Ranking: Darum ist Swisscom die stärkste Marke in ganz Europa

Aktualisiert

RankingDarum ist Swisscom die stärkste Marke in ganz Europa

Das Unternehmen Brand Finance hat Swisscom zur stärksten Marke in Europa und zur drittstärksten Marke weltweit gekürt. Darum schneidet die Telekomfirma so gut ab.

von
Marcel Urech
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Der grosse Sprung nach vorn im Brand-Finance-Ranking hat selbst Swisscom überrascht.

Der grosse Sprung nach vorn im Brand-Finance-Ranking hat selbst Swisscom überrascht.

20min/Matthias Spicher
Das Unternehmen liess die Schweizer Konkurrenz hinter sich und landete in der Rangliste der stärksten Marken weltweit auf Rang 3.

Das Unternehmen liess die Schweizer Konkurrenz hinter sich und landete in der Rangliste der stärksten Marken weltweit auf Rang 3.

20min/Matthias Spicher
Das Ranking messe die Stärke einer Marke im jeweiligen Einflussbereich, im Falle von Swisscom also «bei uns in der Schweiz», erklärt der Telekomkonzern auf Anfrage.

Das Ranking messe die Stärke einer Marke im jeweiligen Einflussbereich, im Falle von Swisscom also «bei uns in der Schweiz», erklärt der Telekomkonzern auf Anfrage.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Swisscom sei mit Shops präsent, und die Kundschaft nehme die Firma als 5G-Leader wahr, lobt die britische Beratungsfirma Brand Finance den Schweizer Telekomkonzern.

  • Das Swiss im Namen könnte bei der Beliebtheit helfen, sagt die Markenexpertin Regula Gerber – auch wenn der Effekt nicht mehr so stark sei wie vor 20 Jahren.

  • Der Werber Frank Bodin zweifelt die Studie an: Im «Brand Indicator Switzerland» liege Swisscom bloss auf dem 64. Rang – die Marke verliere an Momentum.

Swisscom ist laut der britischen Beratungsfirma Brand Finance die stärkste Marke in Europa. Im weltweiten Ranking ist der Telko auf Platz drei, hinter Google (Platz 1) und Youtube (Platz 2). Swisscom liegt damit vor beliebten Brands wie Wechat (Platz 4), Instagram (Platz 7), Ferrari (Platz 8) und Coca-Cola (Platz 12).

Das Ranking messe die Stärke einer Marke im jeweiligen Einflussbereich, im Falle von Swisscom also «bei uns in der Schweiz», erklärt der Telekomkonzern auf Anfrage von 20 Minuten. So komme es, dass Swisscom in der Rangliste direkt nach den weltweit bekannten Marken Google und Youtube stehe.

Das macht die Marke Swisscom stark

Swisscom sei mit Shops präsent, die Kundschaft nehme die Firma als 5G-Leader wahr, und das Markenerlebnis sei konsistent, so Brand Finance. Swisscom ergänzt, dass die Firma auch die «Innovationskraft fürs beste Netz» lobe, ebenso das «schnelle Internet an abgelegenen Orten» und das «hochwertige Gesamterlebnis».

Man versuche, alle Aktivitäten auf Kundenbedürfnisse auszurichten, die beste Produkt- und Servicequalität zu liefern, und man engagiere sich für Nachhaltigkeit. Die Auszeichnung sei eine tolle Bestätigung für die Arbeit aller Mitarbeitenden, da sich die Markenstärke aus der Summe aller Aktivitäten bilde, sagt Swisscom.

Swissness zahlt sich aus

Die Schweiz liberalisierte ihren Telekommarkt 1998, seither tritt die damalige PTT als Swisscom auf. Für den Telko sei es ein Vorteil, dass die Marke den Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz schon so lange bekannt sei, erklärt die Markenexpertin Regula Gerber im Gespräch mit 20 Minuten. Auch das Swiss im Namen könnte bei der Beliebtheit helfen – auch wenn der Effekt nicht mehr so stark sei wie vor 20 Jahren.

Welche dieser Marken magst du am liebsten?

«Eine gute Marke ist konsistent, kongruent und konsequent», sagt die Marketingexpertin Sarah Seyr von der Hochschule Luzern, die selbst mal bei Swisscom arbeitete. Swisscom trete auf allen Kanälen gleich auf, biete den Kundinnen und Kunden ein durchgängiges Erlebnis und komme so stets markenkonform rüber.

«Viele Firmen schwächen sich selbst, weil ihr Auftritt nicht zur Marke passt», sagt Seyr. Bei Swisscom sei das nicht der Fall. Da merke die Kundschaft sofort, dass es um Swisscom gehe. Förderlich sei auch, dass Swisscom der Schweiz treu geblieben sei und zum Beispiel die Callcenter immer noch in der Schweiz führe.

Swisscom verliert bei 16- bis 29-Jährigen an Beliebtheit

«Der grosse Sprung nach vorn hat uns schon etwas überrascht», teilt Swisscom dem Portal «Watson» mit. Auch der Werber Frank Bodin zeigt sich auf Anfrage von 20 Minuten erstaunt: Swisscom sei in der Schweizer Telekombranche zwar die klare Nummer eins, doch die Marke habe an Momentum verloren.

Das zeige auch der Brand Indicator Schweiz, eine bevölkerungsrepräsentative Markenstudie, die in den kommenden Tagen veröffentlicht wird: Die Marke Swisscom habe gegenüber dem Vorjahr an Attraktivität eingebüsst, und bei der wichtigen Zielgruppe der 16- bis 29-Jährigen verliere Swisscom an Beliebtheit und Relevanz, während Sunrise und Salt zulegten. «Swisscom hat eine klare Jugendschwäche», sagt Bodin.

Weltweite Markenstudien seien immer mit Vorsicht zu geniessen: Die Autoren müssten jeweils Millionen von Menschen befragen, damit das Ergebnis repräsentativ sei. Und das sei wohl kaum geschehen. Zudem seien die Bewertungskriterien bei jeder Studie anders, so der renommierte Werber.

In dieser Studie liegt Swisscom nur auf Rang 64

Google und Youtube seien in der Schweiz die stärkeren Marken als Swisscom, sagt der Werber Frank Bodin im Gespräch mit der Redaktion – «mit Abstand». Das zeige der «Brand Indicator Switzerland»: Google liege  da in der Gesamtbevölkerung auf Rang 3, Youtube auf Rang 5 (Vorjahr: Rang 6), Swisscom hingegen bloss auf Rang 64 (Vorjahr: Rang 34). In dieser Studie holten sich Whatsapp Platz 1 und die Migros Platz 2. Auf Rang 4 liegt Coop. Dieses Ranking umfasse alle bekannten Consumerbrands, sagt Bodin.

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