Aktualisiert 17.03.2020 16:08

#flattenthecurve

Darum ist Abstandhalten jetzt so enorm wichtig

#staythefuckhome und #flattenthecurve sind die Hashtags der Stunde – aus gutem Grund: Wer sich daran hält, rettet Leben.

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Um Zustände wie in Italien zu vermeiden ...

Um Zustände wie in Italien zu vermeiden ...

Keystone/AP
... reicht es in der Schweiz nicht mehr, in die Ellenbeuge zu husten und sich die Hände regelmässig zu waschen und zu desinfizieren.

... reicht es in der Schweiz nicht mehr, in die Ellenbeuge zu husten und sich die Hände regelmässig zu waschen und zu desinfizieren.

Keystone/Christian Beutler
Am Montag hat der Bundesrat den Notstand verfügt.

Am Montag hat der Bundesrat den Notstand verfügt.

Keystone/Alessandro Della Valle

Wegen der anhaltend rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 hat der Bundesrat für die Schweiz den Notstand ausgerufen: Shops, Bars, Restaurants und viele weitere Einrichtungen sind seit Mitternacht zu und bleiben es bis mindestens 19. April 2020 auch.

Durch diese massive Einschränkung des öffentlichen Lebens sollen die Menschen in der Schweiz auf Abstand gehalten werden. Unterstützt werden die offiziellen Bemühungen auch online – durch den sogenannten #Coronacodex oder die Hashtags wie#staythefuckhome und #flattenthecurve.

Besser nacheinander als alle aufs Mal

Das gemeinsame Ziel der Bestrebungen: verhindern, dass sich Sars-CoV-2 weiter exponentiell ausbreitet. Zwar lässt sich die Corona-Pandemie (siehe Box) nicht mehr stoppen – dem Virologen Christian Drosten zufolge werden sich in den nächsten Monaten und Jahren 60 bis 70 Prozent der Menschen infizieren – aber es gilt, Tempo aus der Ausbreitung zu nehmen.

Denn wie problematisch die Corona-Krise hierzulande wird, hängt vor allem davon ab, wie viele Fälle aufs Mal auftreten (siehe Bildstrecke). Mit anderen Worten: Verbreitet sich das Virus weiterhin so rasant wie zurzeit, wird es Pflege, Kliniken und Ärzte überwältigen – kurz das schweizerische Gesundheitssystem in die Knie zwingen. Zustände wie derzeit in Italien werden dann auch hierzulande herrschen.

Deutlich besser ist es, wenn die Infektionen gestaffelt auftreten. Dann werden immer noch genauso viele Menschen krank, aber nach und nach. Dann könnten alle Betroffenen die Hilfe bekommen, die sie benötigen. Und die Überlebenschancen für jeden Einzelnen würden steigen. Auch für junge Menschen, die nicht zur Risikogruppe gehören. Denn bei einer Überlastung des Gesundheitssystems wird in Notfällen, die nichts mit dem Coronavirus zu tun haben, auch für sie kein Platz mehr in den Spitälern sein. Deshalb müssen die Anweisungen des Bundes – so nichtig sie erscheinen und so schön das Wetter auch sein mag – befolgt werden. Und zwar von restlos allen.

Auch Adriano Aguzzi, Professor an der Medizinischen Fakultät an der Uni Zürich, rief dazu auf, zu Hause zu bleiben – inklusive Erklärung.

Historisches Vorbild

Welchen Unterschied das sogenannte Social Distancing, das Auf-Abstand-Gehen, macht, zeigt der Blick auf die Jahre 1918/19. Um der damals grassierenden Spanischen Grippe Herr zu werden, der weltweit zwischen 20 und 40 Millionen Menschen zum Opfer fielen, schränkten einige Städte das soziale Leben in weiten Teilen ein und bekamen das Virus so in den Griff. In Gegenden, in denen dies nicht passierte, breitete sich das Virus dagegen weiter aus und tötete zahlreiche Menschen.

Besonders gut ist das am Beispiel der US-Städte St. Louis und Philadelphia zu sehen: Während erstere frühzeitig Quarantänemassnahmen vornahm und einigermassen ungeschoren davonkam, stieg in letzterer die Zahl der Toten sprunghaft an. Dort hatte man trotz des um sich greifenden Virus noch eine Parade stattfinden lassen.

Unterschied zwischen Epidemie und Pandemie

Ersteres beschreibt eine zeitlich und örtlich in besonders starkem Masse auftretende und ansteckende Erkrankung. Darunter fällt etwa die jährlich auftretende Grippe. Bei einer Pandemie handelt es sich dagegen um eine Epidemie besonders grossen Ausmasses, die Länder übergreifend auftritt. Ihre Bezeichnung stammt aus dem Griechischen von «pan» für «alle, jeder» und «demos» für «Volk».

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