19.90 und 16.95 Franken – Darum kostet diese Raclette-Pfanne bei Migros unterschiedlich viel
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19.90 und 16.95 FrankenDarum kostet diese Raclette-Pfanne bei Migros unterschiedlich viel

Gewisse Produkte kosten bei der Migros im Supermarkt weniger als bei Do it oder Micasa. Denn die Fachmärkte gestalten ihre Preise unabhängig voneinander.

von
Barbara Scherer
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Die selbe Raclette-Pfanne hat verschiedene Preise: Sie kostet bei Micasa 19.90 Franken.

Die selbe Raclette-Pfanne hat verschiedene Preise: Sie kostet bei Micasa 19.90 Franken.

Screenshot Micasa
Bei Do it + Garden kostet sie nur 16.95 Franken.

Bei Do it + Garden kostet sie nur 16.95 Franken.

Screenshot Do it
Ebenso die Tesa Tack Klebepads: Im Supermarkt kosten sie 5.95 Franken.

Ebenso die Tesa Tack Klebepads: Im Supermarkt kosten sie 5.95 Franken.

Screenshot Migros

Darum gehts

  • Die Migros und ihre Fachmärkte bieten gleiche Produkte zu unterschiedlichen Preisen an.

  • Denn die Unternehmen kaufen die Ware nicht zentral ein, sagt ein Mitarbeiter.

  • Laut Migros sind die Fachmärkte ein eigenes Unternehmen und können die Preise selbstständig festlegen.

Bei der Migros kosten Produkte nicht immer gleich viel: So kostet etwa eine Raclette-Pfanne im Migros Do it + Garden 16.95 Franken. Das gleiche Pfännchen kostet bei Micasa 19.90 Franken. Das ist kein Einzelfall. Tesa Tack-Klebepads kosten bei Migros 5.95 und bei Do it 6.50 Franken (siehe Bildergalerie oben).

«Das liegt daran, dass die einzelnen Migros-Unternehmen den Einkauf nicht zentral steuern», erklärt News-Scout M.*, der bei der Migros arbeitet. Do it, Micasa und Migros kaufen alle einzeln bei unterschiedlichen Händlern die Ware ein.

Zentraler Einkauf wäre ökonomischer

Weil die Migros-Supermärkte mehr Produkte auf einmal kaufen können, sind die Preise dort am niedrigsten, erklärt M. Er verstehe nicht, warum der Einkauf nicht zentral geregelt wird. «Davon würden das Unternehmen und die Kundschaft profitieren», so M.

Denn kaufen alle Migros-Unternehmen am gleichen Ort ein, können grössere Mengen gekauft werden. Das reduziert den Einkaufspreis. «Zudem könnte Personal eingespart werden», so M. Dass zurzeit gleiche Produkte zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden, sei eine Veräppelung der Kundschaft.

«Sprechen uns Kunden und Kundinnen darauf an, müssen wir sagen, das liege daran, dass Preisabsprachen verboten sind», so M. Doch für viele sei das unverständlich: Gehören doch alle Unternehmen zur Migros.

Tatsächlich ist es auch keine eigentliche Preisabsprache. Gemäss der Wettbewerbskommission Weko ist das nur der Fall, wenn zwei unabhängige Firmen miteinander einen Preis fürs gleiche Produkt verabreden. «Ein Konzern kann intern Preise im Grundsatz so festlegen, wie er will», erklärt ein Weko-Sprecher.

Fachmärkte bestimmen Preise selber

Die Fachmärkte wie Micasa und Do it gehören der Migros Gesellschaft Fachmarkt AG an. Diese funktioniere als eigenes Kostencenter. «Und die Fachmärkte gestalten ihre Verkaufspreise selber», erklärt ein Sprecher auf Anfrage.

So sei etwa das Raclette-Pfännchen bei Do it + Garden ganzjährig im Sortiment. Bei Micasa handle es sich um ein befristetes Angebot. Die Einkaufsmengen unterscheiden sich und darum auch der Preis.

Verschiedene Preise verwirren Kundschaft

Babette Sigg, geschäftsführende Präsidentin des Schweizerischen Konsumentenforums, sieht kein Problem in den unterschiedlichen Preisen. «Es handelt sich um verschiedene Unternehmen, auch wenn sie rechtlich zur Migros gehören.» Darum stehe es den Fach- und Supermärkten frei, die Preise unabhängig voneinander zu bestimmen.

Das sieht auch Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz so: «Allerdings ist es fraglich, ob diese Mehrpreisstrategie in den verschiedenen Absatzkanälen clever ist.» Denn die verschiedenen Preise seien undurchsichtig und verwirren die Kundschaft.

*Name der Redaktion bekannt.

Das sind die Migros und ihre Tochtergesellschaften

Die Migros ist in zehn regionale Genossenschaften unterteilt. Sie bilden den Migros-Genossenschafts-Bund. Diesem sind zahlreiche Tochtergesellschaften untergeordnet, wie etwa Denner, Migrolino, Digitec Galaxus und die Migros Bank. Auch die Fachmärkte gehören rechtlich zu den regionalen Genossenschaften. Dazu gehören Micasa, Melectronics, Do it +Garden, Obi und SportXX.

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