Preisvergleich: Darum ist das iPhone 14 in der Schweiz europaweit am günstigsten

Publiziert

PreisvergleichDarum ist das iPhone 14 in der Schweiz europaweit am günstigsten

Das iPhone 14 gibt es in der Schweiz ab rund 930 Franken. Das ist der tiefste Preis in ganz Europa. Ausgerechnet im Hochpreisland Schweiz. Das sind die Gründe.

von
Marcel Urech
1 / 8
Apple-CEO Tim Cook hat am 7. September das neue iPhone 14 vorgestellt. Das Handy ist hierzulande seit dem 16. September verfügbar. Es kostet in ganz Europa nirgends weniger als in der Schweiz.

Apple-CEO Tim Cook hat am 7. September das neue iPhone 14 vorgestellt. Das Handy ist hierzulande seit dem 16. September verfügbar. Es kostet in ganz Europa nirgends weniger als in der Schweiz.

AFP
Für das iPhone 14 mit 256 Gigabyte Speicher zahlt man in der Türkei umgerechnet 1754 Franken, in Norwegen 1258 Franken und in Ungarn 1244 Franken. In der Schweiz gibt es das Modell für 1049 Franken.

Für das iPhone 14 mit 256 Gigabyte Speicher zahlt man in der Türkei umgerechnet 1754 Franken, in Norwegen 1258 Franken und in Ungarn 1244 Franken. In der Schweiz gibt es das Modell für 1049 Franken.

AFP
Laut Apple-Experte Röbi Weiss sind Elektronik- und IT-Produkte in der Schweiz fast immer günstiger als im Rest von Europa. Das liege auch am starken Franken.

Laut Apple-Experte Röbi Weiss sind Elektronik- und IT-Produkte in der Schweiz fast immer günstiger als im Rest von Europa. Das liege auch am starken Franken.

Tamedia/Sabine Bobst

Darum gehts

  • Die Schweiz gilt als Hochpreisland – doch das iPhone 14 gibt es in Europa nirgends günstiger.

  • Das liege nicht nur am starken Franken, sagen Experten.

  • Auch die tieferen Steuern seien ein Grund für die verhältnismässig günstigen iPhones.

Das iPhone 14 ist in der Schweiz seit Freitag erhältlich. Das teuerste Modell des Apple-Smartphones ist das Pro Max mit einem Terabyte Speicher. Es kostet hierzulande rund 1900 Franken. Viel Geld für ein Handy – doch das neue iPhone gibt es in ganz Europa nirgends günstiger als in der Schweiz.

Das zeigen Zahlen des Vergleichsportals Hellosafe, das die Preise für das iPhone 14 mit 256 Gigabyte Speicher verglichen hat: Es kostet in der Türkei umgerechnet 1754 Franken, in Norwegen 1258 Franken, in Ungarn 1244 Franken und in Schweden 1226 Franken. In der Schweiz gibt es das Modell für 1049 Franken.

Warum sind die neuen iPhones im Hochpreisland Schweiz im Vergleich zu den anderen Ländern in Europa am günstigsten? Zwei Experten nennen im Gespräch mit der Redaktion die Gründe.

Konkurrenz schafft Preisdruck

Laut Apple-Experte Röbi Weiss sind Elektronik- und IT-Produkte in der Schweiz fast immer günstiger als im Rest von Europa. Das liege nicht nur am starken Franken. Denn die Schweiz gelte als Testland: Firmen experimentierten oft mit den Preisen und passten dann ihre Strategie für Europa an. Zudem habe die Schweiz die höchste Apple-Geräte-Dichte weltweit: Das Geschäft sei so auch mit etwas tieferen Preisen lukrativ.

Kaufst du dir ein iPhone 14?

Auch René Schneider vom Apple-Partner DQ Solutions bestätigt, dass Unterhaltungselektronik in der Schweiz meistens günstiger ist als in anderen europäischen Ländern. Im Gegensatz zu typischen Konsumgütern wie Getränken, Zeitungen oder Waschmittel, die hierzulande oft deutlich teurer sind als im EU-Raum.

Das habe auch damit zu tun, dass die Konkurrenz in der Schweiz härter sei als zum Beispiel in Deutschland und Österreich. Da dominierten grosse Ketten wie Saturn und Media Markt das Geschäft. Ein gutes Beispiel dafür sei der TV-Markt: Fernseher seien in der Schweiz fast immer günstiger als im Rest von Europa.

Günstige Wechselkursentwicklung

Für den verhältnismässig tiefen Preis von iPhones in der Schweiz sieht Schneider mehrere Gründe. Er stellt aufgrund der US-Preise fest, dass sich Apple wohl am Dollar orientiere. Davon profitiere die Schweiz aktuell, da sich der Dollar-Franken-Kurs seit dem letzten iPhone-Launch günstiger entwickelt habe als der Dollar-Euro-Kurs.

Darum ändern sich die Preise für Elektronik mehrmals täglich

Eine Sprecherin von Digitec hat der Redaktion bestätigt, dass sich die Verkaufspreise für Elektronik- und IT-Produkte mehrmals pro Tag ändern können. Das sorge bei der Kundschaft immer wieder für Aufregung. Ein Grund dafür seien neben dem Spiel von Angebot und Nachfrage auch die Konkurrenzpreise.

«Viele Hersteller rechnen die Euro-Preise zwar auch mit dem aktuellen Wechselkurs um, hauen dann aber in der Schweiz noch einen Zuschlag drauf», sagt Schneider. Das habe wohl damit zu tun, dass die Kundschaft hierzulande eine hohe Zahlungsbereitschaft habe. Apple scheint hingegen auf einen Schweiz-Zuschlag zu verzichten.

Die tiefere Mehrwertsteuer ist laut Schneider ein weiterer Grund für die verhältnismässig günstigen iPhones in der Schweiz: Hierzulande beträgt sie 7,7 Prozent, im Euro-Raum meist rund 20 Prozent.

Schweizer wollen Top-Modell

Bei den Preisen müsse man auch bedenken, dass ein iPhone heute viele Geräte ersetze, die man früher einzeln gebraucht habe, sagt Schneider: etwa eine Kamera, den MP3-Player und den GPS-Empfänger. Die erste iPod-Generation habe 2001 rund 500 bis 700 Franken gekostet – nun sei diese Funktion im iPhone integriert.

Die Kundschaft in der Schweiz leistet sich laut dem Apple-Experten übrigens oft das Top-Modell: Auch beim iPhone 14 habe man am meisten Vorbestellungen für das Pro und Pro Max erhalten, so Schneider. 

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

46 Kommentare