Corona hemmt Päckliflut: Darum könntest du dieses Jahr weniger Gschänkli bekommen
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Corona hemmt PäckliflutDarum könntest du dieses Jahr weniger Gschänkli bekommen

Jeder Vierte will laut einer Umfrage zu Weihnachten weniger Geschenke kaufen. Schuld ist die Pandemie. Auch die Massnahmen des Bundes dürften für weniger Päckli unter dem Christbaum sorgen als sonst.

von
Dominic Benz
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Corona soll dieses Jahr die Päckliflut unter dem Weihnachtsbaum mindern. 

Corona soll dieses Jahr die Päckliflut unter dem Weihnachtsbaum mindern.

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So will rund jeder vierte Schweizer dieses Mal weniger Gschänkli kaufen als noch im letzten Jahr. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GFK im Auftrag des Onlinehändlers Digitec-Galaxus, die Mitte November durchgeführt wurde. 

So will rund jeder vierte Schweizer dieses Mal weniger Gschänkli kaufen als noch im letzten Jahr. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GFK im Auftrag des Onlinehändlers Digitec-Galaxus, die Mitte November durchgeführt wurde.

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Unbeeindruckt von Corona sind zwei Drittel der Befragten. Sie geben an, trotz Pandemie gleich viele Geschenke zu kaufen.

Unbeeindruckt von Corona sind zwei Drittel der Befragten. Sie geben an, trotz Pandemie gleich viele Geschenke zu kaufen.

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Darum gehts

  • Wegen Corona will jeder vierte Schweizer weniger Gschänkli zu Weihnachten machen.

  • Weil die Festtage wohl im kleineren Rahmen verbracht werden, dürften viele Geschenke wegfallen.

  • Dennoch wird in den Wochen bis Weihnachten ein Ansturm im Internet erwartet.

Corona verdirbt den Menschen in diesem Jahr die Weihnachten. In der Schweiz feilt der Bund am Massnahmepaket für die Festtage.

Zudem nimmt die Pandemie vielen Menschen die Freude am Schenken. So will rund jeder vierte Schweizer dieses Mal weniger Gschänkli kaufen als noch im letzten Jahr. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts GFK im Auftrag des Onlinehändlers Digitec-Galaxus, die Mitte November mit 501 Teilnehmern durchgeführt wurde.

Unnötiger Konsum?

Unbeeindruckt von Corona sind zwei Drittel der Befragten. Sie geben an, trotz Pandemie gleich viele Geschenke zu kaufen. Lediglich rund 3 Prozent beabsichtigen, mehr Geschenke als im letzten Jahr zu kaufen. Der Rest hat sich noch keinen Shopping-Plan zurechtgelegt.

Warum ein Viertel die Zahl der Geschenke an diesen Weihnachten reduzieren will, beantwortet die Umfrage nicht. Die Gründe dürften aber vielfältig sein. «Vielleicht haben manche während der Pandemie gemerkt, dass übermässiger Konsum unnötig ist», sagt Konsumpsychologe Jakub Samochowiec vom Gottlieb-Duttweiler-Institut zu 20 Minuten.

«Ritual des Schenkens geht verloren»

Auch gebe es sicher Leute, die wegen Jobverlust oder Kurzarbeit sparen müssten und daher nun ein kleineres Budget für Weihnachten zur Verfügung hätten. Wenn zudem viele Leute in diesem Jahr wegen Corona im kleineren Kreise feierten, gebe es weniger Grund, viele Geschenke zu kaufen.

«Trifft man weniger Angehörige, Freunde und Kollegen, fallen etwa Verlegenheitsgeschenke eher weg», sagt Samochowiec. Bei einem Geschenk per Post wiederum fehle das gemeinsame Erlebnis des Auspackens. «Das ganze Ritual des Schenkens geht verloren.» So ein Gschänkli bereite zumindest dem Schenkenden weniger Freude, weshalb dieser vielleicht gleich ganz darauf verzichte.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Corona-Zeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

Weiterer Onlineboom erwartet

Wer aber dennoch Geschenke kauft, tut dies in der Weihnachtszeit vorzugsweise im Internet. Laut Umfrage von Digitec-Galaxus geben 32 Prozent an, dass sie die Lego-Sets, Games oder Parfüms für ihre Liebsten online shoppen. 30 Prozent hingegen planen, ihre Weihnachtseinkäufe vor allem im stationären Laden zu erledigen.

Daher rechnet Digitec-Galaxus mit einem weiteren Onlineboom mit Rekordzahlen in den Wochen bis Weihnachten. Die Migros-Tochter geht von mindestens 50 Prozent mehr Bestellungen aus als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Für den Ansturm hat sich der Händler vorbereitet. Das Personal in den Warenlagern wurde im Vergleich zu Ende 2019 verdoppelt.

Ein Schnäppchen zu Weihnachten

Auch dieses Jahr haben die Konsumenten bei der Rabattschlacht rund um den Black Friday und Cyber Monday kräftig zugeschlagen. Die Onlinehändler verbuchten Rekordzahlen. Viele Schnäppchenjäger dürften diese Tage fürs Shoppen von Weihnachtsgeschenken genutzt haben. In der Umfrage von Digitec-Galaxus gab jeder Dritte an, die Rabatttage für den Kauf von Gschänkli nutzen zu wollen.

Allgemein beginnen die Schweizer zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Gschänkli-Shopping. 44 Prozent der Befragten gaben an, sich im Dezember darum zu kümmern, 7 Prozent davon sogar erst kurz vor Weihnachten. 22 Prozent kaufen die ersten Geschenke im November, 24 Prozent schon vorher.

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