Aktualisiert 09.12.2008 08:12

WohnungswechselDarum hat Gross gekündigt

Das Rätselraten um die Zukunft von Christian Gross geht weiter und immer mehr Spekulationen machen die Runde. Doch der Wohnungswechsel hat nichts damit zu tun. 20 Minuten Online kennt die Fakten zum Wohnungswirrwarr des Basel-Trainers.

von
Reto Fehr

Die kleine Gemeinde Oberwil liegt nur wenige Kilometer ausserhalb der Chemie-Metropole Basel. In einem verträumten Mehrfamilienhaus hinter ein paar Bäumen und einer Hecke bewohnt Christian Gross eine Wohnung. Der Gemeinschaftspool im Garten ist für den FCB-Trainer eine willkommene Zugabe. Nicht nur beim Joggen kann sich der Erfolgstrainer des Schweizer Meisters erholen. Doch jetzt ist es vorbei mit der Idylle. Rund um das Haus gab es eine grosse Wiese mit viel Natur. Dies änderte sich zuletzt aber schlagartig: Nach Recherchen von 20 Minuten Online sind vier Mehrfamilienhäuser bereits in der Entstehung, der Baulärm ist nicht zu überhören. Und am anderen Ende des Grüns gibt es weitere Bauanträge – für 2 Terrassenhäuser und ein weiteres Mehrfamilienhaus. Bald ist es also vorbei mit zwitschernden Vögeln, weitläufiger Aussicht und entspanntem Plantschen im Schwimmbad.

Christian Gross, der langjährige Mieter kündete nun also offenbar diese Mietwohnung fristgerecht auf Ende März 2009 (20 Minuten Online berichtete). Für die Schweizer Medienlandschaft ein gefundenes Fressen. Jetzt sei es sicher, Gross werde wechseln – und dies noch in der Winterpause.

Ein Zürcher in der Ostschweiz

Verwundert reibt man sich jedoch die Augen, wenn man erfährt, dass sich Gross vor kurzem ein Wohnobjekt im Appenzell gekauft hat; genauer gesagt im Ausserrhodischen Teufen. Eine Region, wo sich «Fuchs und Hase gute Nacht» sagen. Aber einmal mehr lässt sich auch hieraus kein Rückschluss auf die Zukunft des Basler Trainers ziehen, denn bereits im vergangenen August entschied sich Gross zu dieser Investition. Hintergrund hierbei ist, dass sich der ehemalige Bundesliga-Fussballer des VfL Bochum nach seiner Rückkehr in die Schweiz unweit von Teufen niederliess. Drei Jahre spielte er anschliessend für den FC St. Gallen. Auch seine erste Trainerstation, der FC Will, war aus dem Appenzell innerhalb von sinnvoller Zeit zu erreichen. Eine Region also, mit welcher sich der in Zürich geborene Gross sehr gut anfreunden konnte. Jetzt zieht es ihn zurück – in eine Idylle, die er in seiner aktuellen Wohnung nicht mehr finden konnte.

Wechsel zu Stuttgart im Winter vom Tisch

Offen bleibt die Frage, ob Gross nun tatsächlich im März in seine neue Wohnung in der 5700-Seelen-Gemeinde zügelt oder doch eher bei einem grossen Verein arbeitet. Stuttgart kann dies nicht sein - zumindest bis zum Sommer setzen die Schwaben auf Markus Babbel. Wie dem auch sei. Ein Verbleib in Basel hätte für Gross einen Vorteil: Ein steuerlicher nämlich. Mit einem Hauptwohnsitz in Appenzell Ausserrhoden statt in Baselland bliebe Gross vom Bruttogehalt deutlich mehr netto in der Tasche. Und damit liesse sich auch die Zeit bis zum Sommer, wenn sein Vertrag ausläuft, problemlos mit einem geräumigen Hotelzimmer in Basel überbrücken.

Entscheidung schon nächste Woche?

Bis zur Winterpause schweigen beide Seiten in Basel; sowohl Gross als auch Präsidentin Gigi Oeri. Erst nach dem letzten Saisonspiel wollen sich beide Parteien an einen Tisch setzen, um Gespräche zu führen. Nach Informationen von «Teleclub» wollen die Basler jedoch schon in der kommenden Woche die Medien informieren. Eine Einladung zur Medienkonferenz ist noch nicht eingetroffen. Sollte sich diese recht kurzfristig nach dem Vorrundenende einberufene Medienorientierung bewahrheiten, spräche doch wieder sehr viel für eine sofortige Trennung, denn es ist kaum auszuschliessen, dass eine Vertragsverlängerung mit Gross nach nur so kurzer Zeit unter Dach und Fach zu bringen wäre.

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