angezeigt werden. Das Signal reicht etwa 20 bis 30 Meter.

Weitere Einsatzmöglichkeiten von Beem sind laut Swisscom Kinospots oder TV-Werbung. Bereits nutzbar ist die neue Technologie demnach auf 3+. Die erste Plakatkampagne mit Beem startet am 3. Juni am Hauptbahnhof Zürich.

Analog und digital verknüpfen

Swisscom hat sich mit Beem zum Ziel gesetzt, die analoge und digitale Welt zu verschmelzen. Das umfasse auch Einsatzmöglichkeiten ausserhalb der Werbung. Die Nutzung von Beem sei überall da möglich, wo Menschen mit ihren Smartphones interagierten und eine zusätzliche Informationsebene nutzen wollten. Auch an Events oder in Museen würde sich die Technologie beispielsweise anbieten.

Herr Rausa*, die Beem-Box sendet Werbung. Sammelt sie auch Daten?

Nein, die Box sammelt keine Daten. Sie sendet lediglich ein Signal an eine Beem-fähige App. Der Nutzer entscheidet dann, ob er auf den Beem Button klicken will. Dies kann er auch anonym tun. Es wird also keine Werbung unaufgefordert angezeigt. Erst wenn der Nutzer ein Angebot kaufen oder an einem Wettbewerb teilnehmen will, werden seine Kontaktangaben benötigt.

Das Beem-Signal ist für Erwachsene nicht hörbar. Wie ist das bei Kindern und Haustieren?

Wir haben Beem mehrere Monate an einem SZU Bahnhof in Zürich getestet. Dabei haben wir bei Kindern, Erwachsenen und Tieren keine Reaktionen beobachtet. Das Signal wird so leise ausgestrahlt, dass es nicht stört.

Darf man unaufgefordert Kontakt mit Smartphones aufnehmen?

Der Nutzer entscheidet selber, ob er auf den Beem Button klicken will. Wir halten die Schweizer Datenschutzverordnung ein.

*Alessandro Rausa ist Leiter Beem bei Swisscom

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