US-Wahlkampf: Darum ist Joe Biden plötzlich der Liebling der Wirtschaft
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US-WahlkampfDarum ist Joe Biden plötzlich der Liebling der Wirtschaft

Zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl ist das Rennen noch völlig offen. Die Börsianer haben sich aber bereits entschieden. Sie haben das Vertrauen in Donald Trump verloren.

von
Fabian Pöschl
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Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die Gunst der Anleger gewonnen.

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die Gunst der Anleger gewonnen.

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So versprechen sich Investoren etwa massive staatliche Impulsprogramme unter einem US-Präsidenten Biden.

So versprechen sich Investoren etwa massive staatliche Impulsprogramme unter einem US-Präsidenten Biden.

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Noch bis im Sommergehörten die Herzen der Wall Street Donald Trump.

Noch bis im Sommergehörten die Herzen der Wall Street Donald Trump.

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Darum gehts

  • In zwei Wochen ist US-Präsidentschaftswahlkampf mit offenem Ausgang.

  • Die Finanzindustrie hat ihr Urteil gefällt: Sie will Biden.

  • Die Anleger haben das Vertrauen in Amtsinhaber Donald Trump verloren.

Der US-Wahlkampf spitzt sich zu. Noch ist völlig offen, wer am 3. November die Präsidentschaftswahl gewinnt. Der Vorsprung des demokratischen Herausforderers Joe Biden auf den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump ist knapp.

Doch die Finanzindustrie hat ihr Urteil gefällt: Sie will Biden. So haben etwa Rohstoffinvestoren den Goldpreis zuletzt stark angetrieben. Sie versprechen sich von einer Regierung Biden massive staatliche Impulsprogramme, was die Inflation beschleunigen würde, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

Durch den Entscheid pro Biden hätten die Schwankungen an den US-Börsen so stark abgenommen wie seit Wochen nicht mehr. Noch Anfang Oktober gingen die Börsen nach Bekanntwerden von Trumps Corona-Erkrankung auf Talfahrt. Der amtierende Präsident war seit Beginn der Liebling der Börsen. Seine Politik der Deregulierung kam gut an. Warum kalkuliert die Börse jetzt mit einem Sieg Bidens?

Vertrauen verspielt

Die Anleger hätten das Vertrauen in Trump und seine Republikanische Partei verloren, dass sie ein weiteres Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Krise noch vor den Wahlen beschliessen könnten, sagt Christian Brändli, ZKB-Ökonom für Nordamerika, zu 20 Minuten. «Nun setzen sie darauf, dass unter Biden als Präsidenten ein weitaus grösseres Paket geschnürt wird, wovon die Wirtschaft profitiert», so Brändli.

Als weiteren Grund für den Liebesentzug der Börsianer nennt Brändli Trumps Verhalten im Allgemeinen und speziell in der Corona-Krise. «Die Anleger versprechen sich unter einem Präsidenten Biden weniger politische Polemik und eine konstruktivere Aussenpolitik. Ausserdem hat der Pandemieverlauf die politischen Versäumnisse der Trump-Aministration in der Krisenbewältigung schonungslos offengelegt.»

Neue Impulse mit Biden

Ähnlich sieht es Jeffrey Hochegger, Anlagestratege von Raiffeisen Schweiz. Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Einbruch der Wirtschaft hätten die Amerikaner verunsichert. «Ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit kostete Präsident Donald Trump viel Vertrauen. Diese Unsicherheit spiegelt sich denn auch an den Börsen», so Hochegger.

Die USA benötigten im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld neue Impulse. Dafür stehe Biden mit seinem Plan zur Förderung von erneuerbaren Energien. Das schaffe wirtschaftliche Perspektiven und langfristig Arbeitsplätze. So gewöhne sich die Börse zunehmend an Biden als künftigen Präsidenten.

Erfahrener Krisenmanager

Zudem habe Biden Erfahrung im Umgang mit Krisen. Als Vizepräsident habe er während der Finanzkrise das Ruder zusammen mit Barack Obama übernommen und die Wirtschaft wieder in Gang gebracht. «Die Aussage ‹Trump ist gut für die Wirtschaft, Joe Biden nicht› kann so einfach nicht gemacht werden», so Hochegger.

Dafür spricht auch die Geschichte: Seit dem Zweiten Weltkrieg lieferten Präsidenten der Demokraten laut «Tages-Anzeiger» im Schnitt eine Aktienrendite von 10,6 Prozent pro Jahr, verglichen mit 4,8 Prozent durch Republikaner.

Nächstes TV-Duell am
23. Oktober

Trump und Biden trafen Ende September erstmals bei einer TV-Debatte aufeinander und lieferten sich einen chaotischen Schlagabtausch – gespickt mit Schmähungen und Unterbrechungen des Gegenübers. Bei den Wählern kam das Spektakel schlecht an, besonders Trump kam in den Umfragen schlecht weg. Ursprünglich waren drei TV-Duelle zwischen Trump und Biden geplant gewesen, das zweite wurde jedoch abgesagt: Die Kommission hatte wegen Trumps Covid-19-Erkrankung das Format geändert und wollte die Kandidaten anstelle einer persönlichen Begegnung online zusammenschalten. Trump lehnte das ab. Stattdessen traten die beiden vergangene Woche in einer gleichzeitig übertragenen, aber getrennten Fragestunde auf. Das letzte Duell ist am 23. Oktober in Nashville ab 3.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit geplant. Das Trump-Team möchte den Termin aber um eine Woche verschieben.

Deine Meinung

306 Kommentare
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kommt mir so vor

22.10.2020, 19:14

Bekommt die Redaktion eigentlich einen Bonus wenn Trump verliert?

Toni K.

22.10.2020, 18:28

Er wird gut aussehen im Orangen Overall der Joe und sein Söhnchen. Ich sag nur Toplap oder habe ich da was vertauscht um am Meister der Zensriuren vorbei zu kommen.

Martial2

22.10.2020, 18:17

Es bleibt zu hoffen, dass Joe Biden das Rennen gewinnt... Sonst Good Night America!