Ticktack: Darum kommen manche Menschen immer zu spät
Aktualisiert

TicktackDarum kommen manche Menschen immer zu spät

Pünktlichkeit ist eine Tugend, die nicht jeder pflegt. Doch wer chronisch zu spät kommt, kann nichts dafür.

von
fee
1 / 4
Manche Menschen schaffen es einfach nicht pünktlich zu sein (Ausschnitt aus dem Film «Darjeeling Limited»).

Manche Menschen schaffen es einfach nicht pünktlich zu sein (Ausschnitt aus dem Film «Darjeeling Limited»).

Screenshot Youtube
Das kommt bei den Wartenden nicht gut an - zumindest war das bisher so. Doch nun liefern Forscher der Washington University den Unpünktlichen eine Ausrede.

Das kommt bei den Wartenden nicht gut an - zumindest war das bisher so. Doch nun liefern Forscher der Washington University den Unpünktlichen eine Ausrede.

Unknown
Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Verantwortung nicht unbedingt bei den Unpünktlichen selbst zu suchen ist, wie Untersuchungen von jenem Teil des Gedächtnisses zeigen, in dem gespeichert ist, wie lange man für bestimmte Handlungen braucht.

Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Verantwortung nicht unbedingt bei den Unpünktlichen selbst zu suchen ist, wie Untersuchungen von jenem Teil des Gedächtnisses zeigen, in dem gespeichert ist, wie lange man für bestimmte Handlungen braucht.

Wikimedia Commons/Ranveig/CC BY-SA 3.0

Wer einmal zu spät kommt, dem sieht man das nach. Wer häufiger später als zum vereinbarten Zeitpunkt aufkreuzt, der macht sich keine Freunde. Zumindest war es bisher so.

Neu können Unpünktliche aber auf Nachsicht pochen. Denn laut Forschern der Washington University tragen sie dafür keine Verantwortung. Vielmehr funktioniert ihre innere Uhr schlechter als die von pünktlichen Menschen, wie es im «Journal of Experimental Psychology» heisst.

Zeitmanagement im Fokus

Die Psychologen Emily Waldum und Mark McDaniel wollten wissen, warum manche Menschen wider besseren Wissens regelmässig zu spät kommen.

Deshalb schauten sie sich jenen Bereich des Gedächtnisses genauer an, in dem gespeichert ist, wie lange man für bestimmte Handlungen braucht – das sogenannte Time-Based-Prospective-Memory, kurz TBPM. Auf dieser Grundlage entscheidet man beispielsweise, wann man daheim aufbrechen muss, um pünktlich irgendwo zu sein.

Zeit im Blick behalten

Im ersten Teil des Experiments mussten die Teilnehmer ein Quiz durchspielen und anschliessend abschätzen, wie lange sie dafür gebraucht hatten. Im Schnitt brauchten alle dafür rund elf Minuten, was ihnen auch so mitgeteilt wurde.

Im zweiten Teil wurde den Probanden ein ähnliches Quiz vorgesetzt. Allerdings erst, nachdem sie zuvor ein Puzzle zusammengesetzt hatten. Für beide Aufgaben hatten sie 20 Minuten Zeit. Doch nicht alle schafften es – obwohl sie auf die Uhr schauen durften und so die Möglichkeit hatten abzuschätzen, wie viel Zeit ihnen noch blieb.

Daraus schliessen die Forscher, dass das TBPM und damit die innere Uhr bei verschiedenen Menschen unterschiedlich gut funktioniert. Denn auch die Option, die Zeit im Blick zu behalten, brachte nichts: Einige Teilnehmer schafften es einfach nicht, ihre innere Uhr mit der Uhrzeit am Handgelenk abzugleichen.

Deine Meinung